Kuala Lumpur Independence Square

rolf fröhlings reisereportagen

Malaysia

                 

ASIEN AUF EINEN STREICH
- unterwegs im Land der tausend Kulturen

Malaien, Chinesen, Inder. Portugiesen, Niederländer, Briten. Muslime, Buddhisten, Hindus. Katholiken, Protestanten, Anglikaner: Kaum ein Land auf der Welt ist von so vielen Völkern und Religionen geprägt wie Malaysia in Südostasien. Vielleicht sind es keine tausend Kulturen, aber auf jeden Fall eine ganze Menge, die dort früher wie heute friedlich nebeneinander gelebt haben oder noch leben. Die kulturelle Vielfalt spiegelt sich u.a. wider in der Architektur, in Festen und Bräuchen und natürlich auch in der Küche. 
Vor allem der Zustrom aus ärmeren asiatischen Ländern ist ungebrochen. Denn die malaysische Wirtschaft boomt. Erdöl hat dem Land zu Wohlstand verholfen, und auch der Tourismus wird immer wichtiger. Es lockt der Dschungel, es locken die Badeinseln, aber auch die unterschiedlichen Kulturen. Denn wer (fast) ganz Asien auf einen Streich erleben will, kommt um das Königreich Malaysia kaum herum.

Kuala Lumpur Independence Square
Titelfoto: Platz der Unabhängigkeit in Kuala Lumpur
Kuala Lumpur Independence Square Sultan Abdul Samad Gebäude
Sultan-Abdul-Samad-Gebäude am Dataran Merdeka, dem Platz der Unabhängigkeit in Kuala Lumpur
Kuala Lumpur KL Tower von unten
KL Tower - mit 421 m siebhöchster Fernsehturm der Welt in Kuala Lumpur
Kuala Lumpur KL Tower Ausblick
Blick vom KL Tower über die Stadt
Kuala Lumpur Indisches Viertel Luftballons
Indisches Viertel in Kuala Lumpur
Kuala Lumpur Indisches Viertel orientalische Spezialitäten
Orientalische Spezialitäten im indischen Viertel
Kuala Lumpur Indisches Viertel orientalische Süßigkeiten
Süße Leckereien
Kuala Lumpur Zoo malaysische Tiger
Malaysische Tiger im Zoo von Kuala Lumpur
Kuala Lumpur Zoo Löwen
Löwen im Zoo
Kuala Lumpur Zoo Orang Utans
Orang Utans im Zoo
Kuala Lumpur Zoo Orang Utan
Orang Utan
Kuala Lumpur Zoo Flamingos
Flamingos
Kuala Lumpur Zoo Besucher füttern Elefant
Elefant im Zoo Negara
Kuala Lumpur Aquaria KLCC Hai
Hai im Aquaria KLCC
Kuala Lumpur KLCC Fische
Fische im Aquarium
Kuala Lumpur Batu Caves goldene Statue
Hindu-Tempel in den Batu Caves
Kuala Lumpur Batu Caves Affe
Freche Affen vor dem Eingang zu den Batu Caves
Kuala Lumpur Batu Caves innen
In den Batu Caves
Kuala Lumpur Batu Caves innen Priester
Priester in den Batu Caves
Kuala Lumpur Batu Caves Hindu Gottheit
Hinduistische Gottheit am Ausgang der Batu Caves
Kuala Lumpur U-Bahn Jugendliche mit Handy
Jugendliche mit Smartphones und Tablet in der U-Bahn

Reportagen (Radio hr4, 01.02.2014):

DIE LÄNGSTEN ZWILLINGE DER WELT

Kuala Lumpur: im Höhenrausch der Petronas Twin Towers

Kuala Lumpur Petronas Towers von unten
Titelfoto: Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur

                 

 

Bei ihrer Fertigstellung 1996 waren sie mit ihren jeweils 452 Metern die höchsten Gebäude der Welt. Sie übertrafen damit sogar das World Trade Center in New York. Heute rangieren die Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur nur noch auf Rang 5. Aber wenn man sie übereinander stapeln würde, wären sie immer noch weit höher als die aktuelle Nummer 1, der Burj Khalifa in Dubai mit seinen 828 Metern. Zwei imposante Denkmäler hat sich der malaysische Ölkonzern Petronas da selbst gesetzt. Wie startbereite Mondraketen ragen die Zwillingstürme in den Himmel der Hauptstadt und stellen all die anderen Wolkenkratzer drum herum in den Schatten. Eine Fahrt hinauf zum Aussichtsdeck im 86. Stock ist deshalb eine Pflichtaufgabe für alle Malaysia-Reisenden. Aber nur 1.400 Besucher pro Tag dürfen den Expresslift besteigen. Vor allem an Wochenenden und Feiertagen sind die langen Zwillinge oft ausgebucht. Wer den Höhenrausch erleben will, muss also kräftig Gas geben.

Kuala Lumpur Petronas Towers Eingang außen
Vor dem Eingang zu den Petronas Twin Towers
Kuala Lumpur Petronas Towers Eingang Gruppenfoto
Zwillingstürme immer ein beliebter Hintergrund für ein Familienfoto
Kuala Lumpur Petronas Towers Blick nach oben
"Wolkenkratzer"
Kuala Lumpur Petronas Towers Deck 41
Willkommen im 41. Stock
Kuala Lumpur Petronas Towers Skybridge Ausblick
Ausblick von der Skybridge zwischen den beiden Türmen
Kuala Lumpur Petronas Towers Deck 86
Im 86. Stock
Kuala Lumpur Petronas Towers Grußwort Premierminister
Premierminister bezeichnet Petronas Towers als "Stolz der malaysischen Nation"
Kuala Lumpur Petronas Towers Deck 86 Ausblick
Ausblick vom 86. Stock
Kuala Lumpur Petronas Towers Parkgelände
Parkanlage zu Füßen der Petronas Twin Towers
Kuala Lumpur Petronas Towers Wasserspiele
Wasserspiele zu Füßen der Türme
Kuala Lumpur Petronas Towers buddhistische Mönche
Auch diese Mönche waren dem Himmel ganz nah
Kuala Lumpur Bank Simpanan National
Straßenschlucht am Fuße der Petronas Twin Towers
Kuala Lumpur Petronas Towers Blick vom Fernsehturm
Blick vom Fernsehturm Menara Kuala Lumpur auf Skyline und Petronas Twin Towers
Kuala Lumpur Petronas Towers Nachtaufnahme
Petronas Twin Towers bei Nacht

Reportage (Radio hr4, 01.02.2014):

Originalton 2:51

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

[Geräusch: Formel-1-Rennen]

In der großen Halle hinter dem Eingang hängt unübersehbar ein silberner Formel-1-Bolide. Richtig, Petronas mischt auch im Rennsport mit. Zuletzt standen Lewis Hamilton und Nico Rosberg unter Vertrag. Sind das nicht die, die Sebastian Vettel nur von hinten kennen? Aber wir wollen nicht lästern. Lieber noch schnell ein Ticket ergattern, ehe heute nichts mehr geht.

[Atmo: Durchsage]

Glück gehabt, für Viertel nach 2 noch einen Fahrschein erwischt. Dann also Start frei!.

[Atmo: Fahrstuhl]

Fast lautlos setzt sich der Fahrstuhl in Bewegung. Zu sanfter Kaufhausmusik geht's im Formel-1-Tempo nach oben. Eine Sekunde pro Etage. Nach genau 41 Sekunden stoppt der Expresslift im 41. Stock.

[Atmo: Menschen auf der Skybridge]

Alles aussteigen. Hier geht's lang zur so genannten Skybridge. Das ist die 58 Meter lange Verbindungsbrücke zwischen den beiden Türmen. Etwa auf Hüfthöhe kettet sie die Zwillinge aneinander.

Schon von hier ist die Aussicht phänomenal. Die meisten anderen Wolkenkratzer erreichen kaum die 170 Meter der Skybridge. Man könnte ihnen also quasi aufs Dach spucken.

Aber es geht noch höher hinaus. Wieder hinein in den Fahrstuhl, und ab geht die Post rauf bis in den 86. Stock.

Kuala Lumpur Petronas Towers Foyer Rennwagen
Rennwagen in der Eingangshalle
Kuala Lumpur Petronas Towers Skybridge innen
Skybridge
Kuala Lumpur Petronas Towers Observation Deck Ausblick
Aussicht vom Observation Deck

[Atmo:]
"Hello, welcome to Petronas Twin Tower Observation Deck..."

Ein freundlicher junger Mann in schwarzer Dienstkleidung heißt uns Neuankömmlinge willkommen. Das Aussichtsdeck, teilt er mit, liegt auf 370 Metern über Grund. Eine gute Viertelstunde haben wir Zeit, das Panorama zu genießen.

50 Kilometer weit kann man schauen bei klarer Sicht. So weit reicht der Blick heute nicht, dennoch liegt uns ganz Kuala Lumpur zu Füßen. Eine Miniaturwelt, geradezu irreal.

Großflächige Fotos der Zwillinge lassen noch einmal die Ästhetik der Architektur bewusst werden. Die fast kreisrunde Form, die sich nach oben hin verjüngt und dann in zwei schlanke Antennenmasten mündet. Kein Zweifel: Es sind nicht nur die längsten Zwillingstürme der Welt, sondern auch die schönsten.

Auf einer Schautafel an der Wand wird der Premierminister zitiert:
"Als eine international bekannte Sehenswürdigkeit sind die Petronas Twin Towers der Stolz der malaysischen Nation. Sie symbolisieren den Mut, die Erfindungsgabe, Entschlossenheit, Energie, das Selbstvertrauen, den Optimismus, Fortschritt und Tatendrang der Nation. Sie werden allen Malaysiern weltweite Anerkennung und Respekt verschaffen."

[Atmo: Fahrstuhl]

Viel zu schnell ist das Viertelstündchen um. Dann geht's diesmal ohne Zwischenstopp auf einen Rutsch nach unten. Wieder im Formel-1-Tempo. Nach genau 86 Sekunden erreichen wir die Ziellinie. Die reale Welt, sie hat uns wieder.

 

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AFFENPARK UND FISCHBASSIN

Kuala Lumpur: die "Hot Spots" von deutschen Zuwanderern

Kuala Lumpur Familie Thome
Titelfoto: Familie Thomé vor ihrem Haus in Kuala Lumpur

                       

 

Kuala Lumpur ist nicht nur eine sehenswerte, sondern auch eine lebenswerte Stadt. Diese Erfahrung hat zumindest Familie Thomé gemacht, seit sie im Sommer 2012 von Mainz in die malaysische Hauptstadt umgezogen ist. Vater Peter arbeitet dort als Chemielehrer an der Deutschen Schule, Mutter Nicole gibt Flötenunterricht, die Kinder Simon und Marie besuchen die vierte bzw. die erste Klasse. Die Thomés leben in einem hübschen Häuschen mit Swimmingpool im ruhigen Vorort Taman Tun, und sie fühlen sich pudelwohl in ihrer neuen Heimat. Zwar kennen die Zuwanderer längst noch nicht sämtliche Ecken der Millionenmetropole, aber ihre ganz persönlichen "hot spots" haben alle vier schon gefunden. Und sie zeigen ihre Lieblingsplätze gerne vor – Kuala Lumpur, wie es so in keinem Reiseführer steht.

Kuala Lumpur Park Mont Kiara Tauben
Marie Thome im "Affenpark" Mont Kiara
Kuala Lumpur Mont Kiara Warnung vor Affen
Vorsicht Affen! Nicht füttern!
Kuala Lumpur Marie Thome mit Affe
Marie mit Makak
Kuala Lumpur Mont Kiara Park Makake
Makak im Mont Kiara Park
Kuala Lumpur Königspalast Simon Thome Marie Thome
Simon und Marie Thomé vor dem Tor zum Alten Königspalast
Kuala Lumpur Alter Königspalast
Der Alte Königspalast
Kuala Lumpur Neuer Königspalast von fern gezoomt
Der Neue Königspalast
Kuala Lumpur Pasar Seni Familie Thome
Familie Thomé im Zentralmarkt Pasar Seni
Kuala Lumpur Pasar Seni Stoffe
Nach Herzenslust herumstöbern
Kuala Lumpur Pasar Seni Gefäße
Zentralmarkt Pasar Seni
Kuala Lumpur Einkaufszentrum One Utama innen
Einkaufsmeile "1 Utama"
Kuala Lumpur One Utama Garküche
Lecker speisen in der "1 Utama"
Kuala Lumpur 1 Utama Essenszubereitung
Essen wird direkt vor den Augen der Gäste zubereitet
Kuala Lumpur Nicole Thome Marie Thome
Auch Nicole und Marie Thomé lassen es sich schmecken
Kuala Lumpur Petronas Towers Familie Thome
Die Thomés vor den Petronas Twin Towers
Kuala Lumpur Simon Thome Marie Thome
Simon und Marie am Swimming-pool vor ihrem Haus
Kuala Lumpur Marie Thome Hängematte
Marie schaukelt in der Hängematte
Kuala Lumpur Nicole Thome Peter Thome
Nicole und Peter Thomé beim abendlichen Umtrunk in einer Bar hoch über der Stadt

Reportage (Radio hr4, 01.02.2014):

Originalton 2:57

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

Den Anfang macht das Nesthäkchen der Familie: Marie Thomé geht am liebsten in den Mont Kiara Park. Hier gibt es noch naturbelassenen Regenwald – mit "Affengarantie", wie die Sechsjährige vollmundig verkündet. Doch dann tritt der typische Vorführeffekt ein. Zunächst kein Äffchen weit und breit:

[Atmo: Marie und Nicole Thomé:]
"Hier gibt’s gar keine Affen." – "Doch, hier gibt’s Affen! Ich hab schon immer hier Affen gesehen." – "Kannst du sie mal anlocken, Marie? Kannst du mal Affengeräusche nachmachen?" – "Uh uh ah!"

Und das scheint zu helfen. Plötzlich eine ganze Makakenfamilie auf einem Baum direkt am Wegesrand.

[Atmo-Ton Nicole Thomé:]
"Affen! Sag' ich doch: Affengarantie!"

Und als Marie ihr mitgebrachtes Weißbrot aus der Tasche holt, werden es immer mehr. Aber Mutter Nicole mahnt zur Vorsicht.

[O-Ton Nicole Thomé:]
"Die sind ganz schön dreist. Die haben einer Freundin von uns schon mal das Eis aus der Hand gerissen oder einfach die Rucksäcke aufgemacht und irgendwie eine Schlappe rausgenommen und festgestellt, das ist nix Gutes zum Essen und dann vom Baum wieder runtergeschmissen auf die Leute drauf."

Kuala Lumpur Mont Kiara Park Nicole Thome Marie Thome
Marie und Nicole Thomé im Park
Kuala Lumpur Mont Kiara Park Affe auf Baum
Makak auf einem Baum
Kuala Lumpur Mont Kiara Park Affenmutter mit Baby
Affenmutter mit Baby

Befragt nach seinem Lieblingsplatz, fällt dem zehnjährigen Simon spontan gar nichts ein. Eigentlich ist alles toll, findet er. Erst nach längerem Nachdenken entscheidet er sich für den ehemaligen Königspalast. Der kann besichtigt werden, seitdem Sultan Abdul in ein neues Domizil umgezogen ist. Simon Thomé beeindrucken besonders die Wachsoldaten vor dem Tor:

[O-Ton Simon Thomé:]
"Also die stehen ganz still da und bewegen sich nicht von der Stelle, wenn sie das können, und die zwinkern auch nur einmal pro drei Stunden mit den Augen." – "Was passiert jetzt, wenn du hingehst und sagst, du möchtest ein Foto machen?" – "Dann gehen sie zwei, drei Schritte raus und dann kannst du dich neben die stellen und dann kannst du ein Foto machen."

Nicole Thomé geht am liebsten in den Zentralmarkt Pasar Seni. Ohne von allzu aufdringlichen Händlern belästigt zu werden, kann sie dort nach Herzenslust herumstöbern.

[O-Ton Nicole Thomé:]
"Es gibt unglaubliche Sachen hier – Schiffe aus Silber, irgendwelche Bongotrommeln, alte Holzsachen, Schmuck und für die Kinder irgendwelchen Spielkrempel. Hier gibt's alles Mögliche."

Am allerliebsten mag sie das Fischbassin, in dem man seine Füße baumeln lassen kann, während kleine Doktorfische dran herumknabbern.

[O-Ton Nicole Thomé:]
"Das kitzelt so! Uns werden die Füße abgegessen. Ich habe Hunderte von Fischen an meinen Füßen, die essen die alte Haut, und danach sind die Füße wie Babypopo."

Kuala Lumpur Alter Königspalast Simon Thome Wachmann Marie Thome
Simon und Marie vor dem Königspalast
Kuala Lumpur Pasar Seni Doktorfische
Doktorfische
Kuala Lumpur 1 utama Peter Thome
Peter Thomé in der Mall "1 Utama"

Lieber noch geht Vater Peter Thomé in die angeblich größte Shopping Mall Südostasiens, "1 Utama". Allerdings weniger zum Einkaufen als zum Essen. Besonders angetan hat es ihm ein Stand, wo die Speisen direkt vor den Augen der Gäste zubereitet werden.

[O-Ton Peter Thomé:]
"Man kriegt hier meistens irgendwie Hähnchen oder Rind oder Lachs gebraten auf dieser heißen Herdplatte. Dazu wird Gemüse gereicht, also Sprossen oder auch so 'ne Art Spinat – das ham mer noch nicht ganz durchblickt, was das für 'ne Pflanze ist – und vor allem Reis natürlich, was ja in Asien die Hauptnahrung überhaupt ist."

Und das Ganze nicht mal allzu scharf, deshalb auch europäischen Mägen bedenkenlos zuzumuten. Na, also dann: Guten Appetit! Oder wie es auf malaiisch heißt: Selamat makan!

 

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TIGERSUCHE IM TIGERSTAAT

Taman Nagara: Nachtsafari im Dschungel des Nationalparks

Kuala Lumpur Zoo Malaysischer Tiger
Titelfoto: Malaysischer Tiger im Zoo von Kuala Lumpur

                       

 

Malaysia wird oft als "Tigerstaat" bezeichnet – weniger jedoch wegen seiner gestreiften Raubkatzen als vielmehr wegen seiner boomenden Wirtschaft. Dabei ist der Malaysische Tiger sogar als eigene Unterart anerkannt. Aber die letzten wild lebenden Exemplare werden in manchen Regionen gnadenlos gejagt. Zudem ist ihr Lebensraum zunehmend bedroht. Urwälder müssen weichen wegen der begehrten Tropenhölzer, um Bodenschätze abzubauen oder um Ölpalmplantagen anzulegen. Trotzdem gibt es auf der malaiischen Halbinsel noch etwa 250 wilde Tiger. Eines ihrer letzten Rückzugsgebiete ist der Taman Negara, ältester Nationalpark des Landes und zugleich ältester Urwald der Welt. Dort werden geführte Nachtsafaris angeboten, und da Katzen nachtaktive Tiere sind, sollte es doch möglich sein, einen echten Malaysia-Tiger zu Gesicht zu bekommen. Oder etwa nicht?

Malaysia Sungai Tembeling Kuala Tahan
Blick von der Lodge Mutiara Taman Negara über den Fluss Sungai Tembeling auf das Dorf Kuala Tahan
Malaysia Mutiara Taman Negara Hütten außen
Gästehütten in der Lodge Mutiara Taman Negara
Malaysia Mutiara Taman Negara Hütten innen
Gemütlich eingerichtete Gästehütten
Malaysia Taman Negara Hängebrücke
Wanderung über Hängebrücken von Baumwipfel zu Baumwipfel
Malaysia Taman Negara Baumwipfelpfad Sungai Tembeling
Ausblick vom Baumwipfelpfad auf den Fluss Sungai Tembeling
Malaysia Taman Negara Vegetation
Üppige Vegetation Vol. 1
Malaysia Taman Negara Bananenstaude
Üppige Vegetation Vol. 2
Malaysia Taman Negara weiße Blume
Üppige Vegetation Vol. 3
Malaysia Taman Negara violette Blume
Üppige Vegetation Vol. 4
Malaysia Taman Negara rote Scheinblüte
Üppige Vegetation Vol. 5

Reportage (Radio hr4, 01.02.2014):

Originalton 2:51

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

[Atmo: zirpende Grillen]

In Afrika hab' ich Löwen gesehen, Leoparden und Geparde. Aber die leben in offener Savanne, deshalb sind sie leichter auszumachen als der malaysische Tiger. Auch hier im Taman Negara gehört offenbar viel Glück dazu. Hansah, mein Guide bei der Nachtsafari, dämpft jedenfalls die Erwartungen:

[O-Ton Hansah:]
"In the park is, we have tiger ...
Im Park gibt es Tiger, aber der Nationalpark ist ein dichter Urwald, und die Tiger kommen lieber in die Plantagen, wo Menschen in der Nähe sind, die Tiere halten, Kühe oder Büffel. Die sind leichter zu jagen als die Wildtiere im Dschungel. Trotzdem sehen wir ab und zu welche im Park, zumindest ihre Fußspuren. Tiger sind schlau, die können sich gut verstecken.
... they know how to protect themselves because they are still hiding."

Einen leibhaftigen Tiger hat er zuletzt vor sechs Jahren gesehen, erzählt er, Fußspuren allerdings immer mal wieder, vor allem früh morgens, wenn es geregnet hat, sind sie gut zu erkennen. Angst einem zu begegnen hat er kaum.

[O-Ton Hansah:]
"Actually, I know this is dangerous but I believe …
Eigentlich weiß ich, dass es gefährlich ist, weil Tiger clever sind, sie greifen von hinten an, besonders wenn wir wegrennen. Wenn ich allein bin, hab ich mehr Angst, aber bei zwei Leuten oder mehr, macht es mir nichts aus.
… myself, I don't care."

Malaysia Taman Negara Tiger Safari
Guide mit Taschenlampfe vorneweg
Malaysia Taman Negara Tarantel
Tarantel
Malaysia Taman Negara Schabrackentapir
Halbzahmer Tapir

Trotzdem ist es schon ein wenig unheimlich in der Dunkelheit. Hansah geht mit der Taschenlampe voran. Ich bleibe dicht dahinter. Zuerst führt er mich zu einer Art Hochstand mitten im Dschungel. Von oben entdecken wir mehrere Rehe, die auf einer Lichtung friedlich grasen. Hier seien auch schon Elefanten, Tapire, Wildbüffel und sogar Tiger gesichtet worden. Heute allerdings: Fehlanzeige.

Als wir unsere Wanderung fortsetzen, stoßen wir dank Hansahs untrüglichem Spürsinn auf allerlei Insekten, vor allem handtellergroße bunte Nachtfalter und goldglänzende Käfer. Auch mehrere Spinnen leuchtet er an. An einem Baumstamm hoch über uns sitzt ein besonders fettes und haariges Exemplar.

[O-Ton Hansah:]
"This is what we call tarantula but here we call it bird eating spider ...
Das ist eine Tarantel, aber wir nennen sie Vogelspinnen, weil sie kleine Vögel fressen und selbst wiederum von großen Vögeln gefressen werden. Sie sind sehr giftig, ihr Biss kann töten. Aber sie sind auch sehr ängstlich und vorsichtig. Sie halten sich immer in der Nähe von Baumhöhlen oder Erdlöchern auf, damit sie sich verstecken können.
… because they scary for hiding."

Gut versteckt haben sich in dieser Nacht auch die Tiger. Nicht mal eine Fußspur können wir entdecken. Stattdessen läuft uns ausgerechnet auf dem Hotelgelände am Ende unserer Wanderung eine Rotte Wildschweine über den Weg. Und direkt vor meiner Hütte hat sich ein halbzahmer Tapir schlafen gelegt.

Aber um tatsächlich noch einen Malaysischen Tiger zu sehen, muss ich wohl in den Zoo gehen.

 

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MINARETT UND RÄUCHERSTÄBCHEN

George Town: das Unesco-Welterbe von Penang

Penang George Town Khoo Kongsi Nachtaufnahme
Titelfoto: Chinesischer Tempel Khoo Kongsi in George Town

                    

 

Wenn Malaysia als Ganzes ein Schmelztiegel der Kulturen ist, so gilt das in besonderem Maße für George Town auf der Insel Penang. Der englische Name deutet schon auf den kolonialen Ursprung der Stadt hin. Sie wurde im 18. Jahrhundert von Briten gegründet, um die Vorherrschaft über die Straße von Malakka zu gewinnen. Dieser Seeweg zwischen Sumatra und der malaiischen Halbinsel war strategisch wichtig für den Ostindien-Handel. Im Sog der Briten strömten vor allem Malaien, Chinesen und Inder in die aufstrebende Hafenstadt und bilden bis heute ein kunterbuntes Kulturgemisch auf engstem Raum. 2008 wurde die ethnische Vielfalt von George Town als Unesco-Welterbe geadelt. Und nirgendwo wird sie deutlicher als in der "Jalan Masjid Kapitan Keling", einer Straße im Zentrum, in der alle großen Weltreligionen vertreten sind – Minarett und Räucherstäbchen quasi Tür an Tür in friedlicher Eintracht. Diese Straße ist auch Startpunkt unseres Rundgangs.

Penang George Town Blick über Dächer
Blick über die Dächer von George Town
Penang George Town Tempel Göttin der Barmherzigkeit außen
Im Tempel der Göttin der Barmherzigkeit
Penang George Town Kapitan Keling Moschee innen
In der Kapitan-Keling-Moschee
Penang George Town Kapitan Keling Moschee Besucherinnen mit Kapuzen
Frauen müssen Kapuzenmäntel tragen in der Moschee
Penang George Town Sri Mariyamman Totale
Hindu-Tempel Sri Mariyamman
Penang George Town Sri Mariyamman Ganesh
Elefanten-Gottheit Ganesh an der Fassade des Hindu-Tempels
Penang George Town Indisches Viertel
Herr Ooi im indischen Viertel
Penang George Town St. George's Church innen
In der anglikanischen Sankt-Georgs-Kirche
Penang George Town Khoo Kongsi Altar
Im Tempel Leong San Tong Khoo Kongsi
Penang George Town Eastern and Oriental Hotel außen
Das altehrwürdige Eastern & Oriental Hotel
Penang George Town Eastern and Oriental Hotel Personal
Hoteldiener und Rikschafahrer vor dem E & O
Penang George Town Eastern and Oriental Hotel Foto Karl May
Karl May war auch schon Gast im E & O ...
Penang George Town Eastern and Oriental Hotel Foto Hermann Hesse
... ebenso wie Hermann Hesse
Penang George Town Queen Victoria Memorial Clock Tower
Queen Victoria Memorial Clock Tower
Penang George Town Deutscher Kulturerbe Pfad Schild
Deutscher Kulturerbe-Pfad
Penang George Town Pfahlbauten
Pfahlbauten am Hafen
Penang George Town Padang Kota Lama Food Court orientalische Spezialitäten
Orientalische Köstlichkeiten im Padang Kota Lama Food Court an der Uferpromenade
Penang George Town Uferpromenade Mädchen mit Kopftüchern
Muslimische Mädchen an der Uferpromenade
Penang Kilat Beach Fußballspieler
Strandvergnügen am Kilat Beach Vol. 1
 Penang Kilat Beach Badende
Strandvergnügen am Kilat Beach Vol. 2
Penang Kilat Beach Jet Ski
Jet-Ski-Vergnügen am Kilat Beach
Penang Hill Bergbahn Talstation
Penang-Bergbahn zum Penang Hill
Penang Hill Blick aus Bergbahn ins Tal
Fahrt mit der Standseilbahn zum Penang Hill
Penang Hill Panorama
Aussicht vom Penang Hill auf George Town
Penang Hill Sri Aruloli Thirumuragan außen
Hindu-Tempel Sri Aruloli Thirumuragan auf dem Penang Hill

Reportage (Radio hr4, 01.02.2014):

Originalton 2:57

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

[Atmo: Buddha-Tempel]

Chinesische Klänge, ein Duft nach Räucherstäbchen. Wir stehen vor dem Tempel der Göttin der Barmherzigkeit. Ich bin unterwegs mit Ooi Hong Leong. Seine Familie stammt aus China. Er selbst wurde in Penang geboren, hat in München studiert und ist im Vorstand der Malaysisch-deutschen Gesellschaft. Mit dem buddhistischen Tempel verbinden ihn viele Erinnerungen.

[O-Ton Ooi Hong Leong:]
"In meiner Kindheit haben meine Eltern mich oft hierher gebracht. Das war gewissermaßen eine Qual für uns, denn Sie sehen, es gibt sehr viel Rauch und die Augen werden wässrig. Meine Mutter war eine Anhängerin der Göttin der Barmherzigkeit, und immer vor Prüfungen und anderen wichtigen Anlässen haben die uns hierher gebracht, damit wir um Erfolg und Sicherheit beten konnten." – "Hat's geholfen?" – "Doch (lacht)."

 Penang George Town Tempel Räucherstäbchen
Tempel der Göttin der Barmherzigkeit
Penang George Town Ooi Hong Leong
Deutsch-Malaysier Ooi Hong Leong
Penang George Town Kapitan Keling Moschee außen
Kapitan-Keling-Moschee

[Atmo: Moschee]

Nur ein paar Meter die Straße runter klingt es ganz anders. In der Kapitan-Keling-Moschee haben sich Muslime zum Gebet versammelt. Vom Minarett ruft mehrmals täglich der Muezzin. Außerhalb der Gebetszeiten kann das islamische Gotteshaus besichtigt werden.

[O-Ton Ooi Hong Leong:]
"Diese Moschee war ja die Hauptmoschee im Penang-Staat, bevor die Staatsmoschee in Green Lane gebaut wurde, und ist architektonisch auch sehr schön, und die Nähe zum chinesischen Tempel und christlichen Kirche als auch ein indischer Tempel zeugt von der Moderation in Religion, die immer noch in Penang lebt."

Der Hindu-Tempel, den Herr Ooi angesprochen hat, ist wiederum nur einen Steinwurf entfernt. Die vielen Figuren, mit denen der Tempel geschmückt ist, stellen indische Gottheiten dar.

[O-Ton Ooi Hong Leong:]

"Ich sehe ganz oben den Elefantengott Ganesh, und diese Frau, die auf dem Pfau sitzt, vielleicht ist das Frau von Shiva. Ich bin mir nicht ganz sicher, denn ich bin kein Hindu."

Penang George Town Tempel Mariyamma Detail
Hinduistischer Mariyamman-Tempel
Penang George Town Laden im Indischen Viertel
Indisches Viertel
Penang George Town St. George's Church außen
Anglikanische St. George's Church

[Atmo: indische Musik]

Besser kennt er sich im angrenzenden indischen Viertel aus. Hier ist es lauter, hier ist es bunter, hier kann man vor allen Dingen lecker essen gehen – auch als malaysischer Chinese.

[O-Ton Ooi Hong Leong:]
"Wir essen gerne Indisches. Die Currys und das Knabberzeug, die sind bei allen beliebt."

Aber George Town wäre nicht George Town ohne sein europäisches Erbe. Herr Ooi zeigt mir die anglikanische Sankt-Georgs-Kirche, das alte britische Fort Cornwallis und quasi als Höhepunkt das Eastern & Oriental Hotel. Es gilt als erstes Haus am Platz. Schon zu Queen Victorias Zeiten stiegen hier die Reichen und Berühmten ab:

[O-Ton Ooi Hong Leong:]
"Das E & O Hotel ist ein Symbol der alten Kolonialzeit. Das Hotel wurde von zwei Armeniern, den Gebrüdern Sarkis, gegründet und wurde sehr schnell zu einem berühmten Hotel, und in der Zeit der alten Schifffahrt war dieses Hotel ein Muss für jeden, der etwas von sich hielt."

Eine Fotosammlung im Foyer zeigt: Auch Karl May und Hermann Hesse waren schon zu Gast. Eines Tages vielleicht werde ich ihrem Beispiel folgen – eines Tages, wenn ich mal reich und berühmt bin.

 

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SO LANDESTYPISCH WIE PREISGÜNSTIG

Malakka: zu Gast im "Home Stay" von Familie Koe

Melaka Apa Kaba Home Stay Kenny Koe
Titelfoto: Apa Kaba Home Stay in Malakka

                     

 

Wer weder reich noch berühmt ist und sich kein Luxus-Hotel wie das Eastern & Oriental leisten kann, für den gibt es in Malaysia genügend preisgünstige Alternativen. Auch eine besonders landestypische, die so genannten "Home Stays". Das sind Unterkünfte in Privathäusern, die vor allem bei einheimischen Urlaubern beliebt sind, aber auch zunehmend bei ausländischen Touristen. Die Preise schwanken zwar enorm, je nach Ausstattung – das geht bei umgerechnet einem Euro pro Nacht los und kann bis zu 150 Euro kosten, aber schon für 10 bis 20 Euro bekommt man in aller Regel ein sauberes Zimmer mit Dusche/WC und Klimaanlage. So auch im "Apa Kaba Home & Stay" von Malakka (malaiisch: Melaka). Das Haus der Familie Koe in der ehemaligen portugiesischen, holländischen und britischen Kolonie ist zum Anlaufpunkt für Besucher aus aller Welt geworden. Sie erhalten dort Einblicke in die vielfältige malaysische Kultur und erleben eine herzliche Gastfreundschaft, wie sie kein Fünf-Sterne-Hotel garantieren kann.

Melaka Menara Taming Sari Ausblick
Blick auf Malakka vom Aussichtsturm Menara Taming Sari
Melaka Flor de Mar Menara Taming Sari von unten
Portgiesisches Schiff "Flor de la mar" und Aussichtsturm Menara Taming Sari
Melaka Statue Francisco de Xavier
Denkmal des Hl. Franz Xaver auf dem St. Paul's Hill
Melaka St. Paul's Church Grabstein auf Niederländisch
Grabstein mit holländischer Inschrift in der St. Paul's Church
Melaka Holländisches Quadrat
Holländisches Quadrat
Melaka Christuskirche außen
Christuskirche am holländischen Quadrat
Melaka Chruch of St. Francis Xavier außen
Franz-Xaver-Kirche
Melaka St. Peters's Church außen
Peterskirche
Melaka Bootsfahrt Japanische Fernsehmoderatorin
Bootsfahrt auf dem Malakka-Fluss
Melaka River Bootsfahrt bunte Fassaden
Auf der Bootsfahrt
Melaka River Bootsfahrt bunte Fassaden
Bunt bemalte Fassaden am Malakka-Fluss
Melaka Villa Sentosa außen
Villa Sentosa - traditionelles malaiisches Haus
Melaka Villa Sentosa innen
In der Villa Sentosa
Melaka Villa Sentosa Führung
Traditionelle malaiische Gewänder
Melaka Fahrrad Rikscha
Fahrrad-Rikscha
Melaka Jonker Street Nachtaufnahme
Ausgehmeile Jonker Street
Melaka Jonker Street Garküche
Garküche in der Jonker Street
Melaka Jonker Street Ruih Lobak Radish Cake
Leckeres in der Jonker Street
Melaka Mädchen mit Kopftuch
Malaysische Jugend Vol. 1
Melaka hübsches Mädchen mit Kopftuch
Malaysische Jugend Vol. 2
Melaka kleiner Junge mit Hut
Malaysische Jugend Vol. 3
Melaka junge Frauen mit Motorroller
Malaysische Jugend Vol. 4

Reportage (Radio hr4, 01.02.2014):

Originalton 2:22

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

[Atmo: Hahnenschrei]

Im Garten laufen Hühner und Enten herum, es gibt eine überdachte Veranda mit gemütlicher Sitzecke. Das "Apa Kaba Home & Stay" ist in traditionellem malaiischen Stil erbaut: auf Stelzen und ganz aus Holz. Die vier Schlafräume gruppieren sich um einen großen Gemeinschaftsraum. Nachdem ich, wie es hier üblich ist, am Eingang die Schuhe ausgezogen habe, zeigt mir Corrine Yong, die Chefin des Hauses, mein Zimmer:

[O-Ton Corrine Yong:]
"This room has got two twin beds, air con and bathroom attached ...
Dieser Raum hat zwei Doppelbetten, Air Condition und ein Bad. Alles Nötige ist vorhanden. Nur auf den  Fernseher haben wir bewusst verzichtet, damit die Gäste ihre Zeit draußen verbringen. Wenn es einen Fernseher gibt, bleiben Sie im Zimmer.
… you will stay in the room."

Ein Home Stay ist eben kein gewöhnliches Hotel. Die Gäste sollen sich nicht verkriechen, sondern am Leben ihrer Gastgeber teilhaben.

[O-Ton Corrine Yong:]
"We will treat you like one of our members of the family ...
Wir behandeln Sie wie ein Mitglied unserer Familie. Zum Beispiel, wenn wir Geburtstag feiern. Mein Mann und ich sind Katholiken, mein Sohn ist Moslem. Deshalb feiern wir drei oder vier Feste im Jahr. Oder am Chinesischen Neujahrsfest, da  feiern wir draußen und laden alle Gäste dazu ein.
... we all invite them to join us."

Melaka Apa Kaba Home Stay Zimmer
Zimmer im Apa Kaba Home & Stay
Melaka Apa Kaba Home Stay Corrine Koe und Samuel Koe
Corrine Yong mit Ehemann Samuel Koe
Melaka Uhrturm
Zentrum von Malakka mit Uhrturm

Zum Selbstverständnis der Familie Koe gehört auch, dass sie ihren Gästen auf Wunsch die Sehenswürdigkeiten von Malakka zeigt. Die Stadt wurde ebenfalls zum Weltkulturerbe erklärt. Sie hat eine einzigartige Kolonialgeschichte aufzuweisen. Kenny Koe, der Sohn des Hauses, übernimmt gerne eine Privatführung.

[O-Ton Kenny Koe:]
"Basically we are on the St. Paul’s Hill …
Hier stehen wir auf dem St. Paul’s Hill. Da haben wir ein Denkmal des Heiligen Franz Xaver, der Jesuitenpriester, der den katholischen Glauben verkündet hat. Hier gibt’s auch einen Leuchtturm und die Ruine einer alte Kirche, die St. Paul’s Church. Bevor die Portugiesen kamen, stand auf dem Hügel wahrscheinlich ein malaiischer Sultanspalast, der dann zerstört wurde. Jetzt gehen wir mal in die Kirche rein, dann siehst du noch mehr.
... more about St. Paul's Church. Come, let's go."

Im Innern der Ruine finden wir jede Menge Grabsteine, teils noch mit portugiesischer Inschrift, größtenteils aber mit holländischer aus späterer Zeit. Am Fuße des Hügels zeigt mir Kenny ein weiteres Relikt aus Malakkas bewegter Vergangenheit.

Melaka St. Paul's Church innen
Ruine der St. Pauls Church
Melaka Porta de Santiago
Porta de Santiago
Melaka River Ausflugsboot
Bootstour auf dem Melaka River

[O-Ton Kenny Koe:]
"So we are one of the remaining entrances to the old Portuguese fort …
Wir stehen hier vor den Überresten eines Tores zur portugiesischen Festung. Sie heißt Porta de Santiago. Als Sir Stamford Raffles nach Malakka kam, wollte einer seiner Kommandanten die ganze Festung zerstören, aber Raffles stoppte ihn. Deshalb blieb das Tor erhalten.
… that is why it is left today."

Weil es so viel zu sehen gibt in Malakka und wegen der freundlichen Atmosphäre, bleiben manche Gäste des "Apa Kaba" gleich mehrere Wochen. Bei Zimmerpreisen von maximal 12 Euro finanziell kein Problem. Nur so viel Zeit hat leider nicht jeder.

 

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