rolf fröhlings reisereportagen
Hard Rock Café
EINE KULT-KNEIPE EROBERT DIE WELT
Jeder kennt das Logo – ein orange-gelber Kreis mit großen Buchstaben: Hard Rock Café. Und drunter steht meist der Name irgendeiner Weltmetropole wie New York, Rio, Tokio oder der Name eines Traumreiseziels wie Bali, Maui, Acapulco. Millionen von Menschen rund um den Erdball tragen dieses Logo spazieren. Auf T-Shirts, Baseball-Kappen oder Anstecknadeln. Sie tun das freiwillig, geben sogar noch Geld dafür aus, um als wandelnde Litfasssäulen für Hard Rock Café Reklame zu laufen. Aber wofür steht das Logo eigentlich? Was steckt dahinter?
Hard Rock Café ist kein klassisches Café, sondern ein bunter Mix aus Restaurant, Café und Musik-Kneipe. HRCs findet man in allen Teilen der Welt. Sie sehen mehr oder weniger gleich aus, servieren mehr oder weniger das gleiche Essen und dudeln dazu die gleiche Mischung aus Rock und Pop. Klingt wenig aufregend, ist aber Kult. Ein Kult, der zurück reicht ins London der 70er Jahre und der inzwischen kuriose Formen und Auswüchse angenommen hat.
Reportagen (Radio hr3, 16.11.2003):
Mehr als 100 Hard Rock Cafés gibt es derzeit und ständig werden es mehr. Sie gehören einem britischen Konzern, der auch Hotels und Casinos betreibt. Vor allem in den USA. Das Original aber ist in England, genauer gesagt: in London. Und dort hat alles mal ganz klein angefangen – im Jahr 1971. Zwei hungrige amerikanische Hippies durchstreiften die Stadt auf der Suche nach einem anständigen Hamburger. Es gab keinen. Um diesen offensichtlichen Missstand zu beheben, beschlossen die beiden selbst eine Kneipe aufzumachen. Und ihr Ur-Hard-Rock-Café im Stil eines "American diner" wurde ein Hit – im wahrsten Sinne des Wortes.
Reportage (Radio hr3, 16.11.2003):
[Musik: "Hard Rock Café" von Carole King]
[Atmo: Rita Gilligan singt]
Die Kellnerin Rita Gilligan liebt diesen Song. Sie war vom ersten Tag an dabei und sie erinnert sich an Zeiten, als das ganze Personal gemeinsam die Hard-Rock-Hymne von Carole King anstimmte. Immer mittags um 12, wenn die ersten Gäste eintrudelten. Und das waren oft berühmte Musiker wie die Beatles, die Stones oder Eric Clapton. Rita hat sie alle bedient:
[O-Ton Rita Gilligan:]
"The Hard Rock was great food ...
Das Hard Rock verhieß gutes Essen, guten Service und eine gute Portion Rock’n’Roll. Hier konnten sie so richtig abhängen. Deshalb kamen sie her. Sie wollten nicht ins Ritz. Sie tranken lieber ihr Bier aus der Flasche und aßen ihren Burger aus der Hand. Hier fühlten sie sich einfach frei.
... it made them feel free."
Paul McCartney gehörte zu den Stammgästen. Extra für ihn wurde sogar die Speisekarte umgeschrieben.
[O-Ton Rita Gilligan:]
"He likes a veggie-burger ...
Er mag am liebsten 'veggie-burger', denn seine verstorbene Frau Linda war Vegetarierin, er ist auch Vegetarier. Und deshalb haben wir ihren Lieblingsburger auf die Karte gesetzt.
... their burger on the menu."
Das Hard Rock Café liegt in einer der vornehmsten Gegenden Londons: zwischen Hyde Park und Buckingham Palast. In den 70ern waren hier Smoking und Nerzmantel angesagt. Aber die jungen Hard-Rock-Wirte, Isaac Tigrett und Peter Morgan, pfiffen auf Konventionen. Die beiden Amerikaner trugen Jeans und lange Haare. Und sie hatten Ideale.
[O-Ton Rita Gilligan:]
"They openend what they called ...
Sie nannten es das erste klassenlose Restaurant. Auf der Couch da drüben kann ein Trucker neben einem Millionär oder sogar einem Milliardär sitzen und einen Burger essen. Deshalb heißt unser Motto: 'Love all, serve all'. Es ist ein großartiges Motto, und ich hab’s mir selbst zueigen gemacht seit 33 Jahren.
... in my heart for 33 years."
Inzwischen ist Rita 63, kellnert nur noch ab und zu, ansonsten arbeitet sie im Marketing. Für ihre Verdienste um das Hard Rock Café hat sie sogar einen Orden von der Queen bekommen. Denn die Kult-Kneipe entwickelte sich zum Magneten für den Tourismus. Die einstigen Hippies Isaac und Peter wurden steinreich. In den 80er Jahren gingen sie zurück in die USA, machten weitere Restaurants auf und scheffelten weitere Millionen. Dann verkauften sie an die britische Rank-Gruppe. Aber die Atmosphäre der frühen Jahre, sagt Rita, sei immer noch lebendig.
[O-Ton Rita Gilligan:]
"Today it’s a big company ...
Heute sind wir ein großer Konzern. Ich bin Botschafterin für den Konzern und bei allen Neueröffnungen dabei. Und da versuche ich den einzigartigen Geist zu vermitteln, für den wir berühmt sind.
... we're famous for, you know."
[Musik: "Hard Rock Café" von Carole King]
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Die Zeiten, als sich die Super-Stars im Hard Rock Café die Klinke in die Hand gaben, sind vorbei. Aber ihre Spuren haben sie deutlich sichtbar hinterlassen. Wände und Decken sind quasi tapeziert mit Fotos und Reliquien aller Art. Nicht nur in London, sondern in allen Hard Rock Cafés. Mehr als 80.000 Teile weltweit – angefangen von Elvis Presleys Gitarre bis hin zu Tina Turners Pelzjacke. In einem festen Turnus gehen sie auf Wanderschaft, damit alle Restaurants mal in den Genuss kommen. Die kostbarsten Stücke aber werden in einem Tresorraum in London aufbewahrt. Sehen kann man sie trotzdem, denn es gibt Führungen.
Reportage (Radio hr3, 16.11.2003):
[zum Anhören klicken: Beaky spielt auf Jimi Hendrix' Gitarre "Flying V"]
Die Gitarre ist keine geringere als die berühmte „Flying V“ von Rock-Legende Jimi Hendrix. Und der Mann, der ihr die Töne entlockt, ist kein Geringerer als Beaky von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich.
[Musik: "Stayin' With It" von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich]
Der Altrocker führt Besucher durch den Memorabilia-Tresor im Londoner Hard Rock Café. Seine eigene Gitarre steht zwar noch nicht hier, aber sonst ist fast alles da, was Rang und Namen hat:
[O-Ton Beaky:]
"We have the acoustic guitar ...
Hier haben wir die Akustik-Gitarre von Ritchie Valens, der mit Buddy Holly bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Auf dieser Gitarre komponierte er 'La Bamba' und 'Oh, Donna' als er 15 oder 16 war. Meistens vergessen die Leute ja, dass er schon mit 17 Jahren starb.
... only 17 when he passed away."
[Musik: "La Bamba" von Ritchie Valens]
Angefangen hat alles mit Eric Clapton. Er war Stammgast im Hard Rock und eines Tages hängte er seine Gitarre an die Wand hinter seinem Stamm-Barhocker. Nach dem Motto: Weg da, hier sitze ich! Dann kam Pete Townshend von The Who und machte es Clapton nach. Daraus ist eine Sammlung geworden, die jedes Museum neidisch machen könnte.
[O-Ton Beaky:]
"Most of the stuff that’s given ...
Das meiste Zeug kriegen wir auf drei verschiedene Weisen. Erstens: Die Familien der Verstorbenen stellen uns die Sachen zur Verfügung. Zweitens: Sie werden versteigert. Und drittens die lebenden Legenden. Viele berühmte Musiker finden es einfach toll, wenn ihre Gitarren im Hard Rock hängen.
... their guitars being in the Hard Rock."
Im Tresorraum sind die meisten Reliquien hinter Glas. Anschauen und fotografieren kann man sie trotzdem. Bisher wurde noch nichts geklaut. Dabei sind einige der Instrumente von unschätzbarem Wert. Beaky meint, allein die "Flying V“ von Jimi Hendrix könnte bei einer Auktion ein Vermögen einbringen.
[O-Ton Beaky:]
"A Japanese business man ...
Ein japanischer Geschäftsmann oder die größten Memorabilia-Sammler der Welt – wer weiß das schon? Ich meine, die würden bestimmt zwei oder drei Millionen Pfund zahlen. Nur um sagen zu können: Ich hab’ die Gitarre von Jimi Hendrix!
... I've got Jimi Hendrix' guitar!"
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Die Londoner Hippies Isaac Tigrett und Peter Morgan haben ihr erstes Geld mit Hamburgern und Bier verdient. Viele Hard-Rock-Wirte heutzutage verdienen hauptsächlich am Souvenir-Handel. In einigen Restaurants macht er bis zu 70 (!) Prozent des Umsatzes aus. Kaum ein Gast verlässt das Lokal ohne ein Andenken mit dem berühmten Logo + jeweiligem Städtenamen: auf Kaffeetassen, Schlüsselanhängern, Badetüchern et cetera pp. Besonders hoch im Kurs stehen Hard-Rock-Café-T-Shirts. Sie sehen cool aus, und man kann damit herrlich protzen, wo man schon überall war. Deshalb sind die T-Shirts begehrte Sammelobjekte – und so mancher scheut weder Kosten noch Mühen auf der Jagd nach immer neuen und seltenen Exemplaren. So wie Roland Leicht aus Fellbach bei Stuttgart.
Reportage (Radio hr3, 16.11.2003):
[Atmo-Ton Roland Leicht:]
"So, dann machen wir 'ne kleine Führung zu meinen Hard-Rock-Café-T-Shirts. Die liegen hier ganz langweilig im Schrank 'rum. Und wir sehen hier fünf Stapel mit Hard-Rock-Café-T-Shirts, fast nur weiße und 'n paar dunkle …"
So 120 Exemplare sind es mittlerweile aus 80 verschiedenen Städten rund um den Globus.
[O-Ton Roland Leicht:]
"Also, ich hab' vor circa elf Jahren mein erschtes Hard-Rock-Café-T-Shirt geschenkt bekommen und des war so' n hässliches blaues aus Singapur. Und da dacht' ich mir immer: so' n blaues Hard-Rock-Café-T-Shirt – alle laufen mit weißen 'rum, du muscht irgendwo 'n weißes herkriegen."
Das holt er sich in London, und danach gibt’s kein Halten mehr. Reiserouten plant Roland fortan nach der Hard-Rock-Café-Landkarte.
[O-Ton Roland Leicht:]
"Wo ich '95 in Kalifornien war, da gibt's so 7, 8 Hard Rock Cafés, isch mer halt gschwind nach Tijuana gefahren, weil’s in der Gegend war oder isch gschwind in Phoenix vorbei, wo mer normalerweise nicht vorbeikommt. So ergibt sich des halt, dass mer schon mal schaut, is 'n Hard Rock Café in der Nähe und dann nimmt mer des halt auch noch mit."
Und auch der Preiskampf am Himmel weckt neue Begierden:
[O-Ton Roland Leicht:]
"Jetzt mit Billigflieger kommt mer sowieso für 19 Euro nach Madrid, holt mer gschwind 'n T-Shirt und fliegt mer wieder heim."
Nur manchmal klappt es nicht wie geplant:
[O-Ton Roland Leicht:]
"Ich war 1999 in Kanada Skifahren. Und da ham wir uns extra 'n Skigebiet ausgesucht, wo 's auch 'n Hard Rock Café gibt, nämlich in Whistler. Wir war'n 10 Tage Skifahren, war'n 10 Tage im Hard Rock Café und 10 Tage ham sie keine T-Shirts gehabt. Die war'n einfach ausverkauft. Die gute Frau hat uns jeden Tag versprochen, morgen kommt 'ne Lieferung und am letschten Tag sind wir heimgeflogen und 'n halbes Jahr später hatte des Ding halt zu."
Aber manchmal hat er auch großes Glück – so wie beim Goldwaschen in Kalifornien:
[O-Ton Roland Leicht:]
"Ich saß da so an diesem Yuba mit meiner Pfanne und hab' versucht Gold zu suchen, dann kam der Fahrer vom United Parcel Service vorbei und des war 'n Hard-Rock-Café-T-Shirt-Sammler. Und der hat dann des Hard-Rock-Café-T-Shirt von mir gesehen von Berlin und der wollte des unbedingt haben. Und er hat mir dann versprochen, er schickt mir mal eins. Zwei Jahre kam nichts und plötzlich kamen zwei T-Shirts, total seltene – also so 'special editions' von Lake Tahoe – und des war natürlich schon toll."
Roland liebt sie alle, seine T-Shirts, aber eines ganz besonders:
[O-Ton Roland Leicht:]
"Mein Allerlieblings-T-Shirt isch des von Myrtle Beach. Des isch in South Carolina und dort hat mir des Hard Rock Café sehr gut gefallen. Des isch in Form einer Pyramide und des T-Shirt sieht dann entsprechend aus – so 'n bisschen ägyptisch un' so."
Und sein Allerlieblings-T-Shirt ist auch das einzige, das er niemals anzieht:
[O-Ton Roland Leicht:]
"Erschtens mal isch es ziemlich hübsch und die Dinger verwaschen halt mit der Zeit. Und nach Myrtle Beach werd' ich wahrscheinlich in der nächsten Zeit nicht kommen, um mir 'n neues zu kaufen, deswegen bleibt's lieber im Schrank."
Noch etwa 30 Hard Rock Cafés fehlen Roland zu seinem Glück. Aber da ständig neue eröffnet werden, hat er die Hoffnung aufgegeben, dass seine Sammlung jemals komplett wird.
[O-Ton Roland Leicht:]
"Ich bin mir ziemlich sicher, wenn ich die T-Shirts von Guam und Saipan hab', hör’ ich auf mit Sammeln, weil da kommt sicher gar nie jemand vorbei."
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HRC-T-SHIRTS
- meine persönliche Sammlung
Den "Profi" Roland Leicht werde ich vermutlich nie übertrumpfen. Dafür ist sein Vorsprung zu groß. Aber inzwischen (Stand 2024) habe ich selbst schon einige Hard Rock Cafés weltweit besucht und dort auch das eine oder andere T-Shirt bzw. Poloshirt, Sweatshirt oder Badetuch käuflich erworben. Die Andenkensammlung wächst jedenfalls kontinuierlich.
Noch bin ich nicht so weit, dass ich meine Reiseziele danach auswähle, wo es ein Hard Rock Café gibt, aber wenn ich irgendwo in einer größeren Stadt bin, prüfe ich nach, ob eines vorhanden ist. Wenn ja, sehe ich zu, dass ich dort mal vorbeischaue. Meistens kehre ich auch ein, esse einen Hamburger und/oder ein Stück Käsekuchen (mein Tipp!). Manchmal allerdings, wenn die Zeit zu knapp ist oder die Tageszeit unpassend, checke ich lediglich den Souvenir-Shop. Oft wird es dann wie bei Roland Leicht ein klassisches weißes T-Shirt, aber auch die schwarzen finde ich sehr schick. Die "special editions" dagegen sind mir häufig zu bunt. Leider ist meine gängige Größe L hin und wieder ausverkauft (wie z.B. in New York). Dann muss ich den Laden mit leeren Händen verlassen. Schade eigentlich, denn so schnell kommt man ja nicht wieder hin ...
Hier also meine persönliche HRC-Liste (* mit Kauf eines T-Shirts o.ä.) in alphabetischer Reihenfolge:
Athen (Griechenland)
Barcelona (Spanien) *
Berlin (Deutschland) *
Boston (USA) *
Brüssel (Belgien) *
Budapest (Ungarn) *
Chicago (USA) *
Dallas (USA) *
Danzig (Polen) *
Dublin (Irland) *
Frankfurt (Deutschland) *
Hamburg (Deutschland) *
Heidelberg (Deutschland)
Hollywood (USA) *
Hongkong
Honolulu (USA) *
Kapstadt (Südafrika) *
Kowloon (Hongkong) *
La Jolla (USA) *
Las Vegas (USA)
London (Großbritannien)
Malakka (Malaysia) *
Malta *
Melbourne (Australien) *
München (Deutschland) *
Myrtle Beach (USA)
New York City (USA)
Niagara Falls (Kanada)
Oslo (Norwegen) *
Peking (China) *
Penang (Malaysia) *
San Francisco (USA) *
Sevilla (Spanien) *
St. Petersburg (Russland) *
Sydney (Australien) *
Venedig (Italien) *
Wien (Österreich) *
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Auch Deutschland ist kein weißer Fleck auf der Hard-Rock-Café-Landkarte. Neben den offiziellen Restaurants in Berlin, München und Köln gibt es noch eine ganze Reihe von so genannten "renegades". Sie wurden zwar nach dem Londoner Vorbild gegründet, gehören aber nicht zur britischen Rank-Gruppe. Eines dieser "abtrünnigen" oder "freien" Hard Rocks ist das in Frankfurt am Main. Es existiert schon seit 1978 und war nach London das zweite Hard Rock Café weltweit.
Reportage (Radio hr3, 16.11.2003):
[O-Ton Uwe Pagel:]
"Das waren drei Partner, die das hier gegründet haben: Cookie Dahl, Bernd Klapproth und Mike Meixner. Die waren wohl in London in dem Hard Rock Café und haben wohl auch die damaligen Gründer vom Londoner Hard Rock Café persönlich gekannt und haben das dann einfach hier nach Frankfurt übertragen."
Uwe Pagel, der heutige Besitzer, meint, Isaac Tigrett und Peter Morgan seien sogar stolz gewesen, dass jemand ihr Kneipen-Konzept nachahmen wollte. Pagel selbst hat im Frankfurter Hard Rock als Küchenhilfe angefangen und wenige Jahre später den ganzen Laden übernommen. Dann räumte er erst mal auf und baute um:
[O-Ton Uwe Pagel:]
"Ich konnt’ ehrlich gesagt keine karierten Tischdecken mehr sehen, die wir ja damals auch hatten. Es war ja ein klassisches Hard Rock Café. Und ich wollte einfach dem Hard Rock Café ein anderes Outfit verpassen, ein eigenes Konzept geben und da ist eben das hier daraus geworden."
Er riss die Zwischendecke raus und verwandelte den Wintergarten in eine Terrasse. Das Hard-Rock-Logo über der Tür erinnert noch an das Londoner Original. Aber sonst ist vieles anders in Frankfurt. Auch die Gäste. Es kommen mehr Einheimische als Touristen. Deshalb spielt der T-Shirt-Verkauf keine große Rolle. Dafür steht das hessische Nationalgetränk Äppelwoi auf der Karte. Und noch etwas hat das Frankfurter Hard Rock, das es sonst nirgendwo gibt: Die Cocktail-Lounge Waikiki Bar.
[Musik: "Sunshine Reggae" von Laid Back]
Hier wird von der Margarita bis zur Caipirinha alles serviert, was Südseeträume weckt. Die Spezialität des Hauses ist der Mojito:
[O-Ton Barmixerin:]
"Das ist mit frischer Minze, Bourbon und Pfefferminzblätter."
Aber die Unterschiede zwischen dem "Renegade" in Frankfurt und den offiziellen Hard Rock Cafés fallen nur weit gereisten Gästen auf:
[O-Töne Gäste:]
"In Lissabon zum Beispiel kommt so 'n halber Bus aus der Wand, aber sonst eigentlich schon das Gleiche. Das Flair ist relativ gleich, allein schon durch den Namen."
"Ich war auch in den Philippinen im Hard Rock Café, in Manila, ja. Aber die hatten das Disco-Licht dabei und so noch. Die konnten auch drin tanzen, das war der Unterschied."
"Hier ist das so die Adresse, wo man hingeht, wenn man nichts zu tun hat. In Amerika machen die das so voll wichtig mit Warteschleifen und diesen Dingern, die da so blinken."
"In London sieht's ein bisschen schöner aus. Die haben viele Stücke da – Gitarren, Musikinstrumente, Bilder von Bands und so weiter. Hat mehr Atmosphäre."
Aber Hauptsache ist doch – der Geist, der "spirit", den Rita Gilligan in London beschwört, ist auch hier in Frankfurt noch zu spüren.
[O-Ton Gast:]
"Wenn hier einer 'rein kommt und is 'n netter Mensch und die Bedienung hier am Büfett sieht ihn, dann kriegt er auch umsonst 'n Apfelwein. Das is' auch das Hard Rock, auch heute noch."
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Hinweis:
Das HRC Frankfurt wurde 2007 geschlossen.
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