rolf fröhlings reisereportagen
Flensburger Förde (SLH)
DIE STADT MIT DEN VIELEN PUNKTEN
- und ihre reizvolle Umgebung
Die Flensburger Förde ist ein Produkt der letzten Eiszeit. Vor rund 12.000 Jahren schob sich ein gewaltiger Gletscher von der Ostsee tief ins Binnenland hinein. Als er sich wieder zurückzog, hinterließ er eine fjordartige Bucht, außerdem End- und Seitenmoränen, die das hügelige Landschaftsbild um die Förde herum prägen. Das Nordufer gehört seit dem Ende des 1. Weltkriegs zu Dänemark, das Südufer zu Deutschland, genauer: zu Schleswig-Holstein. Dort, am schmalen Ende der Förde, liegt die Hafenstadt Flensburg, Dreh- und Angelpunkt für die Urlaubsregion an der Ostseeküste. Den allermeisten ist sie ein Begriff – vor allem wegen des Kraftfahrt-Bundesamts und den berüchtigten Punkten in der Verkehrssünderkartei. Aber Flensburg und seine Förde haben auch viele Pluspunkte aufzuweisen.
Reportagen (Radio SWR4 RP, 22.10.2017):
WIDER DAS KLISCHEE
wie die Flensburger selbst ihre Stadt erleben
Auch wer noch nie dort war – zum Namen Flensburg fällt fast jedem sofort etwas ein: Manche denken an Beate Uhse, die dort ihren ersten Sexshop eröffnete. Andere wiederum denken an Flensburger Pilsener, das Bier mit dem "Plopp". Die allermeisten aber denken (wie erwähnt) an die gefürchteten Punkte, die den Führerschein kosten können. Das erleben auch die Flensburger immer wieder selbst, wenn sie irgendwo in Deutschland unterwegs sind. Und einigen geht dieses Negativ-Image mächtig auf die Nerven.
Umfrage (Radio SWR4 RP, 22.10.2017):
"Natürlich kommt als erstes immer der Satz: Mensch, da wo die Punkte sind. Oft ist es aber auch so, dass die Verortung in den Köpfen fehlt, und da fangen wir dann an zu schwärmen, wie schön es hier oben ist und was die Förderegion so alles zu bieten hat."
"Wir Flensburger denken an das Kraftfahrt-Bundesamt eigentlich eher als letztes. Wir finden vor allen Dingen die Anlage der Stadt schön und vor allen Dingen die Atmosphäre. Wo gibt es schon 'ne Stadt, wo man mitten in die Stadt mit dem Segelboot fahren kann?"
"Ich denke bei Flensburg eher an diese Hafengegend und dann, wenn ich überhaupt kraftfahrzeug- oder radfahrmäßig denke, dann denke ich daran, dass man in Flensburg anfahren am Berg üben kann."
"Es hat andere Attraktionen und gute Dinge, die man hier sehen kann, als unbedingt nur die Flensburger Kartei, Kraftfahrt-Bundesamt oder Ähnliches."
"Auf Flensburg kann man aus vielerlei Sicht stolz sein, und wenn man sich als erstes an das KBA erinnert, dann ist das ja auch schon was, aber man hat auf jeden Fall Lust den einen oder anderen mal hierher zu führen und zu zeigen, dass wir was anderes kennen als die drei Ps – Porno, Pils und Punkte."
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PUNKTE KÖNNEN LEBEN RETTEN
- das Verkehrszentralregister als Erfolgsmodell
Viele Autofahrer fürchten das Flensburger Verkehrszentralregister (seit 2016 offiziell "Fahreignungsregister"). Denn wer dort zu viele Punkte hat, ist seinen Führerschein los. Aber das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sieht in dem vom Gesetzgeber eingeführten Punktesystem ein Erfolgsmodell: Vor der Einführung in den 1970er Jahren wurden fast 20.000 Verkehrstote gezählt, Ende 2016 waren es etwas mehr als 3.000. Immer noch zu viele, heißt es im KBA, aber doch deutlich weniger. Ob dies allein mit den Flensburger Punkten zusammenhängt oder auch mit der verbesserten passiven Sicherheit (stabileren Fahrzeugen, Gurtpflicht etc.), sei dahingestellt – vielleicht hat der drohende Führerscheinentzug ja doch so manchen Autofahrer zur Vernunft gebracht und vom Rasen abgehalten. Das hieße: Punkte können Leben retten.
Es gibt das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg schon seit 1951. Der damalige Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm wählte den abgelegenen Standort im hohen Norden, weil es eine strukturschwache Region war, die noch dazu viele Kriegsflüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten aufgenommen hatte. Mit der neuen Behörde wollte er Arbeitsplätze schaffen.
Zunächst bezogen die Mitarbeiter behelfsmäßige Räume in leerstehenden Villen und Kasernen. Das heutige Gebäude in der Fördestraße 16 wurde erst 1965 bezogen. Mehr als 1.000 Menschen sind dort beschäftigt.
Das Verkehrszentralregister am KBA existiert seit 1958. Ursprünglich wurden dort Daten eingetragen wie der Entzug oder die Versagung der Fahrerlaubnis. Erst als die Zahl der Verkehrstoten immer mehr zunahm, kam das sogenannte Mehrfachtäter-Punktsystem. Wer fortan 18 Punkte auf seinem Konto angehäuft hatte, musste den Führerschein abgeben. Das System sollte präventiv wirken, die Verkehrsteilnehmer mäßigen und zu einem "verkehrssicherheitskonformen" Verhalten anregen.
Um die Unfallzahlen noch weiter zu senken, gab es am 1. Mai 2015 eine Reform. Das Mehrfachtäter-Punktsystem wurde abgelöst vom neuen Fahreignungs-Bewertungssystem. Das hat nicht nur einen anderen Namen, es brachte auch wichtige Änderungen. Was genau, erklärt KBA-Pressesprecher Stephan Immen:
[zum Anhören klicken: O-Ton Stephan Immen]
"Das Fahreigungs-Bewertungssystem hat nicht wie das alte System 18 Punkte, sondern bei 8 Punkten ist schon der Entzug der Fahrerlaubnis zu erwarten. Es gibt die Fokussierung auf rein verkehrssicherheitsbeeinträchtigende Verstöße. Sie bekamen zu Zeiten des Mehrfachtäter-Punktsystems zum Beispiel auch einen Punkt für die Einfahrt in eine Umweltzone ohne entsprechende Plakette. Das ist ja nicht wirklich verkehrssicherheitsbeeinträchtigend, sondern eher ein Umweltaspekt, der hier berührt ist. Solche Delikte sind komplett aus dem bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog punktbewehrt gestrichen. Es werden tatsächlich nur verkehrssicherheitsbeeinträchtigende Verstöße hier eingetragen. Sie haben auch weniger Möglichkeiten Punkte abzubauen, Sie können heute nur noch einmal innerhalb von fünf Jahren einen Punkt abbauen – und das auch nur unter der Voraussetzung, dass Sie nicht mehr als 5 Punkte haben. Das System ist insgesamt natürlich ausgelegt mit dem Blick auf die Verkehrssicherheit, es ist etwas strenger als das vorherige System, aber letzten Endes wird durch dieses präventive Wirken die Verkehrssicherheit weiter erhöht."
Am 1. Januar 2017 lag die Gesamtzahl der Punktekonten bei rund 10 Millionen. Das sind etwa 20 Prozent aller Führerscheininhaber in Deutschland. Eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr, die das KBA aber vor allem darauf zurückführt, dass die Tilgungsfrist für die Punkte im neuen Fahreignungs-Bewertungssystem verlängert wurde. Der Führerschein akut gefährdet ist nur bei einem kleinen Bruchteil der 10 Millionen "Konto-Inhaber". Die allermeisten Registrierten haben nur einen oder zwei Punkte in Flensburg.
Wer genau wissen will, wie viele Punkte auf seinem Konto eingetragen sind, kann dies übrigens auch direkt vor Ort erfragen. In einem Pavillon vor dem Tor des Kraftfahrt-Bundesamts geben freundliche Mitarbeiter Auskunft. Man muss nur den Personalausweis zur Legitimation vorlegen. Dann dauert es ein paar Minuten, um einen Computer-Ausdruck des persönlichen "Kontoauszugs" zu erstellen.
Mein Kontostand bei der Abfrage am 5. September 2017 lag übrigens erfreulicherweise bei 0. Vielleicht bin ich ein Musterknabe im Straßenverkehr, vielleicht hatte ich aber auch einfach nur Glück nicht erwischt zu werden.
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FASZINATION AUF LANDRATTEN
das nostalgische Flair im Flensburger Hafen
Die wichtigste Stadt an der Flensburger Förde ist natürlich Flensburg selbst. Wer dort hinreist, kann den bekannten Klischees nachjagen – im Kraftfahrt-Bundesamt sein Punktekonto abfragen oder es bei einer Führung durch die Flensburger Brauerei mal so richtig "ploppen" lassen [siehe unten]. Den ersten Sexshop der Welt von Beate Uhse allerdings, den gibt es nicht mehr. Aber Flensburg hat ja noch andere Attraktionen. Und ganz vorne mit dabei ist der schöne Hafen am schmalen Ende der Förde. Seine wirtschaftliche Bedeutung hat er zwar längst verloren, denn für große Frachtschiffe ist er nicht tief genug, und Industrie gibt es in der Region kaum. Dafür ist seine touristische Bedeutung heute umso größer. Schnittige Yachten lassen Urlaubsgefühle aufkommen. Alte Segelschiffe und ein echtes Dampfschiff verleihen dem Hafen ein nostalgisches Flair, das zum gemütlichen Flanieren einlädt und speziell auf Landratten eine faszinierende Wirkung ausübt.
Reportage (Radio SWR4 RP, 22.10.2017):
[zum Anhören klicken: Nebelhorn der "Alexandra"]
Mit lautem Tuten läuft die "Alexandra" in den Flensburger Hafen ein. Der mehr als hundert Jahre alte Salondampfer ist das schwimmende Wahrzeichen der Stadt und das letzte erhaltene Dampfschiff auf der Förde. Es wurde eingesetzt für Flüchtlingstransporte im 2. Weltkrieg und als Regatta-Begleitboot bei Olympia 1972 in Kiel. Dass die alte Dame auch heute noch unter Volldampf steht, ist fast schon ein Wunder, meint Gästeführer Knut Franck:
[O-Ton Knut Franck:]
"Jetzt hat der Kessel seinen Dienst aufgegeben gehabt, und sie musste einen neuen Kessel bekommen. Das war sehr mühsam, denn der Kessel war noch genietet, und Niettechnik beherrscht heute niemand mehr. Das war dann mühsam, weil man sehr viel von den Aufbauten wegnehmen musste, um der 'Alexandra' einen neuen Kessel zu verpassen, den sie jetzt auch hat."
Ihr Anlegeplatz ist gesäumt von Segelschiffen. Manche davon haben auch schon einige Jährchen auf dem Buckel. So wie die "Dagmar Aaen": Sie wurde 1931 als Haifischkutter gebaut. Heute dient sie ganz anderen Zwecken, denn sie gehört inzwischen Arved Fuchs.
[O-Ton Knut Franck:]
"Einem Polarforscher, der mit diesem Schiff schon mehrfach im Nordpolarmeer und im Südpolarmeer war, auch versucht hat an der Nordküste von Russland die West-Ost-Passage zu durchfahren, dann im Packeis auch gefangen lag, und dieses Schiff ist so konstruiert, dass es dem Eisdruck standhält. Wenn das Eis an der Seite drückt, wird das Schiff nach oben gehoben. Das hat also keinen so tiefen Kiel, sondern relativ rund, damit es nicht zerdrückt wird."
Die "Dagmar Aaen" liegt gleich neben der Museumswerft, wo Besucher beobachten können, wie alte Schiffe und Boote von ehrenamtlichen Mitarbeitern wieder flott gemacht werden. Der Eintritt kostet nur einen Euro. Da reicht die Urlaubskasse vielleicht auch noch für ein leckeres Frischbrötchen. Das gibt’s in einer eher unscheinbaren Bude an der Werft und gilt als bestes in ganz Flensburg:
[zum Anhören klicken: O-Ton Knut Franck]
"Es ist erstens sehr gut belegt. Das Fischbrötchen ist knackig, und wenn man das Fischbrötchen bekommt, ist es ganz frisch. Und es ist nicht durchgesotten durch den Heringssaft oder andere hässliche Beilagen. Sie sehen schon, wie es den Leuten schmeckt."
[Umfrage:]
"Mhmhm. Ist sehr gut."
"Ist zwar schlecht mit vollem Mund, aber das ist richtig."
"Schmeckt hervorragend."
"Deswegen sind wir extra noch mal hierher gekommen."
Mit dem Imbiss in der Hand am besten auf eine Bank setzen, das Hafen-Flair auf sich wirken lassen und danach vielleicht mit der "Alexandra" über die Förde dampfen. Ja, ich glaube, das ist eine gute Idee.
[Atmo: Nebelhorn der "Alexandra"]
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EINE BUDDEL VOLL RUM
- Flensburgs ru(h)mreiche Vergangenheit
Der Flensburger Hafen hat, wie gesagt, seine wirtschaftliche Bedeutung schon lange eingebüßt. Aber früher einmal war er der bedeutendste Ostseehafen Dänemarks [jawohl, Dänemarks – zur wechselvollen Geschichte Schleswig-Holsteins siehe unter Flensburger Förde 3]. Hier liefen die Schiffe ein, die von den dänischen Jungferninseln (1917 an die USA verkauft) St. Thomas, St. John und St. Croix in der Karibik zurückkamen. An Bord hatten sie Kolonialwaren, vor allem Rohrzucker, aber auch Eichenfässer mit hochprozentigem Rum. Der wurde dann in Flensburg verschnitten und verkauft.
"Der Begriff Verschnitt klingt erstmal negativ, ist es aber nicht", sagt Gästeführer und Rum-Liebhaber Knut Franck. "Verschneiden bedeutet, dass ich den Rum mit anderem Alkohol mischen darf, also mit Kartoffelschnaps oder mit Getreideschnaps. Ansonsten muss ich den Rum – und das ist die Kunst der Flensburger gewesen – so trinkbar machen, dass er gut schmeckt. Dafür braucht man sehr unterschiedliche Rumarten und -sorten: sehr alten Rum, sehr jungen Rum, mit unterschiedlichen Aromen. Die Rumherstellung ist mindestens genauso kompliziert wie die Weinproduktion. Hängt also vom Klima, von den Bodenverhältnissen und natürlich von der Geschmacksrichtung ab. Das haben die Flensburger wirklich gut geschafft und haben dann Flensburg zur Rumstadt gemacht."
Mit Alkohol kannten sie sich aus. Schon vorher wurde in Flensburg aus Korn Aquavit hergestellt. Die bekannteste Marke ist "Bommerlunder". Sie kommt allerdings seit dem Jahr 2000 aus Haselünne in Niedersachsen.
Außerdem haben die Flensburger Wein aus Frankreich importiert und zu Weinbrand verarbeitet: "Einer der Hauptabnehmer waren die Norweger", berichtet Knut Franck weiter, "die ja nichts haben, woraus sie Alkohol brennen können. Die haben nur Stockfisch. Das ist manchmal notwendig, dass man die Geschmacksnerven lähmt mit Alkohol. Also, da haben die Flensburger gute Geschäfte gemacht."
In der Blütezeit (18./19. Jahrhundert) gab es mehr als 200 Rumhäuser in der Stadt. Auch die bekannte Marke "Der gute Pott" kam ursprünglich aus Flensburg. Im Laufe der Zeit setzte eine wirtschaftliche Konzentration ein – große Unternehmen schluckten kleine und wurden dann selbst von noch größeren geschluckt. Heute sind nur noch zwei Rumhäuser übriggeblieben. Eines davon die Hökerei Johannsen (ehemals Hökerei Christensen) in der Marienstraße. Also ausgerechnet ein kleines Unternehmen, wie der plattdeutsche Name (Höker = kleiner Händler) schon sagt. Es sicherte sein Überleben, indem es Dorfläden und Gaststätten der Umgebung beschickte. Die Hökerei Johannsen ist jetzt das älteste noch bestehende Rumhaus in Flensburg und hat auch einen eigenen Laden, in dem sich nicht nur Freunde des Zuckerschnapses, sondern auch Freunde des Aquavits mit Hochprozentigem eindecken können.
Neueren Datums ist dagegen das Wein- und Rumhaus Braasch in der Roten Straße. Der Inhaber Walter Braasch hat noch in einem der großen Rumhäuser gelernt und seinen Destillationsmeister gemacht. Er wollte eine eigene Rumlinie kreieren mit echtem Rum, also keinen Verschnitt. Trotzdem nimmt er verschiedene Sorten, die er in Jamaika einkauft oder in der europäischen Rumzentrale Amsterdam, und mischt sie. "Blend" nennt man das dann in der Fachsprache. Klingt besser als Verschnitt und rechtfertigt, wenn er gut gemacht ist, sogar einen höheren Preis. "Die Kunst des Chefs ist", meint Gästeführer Franck, "ein geschmackvolles Produkt hinzukriegen, das auch morgen oder übermorgen noch so schmeckt wie heute."
Wie in den alten Zeiten jedenfalls werde quasi Roh-Rum nach Flensburg geholt und hier veredelt bzw. "zu etwas Trinkbarem gemacht", wie Knut Franck es ausdrückt.
Rum sei übrigens die meistgetrunkene Alkoholart der Welt, weil er in vielen Mixgetränken enthalten ist. Vom Mixen hält Knut Franck allerdings gar nichts, und er trauert der ru(h)mreichen Vergangenheit Flensburgs ein wenig nach:
[zum Anhören klicken: O-Ton Knut Franck]
"Der Flensburger Rum war eben etwas Besonderes, und es spielte dann auch immer eine Rolle, ob man billigen Rum kauft, ob man ihn nur für Rum-Cola verwendet, oder ob man – wie die Flensburger empfehlen – den Rum trinkt wie Kognak, also nicht als Gesöff, sonders als Kulturgut, wenn man so will, also als edles Getränk, das man nicht runterschüttet, auch nicht unbedingt mixt, sondern eben ganz locker genießt, Aroma enwickeln lässt, langsam im Mund die Geschmacksnerven anreizt und dann langsam runtertrinkt. Das ist eigentlich das Ziel, was man heute gerne möchte – weg von diesem Image, dass es so billiger Kram ist."
Aber bitte mit Vorsicht genießen! Eine Buddel voll Rum enthält 40, 50, teilweise sogar 80 Prozent Alkohol. Danach bitte nicht mehr ans Steuer setzen, sonst sind schnell ein paar Punkte in Flensburg fällig [siehe unter Flensburger Förde 1]. Das gilt übrigens auch für das nächste Thema, das Flensburger Bier ...
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DAS BIER MIT DEM "PLOPP"
- zu Besuch in der Flensburger Brauerei
Es mag ein Klischee sein, aber eine Brauereibesichtigung sollte bei einem Besuch Flensburgs nicht fehlen, denn das "Flensburger Pilsener" gehört nun mal zur Stadt wie der Rum und die Förde.
Von Montag bis Samstag werden Führungen angeboten, und die sind so beliebt, dass die Brauerei empfiehlt, sich mindestens vier Wochen vorher anzumelden. Im Preis inbegriffen ist eine Verkostung, bei der das berühmte "Plopp" gebührend zelebriert wird.
Aber erst einmal steht ein ca. einstündiger Rundgang durch die Brauerei auf dem Programm. Da erfahren die Besucher, wie aus Gerste, Hopfen und Wasser Bier hergestellt wird. Die Gerste für das Flensburger Gebräu stammt übrigens zu einem Viertel aus der Region, der Hopfen kommt aus der bayerischen Hallertau, und das Wasser wird aus eigenen Brunnen entnommen. Es sei besonders natriumarm, sagt Brauereiführerin Lena Zacharias, und so rein, dass es sogar für Babynahrung geeignet wäre.
Aus den genannten Zutaten wird nicht nur das klassische "Flensburger Pilsener" gebraut, sondern 15 weitere Sorten, darunter exotische wie "BrauArt Dark Amber" oder "Fassbrause Rhabarber-Erdbeer".
Höhepunkt der Brauereibesichtigung ist zweifellos die "größte, modernste und schnellste" Abfüllanlage der Welt für Bügelverschlussflaschen. Darauf sei die Brauerei sehr stolz, meint Lena Zacharias. Die Anlage wurde 2017 installiert, sie hat 25 Millionen Euro gekostet und kann bis zu 40.000 Flaschen pro Stunde abfüllen. Daneben gibt es noch drei ältere Anlagen, die zusammen 33.000 Flaschen befüllen.
Abgefüllt werden in der Flensburger Brauerei übrigens nicht nur die eigenen 16 Biersorten, sondern auch der "Bölkstoff" – bekannt geworden durch die "Werner"-Comics von Brösel alias Rötger Feldmann. Ursprünglich zechten Werner und seine Kumpels "Flensburger Pilsener" und machten den "Plopp" zum Kult. Dann wollte Brösel laut wikipedia.de selber "Bölkstoff" brauen und legte sich mit der Flensburger Brauerei an. Es kam zum Rechtsstreit, der inzwischen aber beigelegt wurde. Heute ist "Bölkstoff" eine eigene Marke, die von der Flensburger Brauerei abgefüllt und vertrieben wird.
Wie sehr die Comic-Figur Werner das Bier mit dem "Plopp" bundesweit bekannt gemacht hat, lässt sich schwer nachweisen. An den Absatzzahlen vorher und nachher habe man es jedoch kaum feststellen können, behauptet unsere Brauereiführerin. Pressesprecherin Sara Sausmikat-Theilen hingegen gesteht zumindest ein, dass Werner der Brauerei "gutgetan" hat. Ob allerdings das "Flens" durch Werner bekannt wurde oder Werner durch das "Flens" – in dieser Frage will auch sie sich nicht festlegen.
Da redet sie schon lieber über den "Plopp", d.h. über das charakteristische Geräusch beim Öffnen ebenfalls charakteristischen Bügelverschlusses der Flensburger Biere. In den 1970er Jahren haben die allermeisten Brauereien in Deutschland auf Kronkorken umgerüstet. Damals stand auch die Flensburger Brauerei vor der schwierigen Entscheidung, ob sie sich dem Trend anschließen sollte oder nicht. Vor allem Kostengründe führten dazu, dass man beim bewährten Bügelverschluss blieb.
Die Entscheidung stellte sich im Nachhinein als goldrichtig heraus. Denn ob nun durch die "Werner"-Comics populär geworden oder nicht – der Bügelverschluss brachte der Flensburger Brauerei ein Alleinstellungsmerkmal und erlangte Kultstatus. Sodass längst andere deutsche Brauereien auf den Zug aufgesprungen sind und selbst wieder Biere mit Bügelverschluss auf den Markt gebracht haben. Sara Sausmikat-Theilen kann das gut verstehen:
[zum Anhören klicken: O-Ton Sara Sausmikat-Theilen]
"Es gibt kein schöneres Merkmal, als wenn man eine Marke inszenieren kann, und das 'Plopp' ist nun ein live hörbarer Moment, der auch noch Spaß macht, wenn man in Trinklaune ist, und insofern stützt es die Marke sehr stark. Jedes 'Plopp' zahlt auf uns ein, also jeder, der jetzt 'ploppt', verbindet es in erster Linie mit dem Flensburger, und das ist natürlich schön für uns."
Nachdem jetzt so viel über das "Ploppen" geredet wurde, wollen wir es zu guter Letzt endlich in die Tat umsetzen. Am Ende der Brauereibesichtigung wird die ganze Gruppe in einen Schankraum geführt, wo jeder Teilnehmer selbst sein "Flens" nach Wahl probieren kann – sei es nun ein klassisches Pilsener, ein Weizen, ein Bock, ein Radler oder eine der anderen Sorten. Auf Kommando öffnen alle gleichzeitig den Bügelverschluss, und das klingt dann so:
[zum Anhören klicken: Atmo "plopp"]
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Video:
Abfüllanlage in der Flensburger Brauerei
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WIEGE DER EUROPÄISCHEN KÖNIGSHÄUSER
ein Besuch auf Schloss Glücksburg
Es ist ein Wahrzeichen des Landes Schleswig-Holstein und gilt als "Wiege der europäischen Königshäuser": Das Wasserschloss in Glücksburg an der Flensburger Förde. Zumindest auf Fotos haben es sicher die meisten schon gesehen, denn der Anblick prägt sich ein. Das markante Bauwerk mit seinen vier achteckigen Türmen, malerisch umgeben von einem Teich, stammt aus der Zeit der Renaissance. Es ist im Besitz der deutsch-dänischen Adelsfamilie von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und kann besichtigt werden. Jeden ersten Dienstag im Monat übernimmt sogar eine echte Prinzessin die Führung. Aber ihre bürgerlichen Kollegen kennen sich ebenfalls bestens aus auf Schloss Glücksburg. Und sie wissen natürlich auch, warum es "Wiege der europäischen Königshäuser" genannt wird.
Reportage (Radio SWR4 RP, 22.10.2017):
Schlossführer Gerhard Handschick beginnt seine Runde draußen vor dem Tor. In den folgenden sechzig Minuten prasseln viele Namen auf uns ein. Der erste ist Herzog Johann der Jüngere. Er ließ das Schloss Ende des 16. Jahrhunderts erbauen. Auf den Grundmauern eines verfallenen Klosters:
[O-Ton Gerhard Handschick:]
"Gedauert hat das Ganze von 1582 bis 1587. In fünf Jahren stand alles. Und als das hier fertig gebaut war, auf Granitfelsen, da wurde dann aufgedeicht und oben das Wasser reingelassen, dass wir dann plötzlich ein Wasserschloss hatten."
Der Herzog gab seinem Schloss den Namen Glücksburg, und es zeigte sich bald, dass der Name auch Glück brachte. Auf seinem Wappen über dem Tor ließ Johann in goldener Schrift die Buchstaben GGGMF aufmalen.
[zum Anhören klicken: O-Ton Gerhard Handschick]
"Gott gebe Glück mit Frieden. Das war sein Motto, und er war verheiratet einmal mit der Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg. Mit der hatte er 14 Kinder. Dann starb sie mit 35. Er heiratete nach zwei Jahren noch einmal die Agnes Hedwig von Anhalt. Mit der hatte er nochmal neun Kinder."
23 Kinder also aus zwei Ehen. Wenn das kein Familienglück ist! Und auch in den folgenden Generationen blieb der Kinderreichtum erhalten. Eine Sonderausstellung im Schloss ist einem Spross des Hauses Glücksburg gewidmet, der 1863 als Christian IX. König von Dänemark wurde.
[O-Ton Gerhard Handschick:]
"Wir nennen ja Schloss Glücksburg auch Wiege Europas, und Christian nennen wir den Schwiegervater Europas. Aus ganz bestimmtem Grund. Er war verheiratet mit Louise von Hessen-Kassel, und die hatten zusammen sechs Kinder, drei Söhne und drei Töchter."
Ein Sohn folgte seinem Vater auf den dänischen Thron, der zweite wurde König von Griechenland, der dritte nahm eine französische Prinzessin zur Frau. Dann die Töchter: Die älteste heiratete den späteren Edward VII. von England, die jüngste Prinz Ernst August von Hannover, und die mittlere den russischen Thronfolger Alexander:
[O-Ton Gerhard Handschick:]
"Die Dagmar wollte eigentlich Nikolaus heiraten, den Bruder, der starb vor der Hochzeit, und dann haben sie ihr gesagt: Heirate mal ruhig den Alexander, der ist auch ganz in Ordnung. Und so hat sie Alexander III. geheiratet und wurde Zarin."
Kompliziert, diese vielen Namen. Sie zeigen aber, dass die Glücksburger mit fast dem gesamten europäischen Hochadel verwandt sind. Und wer jetzt selbst Lust aufs Heiraten bekommen hat, kann das gleich im Schloss tun. Dort gibt es ein Trauzimmer für die standesamtliche Vermählung, und in der Schlosskapelle bekommen Hochzeitspaare dann auch noch den kirchlichen Segen für ihr Eheglück.
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*) Foto mit freundlicher Genehmigung von Schloss Glücksburg
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WO DIE KAISERIN ZU FUSS HIN GING
- Auguste Viktoria und ihre Toilette
Nicht auf Schloss Glücksburg geboren, aber häufig zu Gast, war die letzte deutsche Kaiserin Auguste Viktoria, Gemahlin von Kaiser Wilhelm II. Sie entstammte dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, einem anderen Zweig der Familie mit Sitz in Nordschleswig, das heute zu Dänemark gehört. Ihre Schwester Karoline Mathilde aber war mit dem Glücksburger Herzog Friedrich Ferdinand verheiratet, der wiederum ein Neffe des oben erwähnten Königs Christian IX. von Dänemark war. Alles klar? Nein? Egal.
Besagte Auguste Viktoria jedenfalls besuchte häufig ihre Schwester in Glücksburg, manchmal auch in Begleitung ihres kaiserlichen Gatten. Sie fühlte sich dort eigentlich auch sehr wohl. Es gab nur ein Problem: Schloss Glücksburg besaß keine Toiletten, die einer Kaiserin würdig gewesen wären. Der Bau aus der Renaissance-Zeit hatte lediglich nach unten offene Erker an allen vier Türmen, sogenannte Schwalbennester, die als Abtritt dienten. Von dort floss das "Geschäft" durch schmale Schächte ungeklärt in den Schlossteich.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert allerdings galt diese Praxis (zumindest aus Sicht der Oberen Zehntausend) als nicht mehr ganz zeitgemäß. Von ihrem Berliner Schloss jedenfalls war die Kaiserin Besseres gewöhnt. Drum drängte Auguste Viktoria darauf, dass auch ihr Gäste-Gemach auf Schloss Glücksburg eine moderne Toilette bekommen sollte.
Dem Wunsch der Kaiserin wurde schließlich Rechnung getragen und ein komplettes Badezimmer eingebaut. Mit fließend Wasser, einer Badewanne, einer Kloschüssel aus Porzellan inklusive Wasserspülung. Eine schöne Tapete an den Wänden gab's noch gratis mit dazu. Das stille Örtchen, wo die Kaiserin zu Fuß hin ging, ist bei einer Schlossführung im Original zu bewundern.
Und auch der heutige Schlossherr, Prinz Christoph, und seine Familie müssen auf die Annehmlichkeiten eines modernen Wasserklosetts nicht mehr verzichten. Das Gleiche gilt für Besucher von Schloss Glücksburg. Denen steht sogar ein barrierefreies WC zur Verfügung.
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IRRUNGEN UND WIRRUNGEN
- die komplizierte Geschichte Schleswig-Holsteins
Ja, sie ist kompliziert, die Geschichte derer von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. So kompliziert wie die Geschichte des Landes Schleswig-Holstein insgesamt. Irrungen und Wirrungen. Teils deutsch, teils dänisch. Ein ständiges Hin und Her. Bei einem Besuch an der Flensburger Förde wird man unweigerlich mit der Historie konfrontiert. Hier deshalb eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Daten und Ereignisse:
Alles begann im frühen Mittelalter, nämlich 811, als zwischen dem Frankenherrscher Kaiser Karl dem Großen und den heidnischen Nordgermanen der Fluss Eider zur Grenze erklärt wurde. Aus dem Gebiet nördlich davon (bis zur heutigen dänischen Stadt Kolding) entstand Schleswig, aus dem Gebiet südlich davon (bis zur Elbe) entstand Holstein.
Die Vereinbarung über den Grenzverlauf hielt bis zum 13. Jahrhundert. Dann versuchte der dänische König Waldemar II. auch Holstein seinem Herrschaftsgebiet einzuverleiben. Es kam zum Krieg, und Waldemar verlor die entscheidende Schlacht gegen die norddeutschen Fürsten.
Ende des 14. Jahrhunderts erhielten die holsteinischen Grafen von Schauenburg Schleswig als dänisches Lehen. Fortan waren die beiden Gebiete erstmals vereint.
1460 wählte die schleswig-holsteinische Ritterschaft den dänischen König Christian I. aus dem deutschen Adelsgeschlecht der Oldenburger zu ihrem Landesherrn. Vertraglich wurde vereinbart, dass die "Elbherzogtümer" Schleswig und Holstein "up ewig ungedeelt" (auf ewig ungeteilt) bleiben sollten. Sie wurden auch nicht Bestandteile des dänischen Königreichs, sondern waren nur in Personalunion mit Dänemark verbunden, d.h. der dänische König war gleichzeitig Herzog von Schleswig und Herzog von Holstein. Noch komplizierter wird es dadurch, dass auch mit Nebenlinien des Herrscherhauses Oldenburg wie z.B. den Glücksburgern oder Augustenburgern Herzogstitel verbunden waren, diese Titular-Herzöge übten aber keine Territorialherrschaft aus.
Das Konstrukt Personalunion hatte (mit kurzen Unterbrechungen) rund vierhundert Jahre Bestand. Zu Problemen führte es erst wieder im 19. Jahrhundert. Beim Wiener Kongress nach den napoleonischen Kriegen wurde nur das Herzogtum Holstein dem neu gegründeten Deutschen Bund zugeschlagen, das Herzogtum Schleswig blieb außen vor. Aber weiterhin war der dänische König auch Landesherr in beiden Herzogtümern.
Mitte des Jahrhunderts versuchte Christian VIII. Schleswig enger an sein Königreich zu binden und erhob Dänisch in Teilen des Herzogtums zur alleinigen Amtssprache. Das führte zu einem Aufstand der deutschsprachigen Bevölkerung, die von Truppen des Deutschen Bundes militärisch unterstützt wurde. Im ersten Schleswigschen Krieg von 1848-50 behielt Dänemark noch die Oberhand, erst im zweiten von 1864 (auch Deutsch-dänischer Krieg genannt) siegten die Bundestruppen unter preußischer und österreichischer Führung. Kriegsentscheidend war die Erstürmung der Düppeler Schanzen bei Sonderburg. Dänemark (unter seinem "deutschen" König Christian IX. aus dem Hause Glücksburg) kapitulierte. Schleswig kam unter preußische Verwaltung, Holstein unter österreichische.
Doch die beiden Siegermächte gerieten schon bald untereinander in Streit. 1866 kam es zum sogenannten Deutschen Krieg zwischen Preußen und Österreich. Preußen gewann, zwang Österreich, den Deutschen Bund zu verlassen, und machte beide "Elbherzogtümer" zu preußischen Provinzen.
Das blieben sie bis zum Ende des 1. Weltkriegs. Danach gab es auf dänischen Druck hin eine Volksabstimmung in der gemischtsprachigen Provinz Schleswig. Unter Aufsicht einer internationalen Kommission stimmte eine Mehrheit im Norden der Provinz für den Anschluss an Dänemark, im Süden für den Verbleib im Deutschen Reich. Und so wurde Schleswig entlang einer Linie am nördlichen Stadtrand von Flensburg geteilt; die Grenze verläuft mitten durch die Förde. Mehr als die Hälfte des schleswigschen Territoriums (bis hinauf nach Kolding) ist seither dänisch.
In beiden Landesteilen verblieb eine sprachliche Minderheit, aber beide sind heute vom jeweiligen Staat als solche anerkannt. Auf deutscher Seite hat die dänischsprachige Minderheit sogar eine eigene politische Partei im Kieler Landtag – und das unabhängig vom jeweiligen Wahlergebnis, denn der "Südschleswigsche Wählerverband" ist von der Fünf-Prozent-Klausel ausgenommen.
In Zeiten von "Schengen" kommt der deutsch-dänischen Grenze glücklicherweise nur noch formale Bedeutung zu. Praktisch ist sie nach beiden Seiten hin offen. Und diese Freizügigkeit wird rege genutzt. Vor allem Dänen kommen an Wochenenden scharenweise nach Flensburg herüber zum Einkaufen. In ihrem Land ist das Preisniveau nämlich deutlich höher. Allenthalben hört man dänisch sprechende Menschen, auch viele Schilder und Inschriften sind zweisprachig. So kommt es, dass Flensburg nicht nur die nördlichste Stadt Deutschlands*) ist, sondern – gefühlt – auch die südlichste Stadt Dänemarks**). Und dieses Gefühl trägt viel zu ihrem besonderen Charme bei.
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*) Streng genommen ist Flensburg nicht mal die nördlichste Stadt Deutschlands. Dieses Attribut kommt eigentlich Glücksburg zu, das auch schon seit 1900 die Stadtrechte besitzt und noch ein paar Kilometer weiter nördlich liegt. Mit seinen nur rund 6.000 Einwohnern wird es aber von vielen nicht als "richtige" Stadt wahrgenommen.
**) Die tatsächlich südlichste Stadt Dänemarks ist Gedser auf der Insel Falster. Mit offiziell 741 Einwohnern (Stand 2016) entspricht sie allerdings noch weniger dem, was man sich unter einer "Stadt" gemeinhin vorstellt.
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