Yukon Carcross Nares Mountain Panorama

Rolf Fröhlings Reisereportagen

Yukon (Kanada)

             

GRIZZLYS, GOLD UND GLETSCHEREIS
- Abenteuerreise im wilden Norden Kanadas

Eine Region so groß wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen, mit gerade einmal 43.000 (in Worten: dreiundvierzigtausend) Einwohnern. Das ist das Yukon-Territorium im Nordwesten von Kanada, benannt nach dem gleichnamigen Strom, der das Land durchfließt. Mehr als die Hälfte der Einwohner lebt in der Hauptstadt Whitehorse, der Rest verteilt sich auf kleine und kleinste Ortschaften, die teils Hunderte von Kilometern auseinander liegen. Umgeben sind sie von Bergen, Wäldern, Seen und Flüssen – meist unberührte Natur so wie der Herrgott sie erschaffen hat, ist man geneigt zu sagen. Unberührte Natur jedenfalls, wie man sie in unserem dicht besiedelten Mitteleuropa kaum noch findet. Nicht zuletzt deshalb steht das Yukon-Territorium bei deutschen Touristen hoch im Kurs. Direktflüge im Sommer von Frankfurt nach Whitehorse erleichtern zudem die weite Anreise. Was die Touristen dort erwartet? Jede Menge Abenteuer: Sie können zum Beispiel über das Gletscheis des Kluane-Nationalparks fliegen, dem Goldrausch in Dawson City nachspüren und vielleicht einem oder mehreren Grizzlybären begegnen.

Yukon Carcross Nares Mountain Panorama
Titelbild: Blick vom Nares Mountain auf Carcross
Whitehorse Flughafen Air North
Whitehorse: Flughafen
Yukon Whitehorse Main Street
Whitehorse: Main Street im Zentrum der Hauptstadt
Whitehorse Yukon River
Whitehorse: Uferpromenade am Yukon River
Yukon Whitehorse Totempfahl
Whitehorse: Totempfahl der Tlingit-Indianer am Yukon-Ufer
Whitehorse S.S. Klondike
Whitehorse: Schaufelraddampfer a. D. "S.S. Klondike"
Whitehorse Gold Rush Prospector Monument
Whitehorse: Goldsucher-Denkmal
Whitehorse Bärenfelle
Whitehorse: Bärenfelle zum Verkauf
Whitehorse Woodcutter's Bar & Brewery
Whitehorse: urige Woodcutter's Bar & Brewery
Yukon Fox Lake
Fox Lake am Klondike Highway von Whitehorse nach Dawson
Yukon Fox Lake Ufer
Am Ufer des Fox Lake
Yukon River Five Finger Rapids
"Five Finger Rapids": Stromschnellen des Yukon River nördlich von Carmacks
Yukon Pelly Crossing
Blick auf den Ort Pelly Crossing am gleichnamigen Nebenfluss des Yukon River
Yukon Stewart River
Am Stewart River zwischen Stewart Crossing und Mayo
Yukon Stewart River Morgenlicht
Stewart River im Morgenlicht
Yukon Klondike HighwayLandschaft
Ausblick vom Klondike Highway zwischen Stewart Crossing und Dawson
Yukon Alaska Highway
Auf dem Alaska Highway zwischen Whitehorse und Haines Junction
Yukon Landschaft Scout Lake Road
Landschaft an der Scout Lake Road südlich des Alaska Highway
Yukon Alaska Highway Autowrack
Autowrack am Alaska Highway, das vor Alkohol am Steuer warnt
Yukon Kloo Lake
Kloo Lake am Alaska Highway zwischen Haines Junction und dem Kluane Lake
Yukon Haines Road Kluane Nationalpark
Blick von der Haines Road zum Kluane National Park
Yukon Haines Road Bergpanorama
Bergpanorama an der Haines Road zwischen Haines Junction und Haines/Alaska (rechts der Mount Worthington)
Yukon Klondike Highway Tagish Lake
Blick auf den Tagish Lake vom Klondike Highway zwischen Skagway/Alaska und Carcross
Yukon Carcross Visitor Center Totale
Carcross: Blick auf das Visitor Center
Yukon Carcross Visitor Center Totempfahl
Carcross: Totempfahl auf dem Gelände des Visitor Centers
Yukon Carcross Bahnhof
Carcross: Bahnhofsgebäude
Yukon Carcross Duchess
Carcross: historische Dampflokomotive "The Duchess" am Bahnhof
Yukon Carcross Eisenbahnbrücke
Carcross: Eisenbahnbrücke der White Pass & Yukon Railway
Yukon Carcross Menschen
Carcross: rustikales Leben
Yukon Carcross Beach
Carcross: "The Beach" - breiter Sandstrand am Bennett Lake
Yukon Carcross Bennett Lake Angler
Carcross: Angler am Ufer des Bennett Lake
Yukon Nares Mountain Gipfel
bei Carcross: Rundumblick auf einem Nebengipfel des Nares Mountain
Yukon Carcross einsamer See Nares Mountain
bei Carcross: namenloser See mit Blick auf den Hauptgipfel des Nares Mountain
Yukon Carcross Lagerfeuer
bei Carcross: Lagerfeuer am Ufer des namenlosen Sees
Yukon Carcross Emerald Lake
bei Carcross: Blick auf den Emerald Lake
Yukon Carcross Emerald Lake Ufer
bei Carcross: am Ufer des Emerald Lake
Tagish River Brücke
Tagish: Autobrücke über den Tagish River
Yukon Tagish Lake Menschen Quad
bei Tagish: Frau mit Hund auf Quad am "California Beach"
Yukon Herbstzeitlose
bei Tagish: Herbstzeitlose am Wegesrand
Yukon Fish Lake Abendlicht
bei Whitehorse: Fish Lake
Yukon Fish Lake Sonnenuntergang
bei Whitehorse: Sonnenuntergang am Fish Lake
Yukon Fish Lake Lagerfeuer
bei Whitehorse: letztes Lagerfeuer am Fish Lake

Reportagen (Radio SWR4 RP, 20.08.2023):

EIN WOW-ERLEBNIS

Begegnung mit Meister Petz

Yukon Grizzlybären
Titelfoto: Grizzlybären auf dem Parkplatz

               

 

 

Wer in die Wildnis des Yukon-Territoriums eintaucht, der will natürlich auch wilde Tiere sehen. Und davon gibt es reichlich. Selbst wenn man die zahllosen Mücken außer Acht lässt, die vor allem im Sommer Touristen und Einheimische gleichermaßen piesacken können. Die lästigen Plagegeister braucht kein Mensch. Gerne gesehen sind dagegen Wapitis und Karibus – eine Hirsch- bzw. eine Rentierart. Oder vielleicht noch interessanter: ihre großen Vettern, die Elche. Dazu ihre gemeinsamen Feinde, die Wölfe. Ganz weit oben in der Hitliste der meisten Yukon-Besucher stehen allerdings die Bären: die etwas kleineren Schwarzbären und vor allem die mächtigen Grizzlys. Obwohl sie in großer Zahl im Yukon heimisch sind, verlieren sie sich oft in der Weite des Landes. Man braucht also schon etwas Glück, um Meister Petz zu begegnen. Und dann am besten nicht allein im Wald, sondern aus sicherer Entfernung und doch nah genug zum Fotografieren. Das kann zum echten Wow-Erlebnis werden.

Yukon Grizzlybären auf Parkplatz
Grizzylbären auf unserem Parkplatz
Yukon Grizzlybär
Grizzlybär auf dem Parkplatz
Yukon Grizzly nah
Grizzly trollt sich
Yukon Grizzly grau-braun
Der andere trollt sich auch
Yukon Schwarzbär an der Straße
Schwarzbär am Straßenrand
Yukon Schwarzbär
Schwarzbär verzieht sich in den Wald
Yukon Schwarzbärin auf Baum
Eine Schwarzbärin ist auf einen Baum geflüchtet
Yukon Biber
Ein Biber ist uns auch begegnet ...
Yukon Nares Mountain Karibu
... und ein Karibu (wenn auch weit weg)
Yukon Moskitos groß
Moskitos auf dem Rückspiegel unseres Campers

Reportage (Radio SWR4 RP, 20.08.2023 auszugsweise):

Wir treffen Franzi Güttler und Thorsten Fischer auf einem Parkplatz an einem der vielen namenlosen Seen des Yukon. Das Paar aus dem Siegerland ist wie wir mit dem Wohnmobil unterwegs. Thorsten bereist die Region schon zum elften Mal. Die Wildnis im Norden Kanadas lässt ihn nicht mehr los.

Originalton 0:17

[O-Ton Thorsten Fischer:]

"Es ist das Gesamtbild der Provinz. Man befindet sich in einer subalpinen polaren Region, und hier ist eigentlich alles: Hier sind Flüsse, hier sind Wälder, hier sind Seen. Und eigentlich alles, was man in Deutschland nicht findet, findet man hier."

Immer wieder faszinierend für die die beiden sind auch die wilden Tiere am Wegesrand:

[O-Ton Thorsten Fischer:]
"Wir haben Bären gesehen, Grizzlybären, Schwarzbären, Elche, Stachelschweine sehr viele, ein Fuchs – ja, das waren so die Tiere, die wir hier gesehen haben."

Yukon Grizzlybären auf Parkplatz
Grizzylbären auf unserem Parkplatz
Kanada Franzi Güttler und Thorsten Fischer
Franzi und Thorsten aus Siegen
Yukon Grizzlybär an Mülltonne
Grizzly untersucht Mülltonne

Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß – das ultimative Tiererlebnis steht den beiden erst noch bevor. Am selben Tag auf einem anderen Parkplatz tauchen plötzlich zwei Grizzlys auf. Schnell suchen sie das Weite und kehren zu uns zurück. Franzi ist jetzt noch ganz aufgeregt:

Originalton 0:34

[O-Ton Franzi Güttler:]

"Ich hätte am liebsten die Tür aufgemacht, egal wie wieviele Moskitos reingekommen wären, einfach nur dazustehen und zu filmen. Und dann waren die da am Grasen, und die standen dann da, und wir konnten die richtig schön beobachten. Das war wie im Film."
- Haben sie euch auch beobachtet?
"Das weiß ich nicht. Aber das war einfach nur wow. Das war so'n Erlebnis. Ich zitter' immer noch."
- Dann habt ihr die Flucht ergriffen?
"Dann sagt der Thorsten: 'Die kommen immer näher, wir gehen. Wir fahr'n.' Dann zu, und dann simmer gefahr'n."

Wie sich später herausstellt, waren es offenbar dieselben Grizzlys, die am Nachmittag auch auf unserem Parkplatz herumgestreunt sind und sich am Mülleimer zu schaffen machten. Zum Glück hatte es kurz zuvor angefangen zu regnen und wir waren gerade ins Auto gestiegen. Wer weiß, ob wir es sonst rechtzeitig geschafft hätten. Doch tags darauf kommen wir mit einem Einheimischen ins Gespräch. Er kennt die beiden Bären. Die seien harmlos, meint er. Nur etwa jeder zehnte Grizzly greife einen Menschen an. Das Problem dabei: Sie sind leider nicht nummeriert ...

 

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PETRI HEIL!
- Angelvergnügen in Kanada

Die Flüsse und Seen des Yukon-Territoriums sind auch Paradiese für Angler. Diverse Lachsarten zum Beispiel, Regenbogenforellen oder auch Hechte tummeln sich in seinen Gewässern. Wer wünscht sich nicht so einen fangfrischen, leckeren Fisch zum Abendessen? Am besten selbst geangelt, geschuppt, ausgenommen und dann auf dem offenen Feuer zubereitet? Gehört doch irgendwie dazu zum Abenteuerurlaub in der kanadischen Wildnis.
Okay, man braucht eine Lizenz, aber die gibt es für kleines Geld sogar an Tankstellen und in Lebensmittelläden. Und eine Angelrute braucht man natürlich auch. Die wiederum findet man in allen Größen und Preisklassen zum Beispiel in den großen Supermärkten bzw. bei den Camping-Ausrüstern der Hauptstadt Whitehorse. Mitsamt Angelschnüren und Angelhaken, versteht sich. Dann nur noch den passenden Köder für den entsprechenden Fisch, und es kann losgehen – zumindest wenn man Erfahrung hat und weiß, worauf es ankommt.
Mein Reisegefährte Tim Deforth ist so ein passionierter Angler. Fast jeden Tag während unseres Urlaubs im Yukon hat er die Angel ausgeworfen. Stundenlang. Immer wieder. Nicht immer mit so großem Erfolg wie auf dem Foto nebenan, aber für dieses Hobby ist viel Geduld eine Grundvoraussetzung. Am Ende hat es dann doch geklappt und seine Mühe wurde reich belohnt. Sogar mir war das Anfängerglück hold, und ich habe meinen ersten Fisch gefangen. Das Gefühl war unbeschreiblich. Aber ich hatte eben einen guten Lehrer. Hier erklärt er, worauf man achten muss:

Tim Deforth Angeln Hechte
Drei tolle Hechte (oder sogar vier?)
Hecht wird entschuppt
Hecht wird fachgerecht entschuppt
Hecht wird ausgenommen
Hecht wird fachgerecht ausgenommen
Hecht Eingeweide
Hecht mit entnommenen Innereien
Hecht frittieren
Hecht wird auf dem offenen Feuer gebraten
Yukon angeln erster Hecht
Mein erster selbst gefangener Fisch

Originalton 2:40

[O-Ton Tim Deforth:]

Tim Deforth angeln Tagish Lake
Tim Deforth angeln vom Boot
Tim Deforth angeln bei Carcross

 

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DAS GOLDENE ZEITALTER

auf den Spuren der Glücksritter in Dawson City

Yukon Dawson Lodge Dawson City
Titelfoto: Charme des Goldenen Zeitalters in Dawson

                

 

 

Die ersten weißen Siedler im heutigen Yukon-Territorium kamen nicht wegen der unberührten Natur. Bären interessierten sie allenfalls, um ihnen das Fell abzuziehen. Der Hauptgrund war die Entdeckung von Gold 1896 an der Mündung des Klondike in den Yukon River. Binnen eines Jahres hatte es sich bis an die Westküste der USA herumgesprochen. Zigtausende Glücksritter strömten daraufhin aus San Francisco und Seattle gen Norden. Es wurde der größte Goldrausch der Geschichte. Die Stadt Dawson entstand und wuchs schnell auf rund 20.000 Einwohner – mehr als zehn mal so viele wie heute. Noch immer wird dort nach Gold geschürft, aber in wesentlich kleinerem Umfang als vor gut hundert Jahren. Dennoch hat Dawson City den Charme seines Goldenen Zeitalters bewahrt und lebt heute vor allem vom Tourismus.

Yukon Dawson City historische Gebäude
Impression aus Dawson City
Yukon Dawson City Western Stadt
Noch eine Impression aus Dawson City
Dawson City Yukon Westminster Hotel
Westminster Hotel in Dawson City
Yukon Dawson City Midnight Sun Hotel
Midnight Sun Hotel in Dawson City
Dawson City Yukon Waterfront Building
Waterfront Building am Ufer des Yukon River
Yukon Dawson City S.S. Keno
Schaufelraddampfer S.S. Keno, der früher den Yukon befuhr
Yukon Dawson City S.S. Keno Schaufelrad
Schaufelrad der S.S. Keno

Reportage (Radio SWR4 RP, 20.08.2023):

Auf den ersten Blick fühlt man sich in eine Western-Kulisse versetzt, wenn man durch Dawson City schlendert. Jedes der alten Häuser aus der Zeit des Goldrauschs hat seine eigene Geschichte. Bei unserem Rundgang mit dem Audio-Guide wird sie wieder lebendig:

Originalton 0:15

[Audio-Guide:]

"Dieses Gebäude stand den Goldgräbern zur Verfügung. Es war ein Lagerhaus für Henry Hoonans Postkutschenunternehmen. Er machte gutes Geld, indem er Waren und Menschen zwischen den Goldfeldern und Dawson City hin und her transportierte."

Damals gab es eben noch Pferdekutschen. Heute dominieren hubraumstarke Pick-ups und Geländewagen die unbefestigten Straßen der alten Goldgräberstadt. Ihre Motoren sind oft lauter als die Stimme des Audio-Guides. Deshalb sind wir froh, dass wir im ruhigen Visitor Center Bernd Höschele treffen. Der gebürtige Schwabe arbeitet für ein deutsches Reiseunternehmen. Von ihm erfahren wir alles Wichtige über Dawson und den Goldrausch:

Originalton 0:25

[O-Ton Bernd Höschele:]

"Viele denken immer, das ist so der Wilde Westen gewesen, aber das ging alles relativ zivilisiert ab. Es war eine der wenigen Städte, die schon elektrisches Licht hatten, und entsprechend waren es dann wohlhabende Leute, die hierhergezogen sind, die wollten natürlich ein bisschen Kultur haben, deswegen gab's dann plötzlich Theaterhäuser und so weiter. Es gab natürlich auch die rauere Seite von Dawson, aber insgesamt war das hier sehr zivilisiert."

Dawson City Stadtrundgang
Hubraumstarke Pick-ups auf Dawsons Straßen
Dawson City Visitor Center Bernd Höschele
Bernd Höschele im Visitor Center
Yukon Dawson City Wildwest-Atmosphäre
Ein bisschen wie im Wilden Westen

Die rauere Seite fand man eher auf den Goldfeldern außerhalb der Stadt. Einige wenige Goldsucher wurden reich, die meisten nicht, und nach wenigen Jahren schon wurde das Edelmetall industriell abgebaut.

[O-Ton Bernd Höschele:]
"Das heißt, du brauchtest praktisch gar keine Arbeit mehr, die von Leuten gemacht wurde. Das hat 'ne riesige Maschine übernommen, und das hat natürlich dazu geführt, dass ganz viele wieder abgewandert sind, oder es gab dann noch 'nen Goldrausch drüben in Alaska, und dann sind viele eben nach Alaska gezogen."

Bei geführten Touren kann man auch heute noch Gold waschen im Klondike. Aber nicht im Frühjahr, wenn der Wasserstand des Flusses zu hoch ist. Also werden wir ohne fette Nuggets im Gepäck wieder abreisen müssen. Bernd Höschele empfiehlt uns trotzdem, noch länger in der Gegend zu bleiben:

[O-Ton Bernd Höschele:]
"Hier oben ist sehr viel Natur. Es gibt auch ganz viele, die mit dem Kanu hier hoch paddeln, dann setzt man praktisch in Whitehorse ein und setzt das Kanu hier raus, 14 Tage später sozusagen. Und dann gibt’s weiter oben die Tombstone Mountains, wunderschönes Fleckchen Erde, hohe Anzahl an Grizzlys und so weiter. Und dann gibt’s natürlich die Goldgräberstätten zu besichtigen. Also, es gibt hier wirklich 'ne Menge zu tun."

 

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FRÖHLICHE EISZEIT

Rundflug über die Gletscherwelt am Mount Logan

Yukon Kluane National Park Rundflug
Titelfoto: Rundflug über die Gletscherwelt des Yukon

                

 

 

Tief im Westen des Yukon-Territoriums, an der Grenze zu Alaska, erstreckt sich der Kluane National Park. Ein Refugium für Wildtiere aller Art. Aber was ihn unter allen kanadischen Nationalparks einzigartig macht, ist seine gigantische Gletscherwelt, die größte der Erde außerhalb der Polarzonen. Und mittendrin der knapp sechstausend Meter hohe Mount Logan, Kanadas höchster Berg (und zweithöchster Nordamerikas nach dem Mount Denali in Alaska). Die unzugängliche Gebirgsregion erschließt sich am besten aus der Luft. Deshalb werden Rundflüge angeboten von Silver City am Südende des Kluane Lake. Es ist der Start in eine fröhliche Eiszeit, die man so schnell nicht vergisst.

 

Yukon Kluane National Park Flugplatz
Unsere Rundflug-Maschine auf dem Silver City Airstrip
Yukon Kluane Lake Rundflug
Schleife über den Kluane Lake
Yukon Kluane National Park Rundflug Geröllwüste
Geröllwüste am Fuße des Kuskawulsh-Gletschers
Yukon Kluane National Park Rundflug Kaskalwulsh Moräne
Moräne auf dem Kaskawulsh-Gletscher
Yukon Kluane National Park Rundflug Gebirgskette
Gebirgskette nördlich des Kaskawulsh-Gletschers
Yukon Kluane National Park Rundflug Gletscherwelt
Oberes Ende des Kaskawulsh-Gletschers
Yukon Kluane National Park Rundflug Mount Logan Region
Zwei Arme des Kaskawulsh-Gletschers vereinigen sich zu einem

Reportage (Radio SWR4 RP, 20.08.2023):

Der Start ist geglückt, die kleine Sportmaschine macht einen weiten Bogen über den See. Pilot Raphael Pelletier steuert sie routiniert in Richtung der schneebedeckten Gipfel des Kluane-Nationalparks. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel herab. Raphael, genannt Raph, zeigt ein breites Lächeln. Er weiß, er hat einen Beruf, um den ihn viele beneiden.

Originalton 0:13

[O-Ton Raphael Pelletier:]

"I think, it's the best …
Ich glaube, es ist der beste. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen. Es ist ein Traumjob. Wir fliegen zu einem der schönsten Berge der Welt, in einem lustigen kleinen Flugzeug. Ich liebe es.
… I really love it."

Mit Begeisterung kommentiert er auch die Szenerie, die sich tief unter uns erstreckt. Gletscher, so weit das Auge reicht:

[O-Ton Raphael Pelletier:]
"The main one is called Kaskawulsh …
Der wichtigste heißt Kaskawulsh. Er ist wohl auch der schönste. Und ziemlich groß: etwa 86 km lang und im Schnitt fünf bis sieben km breit und bis zu 800 m dick. Er teilt sich in drei Arme, und wo zwei von ihnen zusammentreffen, ist diese Moräne entstanden, diese markante Linie aus Geröll in der Mitte des Gletschers. Er ist sehr beeindruckend.
… it's very impressive, that one."

Am oberen Ende des Gletschers sehen wir schon in der Ferne den Gipfel des Mount Logan:

Yukon Kluane National Park Rundflug Raphael Pelletier
Pilot "Raph" hat einen Traumjob
Yukon Kluane National Park Kaskawulsh Glacier
Eisriese Kaskawulsh
Yukon Mount Logan aus der Luft
Mount Logan - Kanadas höchster Berg

[O-Ton Raphael Pelletier:]
"Mount Logan is the most impressive …
Mount Logan ist der beeindruckendste Berg in der Region, im ganzen Land. Der höchste Berg Kanadas, 5.959 m. Gleich im Anschluss bringe ich ein paar Bergsteiger hin. Es ist das größte nicht-vulkanische Bergmassiv der Welt. Sehr beeindruckend.
… a very impressive mountain."

Eigentlich sollten wir eine Zwischenlandung auf dem Gletschereis machen. Aber einer seiner beiden Turbos sei ausgefallen, sagt Raph. Dann habe die Maschine nicht genug Kraft, um wieder zu starten. So treten wir vorzeitig den Rückflug an. Nach anderthalb Stunden sind wir zurück auf festem Boden. Noch ziemlich ergriffen. Sogar diesen beiden Passagieren aus Oberbayern, die an Hochgebirge gewöhnt sind:

[O-Töne Passagiere:]
"Das Gesamtbild ist noch mal faszinierender, die Wildnis …"
"Ich war vor 45 Jahren am Mount Logan und wollt' ihn noch mal sehen, und damals hammer gedacht, da kannst zu Fuß raus und rein gehen, aber nach einer Stunde Flug merkt mer, dass es eine Irrsinnsleistung war damals, die ersten, die den Mount Logan bestiegen haben; das kammer sich heut' gar net mehr vorstell'n."

Und was man sich auch gar nicht mehr vorstellen kann: Während in Europa die Gletscher schrumpfen, hat sich der Klimawandel im Yukon bisher kaum bemerkbar gemacht. So wird die Eiswelt des Kluane-Nationalparks wohl noch eine Weile erhalten bleiben.

 

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