rolf fröhlings reisereportagen
Wild Wild West (USA)
BEI ROTHÄUTEN UND BLEICHGESICHTERN
- in South Dakota, Wyoming und Montana
Der Wilde Westen lebt – nicht nur auf der Leinwand. Rund um die Black Hills in South Dakota, Wyoming und Montana besteht der Mythos bis heute fort. Hier ist das Pferd neben dem "Pick-up" noch ein übliches Transportmittel, hier tragen die Männer Cowboy-Hüte und nicht selten eine Waffe. Egal übrigens, ob ihre Hautfarbe weiß oder rot ist. Denn auch viele Indianer leben im Gebiet der Black Hills. Wer also Karl May und/oder Bonanza liebt, ist dort genau richtig.
Reportagen (Radio hr3, 03.09.2000):
EIN HAUCH VON PONDEROSA
Cowboys auf der Whitewood Creek Ranch
Welcher kleine Junge träumt nicht davon, einmal auf einer echten Cowboy-Ranch zu sein, wilde Mustangs einzureiten, das Lasso zu schwingen und abends gemütlich ins Lagerfeuer zu starren? Westernfilme und -serien wie "Bonanza" tragen erhebliche Mitschuld an diesen Träumereien. Zum Glück gibt es die so genannten "working ranches". Dort können Touristen für die Dauer ihres Urlaubs in die Rolle von Cowboys schlüpfen. Das heißt, nicht nur zuschauen, was die Profis treiben, sondern selber tatkräftig mit anpacken. So zum Beispiel auf der Whitewood Creek Ranch im Nordwesten von South Dakota. Hier, zu Füßen der Black Hills, werden Kindheitsträume wahr. Aber es wird auch klar, dass die Realität mit den Träumen nicht immer Schritt hält.
Reportage (Radio hr3, 03.09.2000):
[Musik: Titelmelodie aus "Bonanza"]
Ein Hauch von Ponderosa liegt über der Whitewood Creek Ranch. Hier gibt es Cowboys, Pferde und natürlich jede Menge Rinder. Doch weil die Fleischpreise im Keller sind, hat sich Rancher Eric Johnson entschlossen, auch Gäste aufzunehmen. Stadtmenschen, der Natur entfremdet, aber voller Sehnsucht nach dem Landleben. Und die kann Eric voll befriedigen.
[O-Ton Eric Johnson:]
"The main thing is being close to the animals ...
Hauptsache ist die Nähe zu den Tieren. Wir haben keinen festgelegten Tagesplan für unsere Gäste – wie meinetwegen 7 Uhr aufstehen und dann Reiten bis um 10. Aber wenn wir zum Beispiel ein Tier haben, das verarztet werden muss, wie hier bei dem Fohlen mit dem verletzten Fuß, das wir waschen müssen, um ihm eine Spritze zu setzen, dann können unsere Gäste nicht nur zuschauen, sondern auch mithelfen. Weil wir höchstens 20 Gäste aufnehmen, ist es kein Problem, immer mit einbezogen zu werden.
... for them to being involved."
[Musik: Titelmelodie aus "Bonanza"]
Ihre Gäste sollen als Fremde kommen und als Freunde gehen, haben sich die Johnsons vorgenommen. Deshalb widmen sie uns so viel Zeit wie möglich.
[Atmo: Pferdekutsche]
Ob bei einer gemeinsamen Kutschpartie oder bei einem gemeinsamen Ausritt über die weitläufigen Ländereien – auch ihre Pferde geben sich gastfreundlich. Da kann sich sogar ein Greenhorn wie ich mühelos (naja, fast mühelos) im Sattel halten. Das so genannte "branding" aber überlasse ich den Profis. Junge Kälber werden mit dem Lasso eingefangen und erhalten ein Brandmal zur besseren Identifizierung. Für die Cowboys eine Riesen-Gaudi, für die Rindviecher dagegen weniger spaßig.
[Atmo: brüllende Rinder]
Doch so schmerzhaft, wie ihr Brüllen vermuten lässt, sei das "branding" nun auch wieder nicht, heißt es.
[O-Ton Cathy:]
"It hurts them for a little bit ...
Es tut ihnen ein bisschen weh, gibt Rancherfrau Cathy zwar zu, aber nicht mehr als eine Impfung bei einem Kind, wenn Sie ihm eine Spritze geben, damit es nicht krank wird. Das tut dem Baby auch weh, aber die Konsequenzen wären viel schlimmer, wenn Sie nicht vorbeugen. Also, es tut den Kälbern schon ein bisschen weh, aber schon nach einer Stunde rennen sie wieder herum und spielen, als wäre nichts passiert.
... running and playing just like they do fine."
Trotzdem nichts für Zartbesaitete. Das Leben der Cowboys ist manchmal ein raues Geschäft. Sie sind bei Wind und Wetter draußen, sitzen stundenlang im Sattel und kontrollieren die endlos langen Zäune der unendlich großen Weiden. Mit der Lagerfeuer-Romantik aus Wildwest-Filmen hat das nicht allzu viel zu tun. Trotzdem kann sich Scott Crowser, Cowboy auf der Whitewood Creek Ranch, kein besseres Leben vorstellen.
[O-Ton Scott Crowser:]
"It is hard work ...
Es ist harte Arbeit, aber ich finde, es ist die beste Art, unsere Kinder großzuziehen und ihnen einen guten Lebensstil zu zeigen. – Und auf die Frage, ob er mit einem aus der Großstadt tauschen würde: Das könnte ich nie akzeptieren. Dieses Leben hier ist für mich gemacht.
... what it was meant for me."
[Atmo: Country Music]
Zumal die Cowboys auch zu feiern verstehen. Fast jeden Samstagabend treffen sich die Rancher reihum bei einem der Nachbarn in der Scheune zur sogenannten "barn party". Da wird gegrillt, es fließt reichlich Bier, es wird gesungen und getanzt. Manchmal auch gerauft. Nur die Schießeisen bleiben zu Hause. Ganz so wie auf der Ponderosa ist es auf der Whitewood Creek Ranch eben doch nicht. Aber ziemlich dicht dran.
[Musik: Titelmelodie aus "Bonanza"]
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Hinweis:
Wie ich erfahren habe, ist Rancher Eric Johnson bei einem Unfall ums Leben gekommen. Daher nimmt die Whitewood Creek Ranch keine Gäste mehr auf.
Das Fremdenverkehrsamt von South Dakota empfiehlt nun die "Crow Creek Guest Ranch" in Belle Fourche: http://www.crowcreekguestranch.com
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WILDE TÄNZE, PLATTES GRAS
Sioux-Krieger beim jährlichen Powwow
Es soll ja nicht nur Jungen geben, die gerne Cowboy spielen. Mindestens ebenso viele halten es eher mit den Rothäuten. Und natürlich erfüllt der Wilde Westen der USA auch deren Träume. Die Prärien von South Dakota waren einst die Heimat der Sioux. Mehrere Stämme leben noch heute dort, die meisten allerdings in trostlosen Reservaten. Immerhin einmal im Jahr ist die Tristesse vergessen. Dann nämlich feiern sie ihr Stammestreffen – das "Powwow". Bei traditionellen Tänzen und Gesängen lassen sie die guten alten Zeiten wieder aufleben. So auch im Reservat von Pine Ridge, südwestlich der Black Hills, wo der Stamm der Lakota-Oglala zu Hause ist.
Reportage (Radio hr3, 03.09.2000):
[Atmo: Aufruf in Indianer-Sprache]
In der Sprache der Lakota-Oglala fordert Will Peters alle Stammesgenossen auf, in die Mitte des Powwow-Platzes zu kommen und mit dem Tanz zu beginnen.
[Atmo: Powwow-Musik]
Und der Platz verwandelt sich in ein Meer von Farben: bunte Federn, prächtige Gewänder mit kunstvollen Perlenstickereien, flatternden Lederfransen und glitzernden Glöckchen. Zu den Klängen der Trommeln versetzen sich die Tänzer in rhythmische Bewegungen. Für ungeübte Augen und Ohren schaut und hört sich alles ziemlich ähnlich an, aber die Tänze und Gesänge haben ganz unterschiedliche Bedeutungen. Die meisten spirituelle, manche aber auch ganz praktische.
[O-Ton Robert Cook:]
"The men's grass dance is ...
Robert Cook, Fachmann für die Kultur seines Volkes, nennt als Beispiel den Grastanz der Männer. Die Grastänzer in den Prärien des Nordens wurden vorausgeschickt, um das Gras platt zu trampeln und so das Gelände vorzubereiten, auf dem alle anderen Tänze stattfinden sollten. So kamen die Grastänzer auch zu ihrem Namen.
... would knock the grass down."
[Atmo: Powwow-Musik]
Beim "Annual Veteran's Powwow" in Pine Ridge dreht sich fast alles um Krieg und Frieden. Bei diesem Stammestreffen ehren die Nachfahren der großen Sioux-Krieger Sitting Bull und Crazy Horse Veteranen aus den beiden Weltkriegen, aus Korea und Vietnam. Und zwar gleich, welcher Hautfarbe. Auch weiße Veteranen sind beim Powwow willkommen.
[O-Ton Will Peters:]
"When the Vietnam war ended ...
Als der Vietnam-Krieg zuende war, erzählt Will Peters, wurden die Veteranen im 'weißen Amerika' ziemlich rüde behandelt. Sie wurden bespuckt und beschimpft. Hier im Lakota-Land ehren wir die Veteranen. Mal abgesehen von der politischen Bewertung, achten wir doch den Mut der Soldaten und ihre Opferbereitschaft. Drum ist dieses Powwow offen für alle, um sie ein wenig zu entschädigen für das, was sie erlitten haben.
... to have a healing within their hearts."
Es kommt also von Herzen, das "Veteran's Powwow" in Pine Ridge. Bei anderen großen Stammestreffen ist das nicht immer der Fall. Der Kommerz steht auch dort oftmals im Vordergrund.
[O-Ton Will Peters:]
"Most powwows are very huge ...
Die meisten Powwows sind riesige Veranstaltungen. Da gibt es dann Wettbewerbe, bei denen die besten Tänzer Geldprämien bekommen. Die Kultur wird auch bei den anderen Powwows gepflegt, aber hauptsächlich im Dienste der Wettbewerbe, kommerzialisiert eben. Dieses kleinere Treffen hier ist einfach traditioneller.
... smaller gathering is more traditional."
[Atmo: Powwow-Musik]
Das Fest ist ein Höhepunkt im sonst oft trostlosen Alltag des Reservats. Und so trommeln, singen und tanzen sie bis tief in die Nacht hinein. Das Gras jedenfalls ist hinterher schön platt getrampelt. Aber vor dem nächsten Powwow werden die Grastänzer wohl noch mal 'ran müssen.
[Atmo: Powwow-Musik]
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DAS LETZTE GEFECHT
Gedenken an blutige Kriege zwischen Rot und Weiß
Das Sioux-Reservat von Pine Ridge, South Dakota, ist auch einen Besuch wert, wenn gerade kein Powwow abgehalten wird. Dort findet sich nämlich das historische Schlachtfeld von Wounded Knee – ebenso wie das Schlachtfeld von Little Bighorn in Montana – Schauplatz eines der bedeutendsten und zugleich tragischsten Kriege zwischen Indianern und der Armee der Vereinigten Staaten. Touristisch ausgeschlachtet aber wird nur die Schlacht von Little Bighorn, die als "Custers letztes Gefecht" in die Geschichte eingegangen ist.
Reportage (Radio hr3, 03.09.2000):
[Atmo: Marsch-Musik]
Mit einer Parade erinnert die Stadt Hardin im Südosten Montanas alljährlich an die Schlacht am Little Bighorn. Und mehr noch: General Custers letztes Gefecht wird mit Laienschauspielern nachgestellt – so originalgetreu wie möglich. Drum gibt sich Custer-Darsteller Tony Austin genau wie der echte General vor der Schlacht siegessicher.
[O-Ton Tony Austin:]
"Sir, we will not be losing today ...
Wir werden heute nicht verlieren. Wir sind die 7. Kavallerie, das beste Regiment der amerikanischen Armee. Wir würden uns der Schlacht gar nicht erst stellen, wenn ich der Meinung wäre, wir könnten verlieren.
... it will not happen, sir."
Aber es kommt natürlich, wie es kommen muss: Die Sioux unter Crazy Horse und Sitting Bull, wütend über die Missachtung ihrer zugesicherten Landrechte, locken Custers Truppen in einen Hinterhalt und machen sie nieder bis auf den letzten Mann. Genau wie am 25. Juni 1876. Der triumphalste Sieg der Roten gegen die Weißen – und zugleich ihr letzter. Die Erinnerung daran weckt bei den Indianern Stolz und Verbitterung zugleich.
[O-Ton Steven Notafraid:]
"They probably feel that ...
Steven Notafraid, der auf dem historischen Schlachtfeld Rundfahrten begleitet, will nicht für alle Indianer sprechen, aber er glaubt, dass die meisten wie er selbst der Meinung sind, es sei damals richtig gewesen, für ihre Rechte zu kämpfen. Und was sie momentan bewegt, sagt Steven, ist ein eigenes Denkmal. Erst wenn das errichtet sei, würden wohl beide Seiten zufrieden sein.
... will be satisfied after that."
Tatsächlich gibt es auf dem Schlachtfeld nur einen Gedenkstein mit den Namen der gefallenen Soldaten. Die am Flüsschen Little Bighorn gefallenen Sioux werden mit keinem Wort erwähnt. Immerhin informiert ein Museum über die denkwürdige Schlacht und ihre Hintergründe. Ganz im Gegensatz zum Wounded Knee. Dort verübte wiederum die 7. Kavallerie 1890 ein Massaker unter den wehrlosen Lakota-Oglala und erstickte damit endgültig den indianischen Widerstand. Am Wounded Knee gibt es kein Besucherzentrum, keinen Touristenrummel, es herrscht Totenstille.
[O-Ton Bruder Simon:]
"If you go to Wounded Knee ...
Wenn Sie nach Wounded Knee kommen, sagt Bruder Simon, katholischer Priester und Schulleiter im Reservat, können Sie einfach still dasitzen und die angenehme Brise genießen. Viele Leute sagen, sie spüren förmlich die besondere Stimmung, die über dem Ort liegt. Dort fällt es sehr leicht zu beten, zu meditieren und den eigenen Geist zu beflügeln.
... elevate your mind there."
Auf eine steinerne Gedenkstätte legen die Indianer deshalb keinen Wert, meint Bruder Simon weiter. Doch es spielt wohl noch ein anderer Grund mit: Wounded Knee ist eine offene Wunde in der amerikanischen Geschichte. Niemand will daran erinnert werden. Die Weißen nicht, weil sie sich schämen, wahllos Frauen und Kinder getötet zu haben. Und die Roten nicht, weil Wounded Knee auf tragische Weise besiegelt hat, was sie heute sind: ein Häufchen Elend inmitten der reichsten und mächtigsten Nation dieser Erde.
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GIGANTEN AUS STEIN
Mount Rushmore und Crazy Horse Memorial
Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Rot und Weiß gehören, Gott sei Dank, der Vergangenheit an. Dennoch ist das Verhältnis nach wie vor gespannt. Die Rivalität zwischen den Ureinwohnern und den Nachkommen der Eindringlinge von außen wird mittlerweile mit anderen Mitteln ausgetragen – zum Beispiel mit künstlerischen. Mitten in den Black Hills haben weiße und rote Amerikaner überdimensionale Kunstwerke errichtet, die heute zu den (im wahrsten Sinne des Wortes) größten Sehenswürdigkeiten des Wilden Westens gehören.
Reportage (Radio hr3, 03.09.2000):
[Musik: US-Nationalhymne]
Eine große Nation braucht ein großes Monument, meinte Bildhauer und Patriot Gutzon Borglum. Und so schuf er ein gigantisches: vier in den Felsen des Mount Rushmore gehauene Präsidentenköpfe. George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln. Jeder Kopf 18 Meter hoch, jeder Kopf ein Sinnbild der amerikanischen Demokratie. In den Dreißiger Jahren entstanden, faszinieren sie noch heute Massen von Besuchern.
[O-Ton Dan Wake:]
"Most people, I think, generally when ...
Die meisten Leute, wenn sie das Monument zum ersten Mal sehen, wundern sich einfach, wie es gemacht wurde, weil es so riesig ist, hat Dan Wake vom Besucherzentrum festgestellt. Und sobald sie das verstanden haben, betrachten sie es mehr aus einer patriotischen Sichtweise. Es ist schon eine sehr emotionale Angelegenheit.
... very emotional context and form."
Emotionen wecken die vier Kolosse aber nicht nur bei den Besuchern aus Minnesota, Virginia oder New York City. Auch der Gast aus Übersee kann den Blick nur mit Mühe wieder abwenden.
[O-Ton Tourist:]
"Es is' schon Bewegendes dabei. Vor allem vor diesem Hintergrund – toller blauer Himmel, die Wälder drum rum."
- Und könntest du dir vorstellen, dass man so was auch in Deutschland errichten könnte, meinetwegen mit den Bundeskanzlern Adenauer, Willy Brandt, Helmut Kohl?
"Nur wenn man Lacheffekte hervorrufen will, eigentlich. Obwohl – unser Herr Dr. Kohl hat ja ein schönes Profil. Der würd' sich in Stein sehr gut machen. Den würd' mer auf'n ersten Blick auch erkennen."
Na ja, man muss den Amis ja nicht alles nachmachen...
Tatsächlich aber hat Mount Rushmore längst seine Nachahmer gefunden. Die vier Symbole weißer Machtausübung ließen die Indianer nicht ruhen. Drum beauftragten sie den aus Polen stammenden Bildhauer Korczak Ziolkowski, ein noch größeres Monument zu schaffen. Und so entsteht seit den späten Vierziger Jahren das Crazy Horse Memorial, ein steinernes Reiterstandbild des legendären Sioux-Häuptlings.
[Musik: "On a hill in South Dakota ..."]
[O-Ton Jadwiga Ziolkowski:]
"The intention for the project ...
Es sollte der Erhaltung des indianischen Kulturerbes dienen, erklärt Jadwiga Ziolkowski, eine Tochter des verstorbenen Künstlers. Die Weißen sollten wissen, dass auch die Indianer große Helden hatten.
... had great heroes also."
Das Projekt allerdings geht nur schleppend voran, weil die Indianer keine Zuschüsse aus Washington akzeptieren. Das Crazy-Horse-Denkmal wird nur mit Eintrittsgeldern und Spenden finanziert. Und so hat es genau 50 Jahre gedauert, bis wenigstens das 27 Meter hohe Gesicht des Häuptlings enthüllt werden konnte. Dennoch hat die Familie des Künstlers, die das Projekt weiterführt, keine Zweifel - eines fernen Tages wird es vollendet sein.
[O-Ton Jadwiga Ziolkowski:]
"Oh, sure it will. Yeah, I don't have a doubt in my mind. It'll be done."
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LANDEBAHN FÜR ALIENS
unheimliche Begegnung mit dem Devil's Tower
Wie ein abgesägter Baumstumpf ragt er aus der Hügellandschaft im Nordosten Wyomings heraus. Die sonderbare Form des Devil's Towers hat seit jeher die Fantasie der Menschen angeregt. Alle möglichen Legenden ranken sich um den Felsen. Erst recht, seit Hollywoods Filmemacher Steven Spielberg den Teufelsturm als Kulisse für seinen Science-fiction-Klassiker "Unheimliche Begegnung der dritten Art" auserwählt hat. Das Felsplateau wird zum Landeplatz für Außerirdische, die Kontakt zu den Menschen suchen und finden – mittels der universalen Sprache der Musik.
Reportage (Radio hr3, 03.09.2000):
[Film-Atmo: musikalisches Signal]
Mit einem musikalischen Signal versuchen die Erdenbürger Kontakt zu den Aliens aufzunehmen. Und siehe da: Die Außerirdischen antworten! Das Hollywood-Märchen "Unheimliche Begegnung der dritten Art" läuft jeden Abend im Open-Air-Kino auf dem Campingplatz am Devil's Tower. Die Filmkulisse als reale Kulisse. Mystisch, fast bedrohlich, ragt der Teufelsturm 400 Meter in den Abendhimmel. Senkrecht, kreisrund und oben brettflach. Kein Wunder, dass frühere Generationen hier – wenn schon nicht außerirdische – so doch überirdische Mächte am Werk wähnten. Die Bleichgesichter den leibhaftigen Satan, die Rothäute dagegen gute Geister.
[O-Ton Todd Suess:]
"One of the legends is ...
Nach einer ihrer Legenden, erzählt Parkranger Todd Suess, wuchs ein Baumstumpf aus der Erde, um Kinder zu beschützen, die von einem riesigen Bären bedroht wurden. In einer anderen Legende ist es ein Felsen, der aus dem Boden wuchs. Und die Kratzspuren von dem Bären kann man heute noch an den Felswänden sehen. Aber es gibt eine Menge verschiedener Legenden und Geschichten der Indianer.
... different stories from American indians."
Natürlich hat die Wissenschaft eine ganz natürliche Erklärung für das seltsame Gebilde aus Stein. Demnach ist Devil's Tower vulkanischen Ursprungs. Ein Block aus erkaltetet Magma, in Jahrmillionen freigelegt durch Erosion. So ernüchternd die offizielle Entstehungsgeschichte klingt, so faszinierend wirkt der Felsen dennoch auf die Besucher. Schließlich hat Steven Spielberg ein wenig nachgeholfen.
[O-Töne Touristen:]
"I guess, for us it's ...
Wir haben den Felsen in der 'Unheimlichen Begegnung der dritten Art' gesehen. Jetzt waren wir unterwegs nach Yellowstone und dachten, hey, das ist nur eine halbe Stunde Umweg. Schauen wir's uns mal an.
... and take a look at it."
"I think that it's been here ...
Ich denke, dass er schon Hunderttausende von Jahren hier stand, lange bevor Sie oder ich hier standen, und er wird noch lange nach uns hier stehen. – Hatten Sie schon vor dem Film von Devil's Tower gehört? – Nein, aber danach haben wir beschlossen, wir wollen uns ihn mal ansehen.
... decided we wanted to see it."
Tatsächlich wurde das erste unter staatlichen Schutz gestellte Naturdenkmal der Welt kaum beachtet, bevor Hollywood es entdeckte. Seitdem reißt der Besucherstrom nicht ab. 450.000 kommen im Jahr, ganze Busladungen. Selbst jetzt noch, 20 Jahre nachdem der Film in die Kinos kam, kann der Parkranger nur staunen.
[O-Ton Todd Suess:]
"Even today we still have people ...
Noch heute haben wir viele Leute, die uns fragen, wo genau der Film gedreht wurde, welche Auswirkungen die Dreharbeiten auf den Turm hatten, ob die Filmleute auf dem Gipfel irgendwas zurückgelassen haben. Dabei ist ja nur ein kleiner Teil des Films hier gedreht worden. Doch die Leute fragen immer noch danach.
... people still come and ask about it."
Dennoch – oder gerade deswegen – achtet die Parkverwaltung streng darauf, dass hier nicht eine Art Disneyland entsteht. Es wird auch künftig weder Treppe noch Seilbahn und schon gar kein Restaurant auf dem Plateau des Felsens geben. Das Naturdenkmal soll bleiben, wie es ist: natürlich und ein wenig geheimnisvoll. Nur so wird Devil's Tower die Menschen weiterhin in seinen Bann ziehen – selbst dann, wenn der Spielberg-Film längst vergessen ist.
[Film-Atmo: "Auf Wiedersehn..."]
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Hinweis:
*) Foto mit freundlicher Genehmigung von Columbia TriStar Home Entertainment
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