South Carolina Charleston Uferpromenade Oleander

rolf fröhlings reisereportagen

South Carolina (USA)

              


SÜDSTAATEN-FLAIR ZWISCHEN BLAUEN BERGEN UND BLAUEM MEER

Im Norden die Blue Mountains, im Süden der Atlantische Ozean. Dazwischen eine grüne Oase aus Wäldern, Feldern und Sümpfen – so muss man sich South Carolina vorstellen. Zumindest bei europäischen Touristen steht der 8. Bundesstaat der USA eindeutig im Schatten von Florida. Dabei braucht er sich hinter seinem Konkurrenten keineswegs zu verstecken. Im Gegenteil. Auch hier ist es die meiste Zeit des Jahres sonnig und warm. Ausgedehnte Meeresstrände und unzählige Seen laden ein zum Baden und zu Wassersport aller Art. Soweit die Parallelen zu Florida. Daneben aber hat South Carolina auch landschaftliche Reize zu bieten und vor allem kulturelle: Fast anderthalb Jahrhunderte nach dem amerikanischen Bürgerkrieg verströmen Städte und Menschen noch heute den unwiderstehlichen Charme des alten Südens. Das Land wo einst die Konföderation der Südstaaten gegründet und wieder aufgelöst wurde, ist reich an Geschichte und an Geschichten.

South Carolina Charleston Uferpromenade Oleander
Titelfoto: Uferpromenade in Charleston
South Carolina Abbeville Stadtzentrum
Abbeville, wo South Carolina 1860 den Austritt aus den USA erklärte und damit das Signal zum Sezessionskrieg setzte
South Carolina Abbeville Südstaatenhaus außen
Schönes Südstaatenhaus in Abbeville
South Carolina Abbeville Opera House außen
Altes Opernhaus in Abbeville
South Carolina Abbeville Museum Gemälde Südstaatenvertreter
Gemälde, das ein Treffen der Südstaatenvertreter zeigt, im Museum von Abbeville
South Carolina Abbeville Museum Gemälde vor Bürgerkrieg
South Carolina vor dem Bürgerkrieg
South Carolina Beaufort Stadtrundfahrt mit Pferdekutsche
Stadtrundfahrt mit der Pferdekutsche durch Beaufort
South Carolina Beaufort Südstaatenhaus außen
Schönes Südstaatenhaus in Beaufort
South Carolina Beaufort Memorial Parade
Memorial Day Parade in Beaufort (Vol. 1)
South Carolina Beaufort Memorial Parade Festwagen
Memorial Day Parade in Beaufort (Vol. 2)
South Carolina Beaufort Gullah Festival Totale
Das Original Gullah Festival ist eine (afroamerikanische) Kulturveranstaltung, die immer am Memorial Day in Beaufort stattfindet
South Carolina Beaufort Gullah Festival Nahaufnahme
Auf dem Gullah Festival
South Carolina Palm Key Angler
Palm Key
South Carolina Palm Key Kanufahrer
Kanutour durch die Sumpflandschaft bei Palm Key
South Carolina Palm Key 2 Kanufahrer
In den Sümpfen bei Palm Key

Reportage (Radio hr4, 18.02.2006; hr-iNFO, 08.04.2006):

CHARLESTON

wandeln auf Rhett Butlers Spuren

South Carolina Charleston Pferdekutsche mit Touristen
Titelfoto: Charme des alten Südens in Charleston

                   

 

 

Die "gute alte Zeit" des amerikanischen Südens, das war vor 1861. Der Anbau von Baumwolle und Reis hatte großen Wohlstand gebracht. Dann kam der Bürgerkrieg. Er verwüstete weite Teile des Landes und verwandelte den ehemals reichen Süden in das Armenhaus der Nation. Niemand hat das so anschaulich geschildert wie Margaret Mitchell in ihrem Roman "Vom Winde verweht". Das Buch wurde ebenso zum Welterfolg wie seine Verfilmung mit Vivien Leigh und Clark Gable. Nur eine der Hauptfiguren ging unversehrt aus dem ganzen Schlamassel hervor: Scarlett O'Haras ewige Hassliebe, der Kriegsgewinnler Rhett Butler. Und der kam aus Charleston, einer damals bedeutenden Hafenstadt in South Carolina. Ausgerechnet dort waren zwar die ersten Schüsse dieses Krieges gefallen, dennoch wurde die Stadt kaum zerstört. Rhett Butler kehrte am Ende aus Atlanta in seine Heimatstadt zurück, weil er die "heitere Anmut vergangener Jahre" vermisste. Und genau diese Anmut zeichnet Charleston bis heute aus. Sie ist nämlich keineswegs vom Winde verweht.

South Carolina Charleston Stadtrundgang
Stadtrundgang durch Charleston mit Ruth Miller (unten rechts)
South Carolina Charleston gelbes Gebäude
Schönes Gebäude mit US-Flagge
South Carolina Charleston St. Michael außen
Kirche St. Michael's
South Carolina Charleston Bürgerkriegsdenkmal
Denkmal für die "Helden" des Bürgerkriegs
South Carolina Charleston Mount Pleasant Bootshafen
Boote im Hafen des Stadtteils Mount Pleasant
South Carolina Charleston Flugzeugträger Yorktown
Flugzeugträger "U.S.S. Yorktown" im Patriots Point Naval and Maritime Museum
South Carolina Charleston Arthur Ravenel Jr. Bridge
Arthur Ravenel Jr. Bridge über den Copper River
South Carolina Charleston Mount Pleasant Strand Kitesurfer
Kitesurfer am Strand von Mount Pleasant

Reportage (Radio hr4, 18.02.2006; hr-iNFO, 08.04.2006):

[Musik: Titelmelodie aus "Vom Winde verweht"]

Es ist, als würde der alte Rhett Butler gleich um die Ecke biegen. Die vornehmen Villen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die schattigen Alleen und gepflasterten Gassen, die Gärten voller bunter Blumen und Sträucher. Wenn dann noch eine Pferdedroschke mit Touristen vorbeiklappert, ...

Originalton 0:11

[zum Anhören klicken: Atmo Pferdedroschke]

... ist die Illusion beinahe perfekt.

[O-Ton Tourist:]
"A little bit, because this city is so unique ...
Ein bisschen schon, weil diese Stadt so einzigartig ist mit ihren voluminösen Gebäuden und ihrer Freundlichkeit des Südens, ihrem südlichen Erscheinungsbild. Es ist eben ganz anders als dieser Trubel einer modernen Großstadt wie Boston, wo ich herkomme.
... like Boston where I come from."

Doch während das Filmepos "Vom Winde verweht" komplett im Studio in Hollywood abgedreht wurde, bildete Charleston tatsächlich die Kulisse für den Fortsetzungsfilm "Scarlett" nach dem Roman von Alexandra Ripley. Rhett Butlers Heimatstadt drängte sich förmlich dazu auf, denn der gesamte historische Kern wurde bereits 1931 unter Denkmalschutz gestellt – als erste amerikanische Stadt überhaupt. Weil nach dem Bürgerkrieg kein Geld mehr für Neubauten vorhanden war, präsentiert sich Charleston heute noch wie in der "guten alten Zeit". Schöner sogar mit dem Geld, das vor allem reiche New Yorker hier investiert haben.

South Carolina Charleston Uferpromenade Südstaatenvillen
Villen mit südlichem Erscheinungsbild
South Carolina Charleston Palmer House außen
The Palmer House
South Carolina Charleston Mills House innen
The Mills House Hotel

[O-Ton Ruth Miller:]
"We have so many of the great houses ...
Wir haben so viele schöne Häuser aus der Zeit vor der Unabhängigkeit und dem Bürgerkrieg. Vor allem diese herrlichen Gebäude an der Uferpromenade, die alle restauriert und frisch gestrichen sind. Es sind moderne Villen, aber die alten Gebäude und sie zeugen von großem Wohlstand.
... the sense of gracious wealth."

Ruth Miller bietet geführte Touren auf Schusters Rappen an. Bei rechtzeitiger Anmeldung übrigens auch in deutscher Sprache. Die ehemalige Lehrerin kennt Charleston wie ihre Westentasche. Sie zeigt den Besuchern Villen, Gärten, Kirchen und Museen. Teilweise auch von innen. Die ebenfalls beliebten Droschken-Touren können das nicht leisten.

Originalton 0:15

[zum Anhören klicken: O-Ton Ruth Miller]

"The best thing to do ...
Das Beste ist ein Rundgang zu Fuß, denn dies ist die einzige Möglichkeit, auch durch die engen Gassen zu gehen und die Stadt aus dieser Perspektive zu sehen. Nur dort bekommt man das Ambiente und die Atmosphäre von Old Charleston mit.
... atmosphere of what is Old Charleston."

Das Ambiente und die Atmosphäre gehen nicht nur von der Architektur aus. Auch die Menschen vermitteln das unverfälschte Südstaaten-Flair von Charleston. Sie sind überaus freundlich und überaus elegant.

South Carolina Charleston Stadtführerin Ruth Miller
Ruth Miller in der Kirche St. Michael's
South Carolina Charleston Fenster mit Blumen
Blumengesäumte Fenster
South Carolina Charleston Gartenbank mit Katze
Dösende Katze

[O-Ton Ruth Miller:]
"You notice how many ladies ...
Es fällt auf, wie viele Damen Hüte tragen, man sieht sie kaum in Hosen, sie tragen immer noch Kleider oder Röcke. Selbst unsere Schönheitsköniginnen kommen meistens aus dem Süden, weil es hier eine Art Kultivierung der schönen Dinge gibt. Und Charleston ist das Zentrum.
... and Charleston is the center of that."

Nach dem gut zweistündigen Rundgang hat Ruth Miller alle Gäste für ihre Stadt eingenommen. Doch dazu bedurfte es nicht viel, denn eigentlich hat Charleston das ganz von alleine getan.

[O-Ton Touristin:]
"It's kind of unique in America to see a place with this extensive old preservation. So it's really unique, I think."

Es ist einmalig in Amerika, wie originalgetreu alles erhalten ist, meint diese Dame.

[O-Ton Tourist:]
"Just the general charm of the city. We've heard a lot about it. It's just wonderful. I will come back next year with my wife."

Und er findet den Charme dieser Stadt einfach wunderbar. Er will nächstes Jahr mit seiner Frau wiederkommen. Jedenfalls wundert sich jetzt keiner mehr, warum Rhett Butler die schöne Scarlett sitzen ließ und zurück nach Charleston ging.

[Musik: Titelmelodie aus "Vom Winde verweht"]

 

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MYRTLE BEACH

baden am "Grandiosen Strand"

South Carolina Myrtle Beach Grand Strand aus der Luft
Titelfoto: Grand Strand bei Myrtle Beach

                           

 

 

Wenn es allein nach der Besucherzahl geht, ist die größte touristische Attraktion von South Carolina ganz eindeutig der Badeort Myrtle Beach. Um die 14 Millionen Gäste kommen alljährlich in die Kleinstadt an der Atlantikküste. Myrtle Beach hat viel zu bieten für den erlebnishungrigen Urlauber: Unterkünfte und Restaurants in allen Preisklassen, diverse Sportangebote, Unterhaltung und Vergnügen. Vor allem aber den Grand Strand. Dieser "Grandiose Strand" ist fast 100 Kilometer lang und sucht in Amerika seinesgleichen. Feiner weißer Sand, so weit das Auge reicht, garantiert Badespaß von März bis in den Oktober hinein.

South Carolina Myrtle Beach Strand Sommer
Grand Strand in Myrtle Beach
South Carolina Myrtle Beach Menschen am Strand
Bettenburgen am Grand Strand
South Carolina Myrtle Beach Menschen am Huntington Beach
Am Huntington Beach
South Carolina Myrtle Beach Angler am Huntington Beach
Der Huntington Beach ist auch bei Anglern beliebt
South Carolina Myrtle Beach Stadtzentrum Läden
"Downtown" Myrtle Beach
South Carolina Myrtle Beach Carolina Opry außen
"Carolina Opry" - das "Opernhaus der kleinen Mannes"
South Carolina Myrtle Beach Carolina Opry Show nah
Western-Combo in der "Carolina Opry"
South Carolina Myrtle Beach Schwarze auf Motorrädern
Junge Biker in Myrtle Beach
South Carolina Myrtle Beach Hard Rock Cafe außen
Hard Rock Café in Myrtle Beach

Reportage (Radio hr4, 18.02.2006; hr-iNFO, 08.04.2006):

Originalton 3:33

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

[Geräusch: Meeresrauschen]

Sanft schwappen die Wellen des Atlantischen Ozeans an den schier endlosen Strand von Myrtle Beach. Voller Menschen ist er, aber nicht überfüllt. Denn Platz ist mehr als genug. Vor den Hotelburgen "downtown" stehen die Liegestühle zwar etwas enger, aber außerhalb des Stadtzentrums gibt es jede Menge ruhige, ja geradezu idyllische Abschnitte wie den Huntington Beach. Hier trägt der Grand Strand seinen Namen völlig zu Recht.

[O-Ton Touristin:]
"We like the quiet and the natural surroundings and the dunes and it's beautiful."

Sie liebt die Stille und die Natur drumherum. Es sei einfach schön. Andere mögen die friedvolle Stimmung und die guten Möglichkeiten zum Angeln und Baden.

[O-Ton Tourist:]
"It's nice and quiet, peaceful, and the fishing is very good."
"There's just something nice about the water, we love it here."

Ähnlich sieht das auch Keith Windham, der Direktor des Huntington Beach State Parks.

[O-Ton Keith Windham:]
"It's a beautiful area ...
Es ist eine schöne Gegend. Es gibt so viel zu tun für Urlauber. Dies ist einfach der grandioseste Ort, wo man hinkommen kann.
... grandest place to come."

 South Carolina Myrtle Beach Strand mit Kindern
Kinder am Grand Strand
South Carolina Myrtle Beach Huntington Beach State Park Keith Windham
Park-Direktor Keith Windham
South Carolina Myrtle Beach Huntington Beach State Park Alligator und Reiher
Huntington Beach State Park

Der Huntington Beach State Park ist ein Naturreservat, das neben dem Strand auch die dahinterliegenden Dünen umfasst, dazu Sumpf- und Marschland, wo alle möglichen Arten von Wasservögeln zu Hause sind, ebenso wie Schildkröten und Alligatoren. Der Park ist ein Refugium weit ab vom Autolärm und Disco-Gedröhn des Zentrums.

[O-Ton Keith Windham:]
"What we try to focus on ...
Wir wollen den Leuten hier beibringen, wie wichtig die Erhaltung der Umwelt ist. Und wir wollen ihnen zeigen, dass Mensch und Natur gut miteinander auskommen können, dass wir die Natur respektieren können, sehen, schätzen und für die nächsten Besucher bewahren.
... for the next visitor to come."

Doch auch wer tagsüber die Abgeschiedenheit von Huntington Beach vorzieht, braucht dem pulsierenden Nachtleben "downtown" nicht völlig zu entsagen. Es ist ja nur eine knappe Autostunde entfernt und an Vielfalt kaum zu überbieten. Ein besonderes Renommee genießt Myrtle Beach bei den Liebhabern von Country-Musik.

[Atmo: Country-Music in der "Carolina Opry"]

South Carolina Myrtle Beach Ocean Boulevard
Ocean Boulevard "downtown"
South Carolina Myrtle Beach Carolina Opry Show Totale
Carolina Opry
South Carolina Myrtle Beach Carolina Opry Calvin Gilmore
Calvin Gilmore

Tatsächlich hat sich Myrtle Beach zu einer Art Nashville von South Carolina entwickelt. Mehrere Show-Theater buhlen um die Gunst des Publikums. Das älteste und beliebteste unter ihnen ist die "Carolina Opry", eine Art Opernhaus des Kleinen Mannes. Country-Barde Calvin Gilmore hat es 1992 gegründet und ist mächtig stolz auf sein Ensemble.

[O-Ton Calvin Gilmore:]
"The best musicians, the best dancers ...
Wir haben die besten Musiker, die besten Tänzer, die besten Sänger und überhaupt das beste Team, auch wenn es um die Auswahl der Musik geht, um die Beleuchtung oder den Sound. Und wichtig ist auch, dass man einen guten Standort auswählt. Das ist mir gelungen.
... and that's what I do."

Bescheidenheit scheint nicht Calvins Sache zu sein. Aber tatsächlich sind die gut zweitausend Plätze in der "Carolina Opry" meistens ausgebucht. Vielleicht hängt sein Erfolg auch damit zusammen, dass er die Nähe zum Publikum sucht. Denn Calvin Gilmore packt allabendlich die Klampfe aus und tritt selbst auf die Bühne.

[Atmo: "Lovin' You's Like Coming Home" von Calvin Gilmore]

 

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HILTON HEAD ISLAND

golfen auf exklusivem Green

South Carolina Hilton Head Island Golfkurs Abschlag
Titelfoto: Golfkurs in Hilton Head Island

                             

 

 

South Carolina ist die Geburtsstätte des Golfsports in den Vereinigten Staaten von Amerika. Schottische Einwanderer gründeten 1786 in der Nähe von Charleston den ersten Club. Heute ist Golf ein absoluter Breitensport und allein in South Carolina gibt es über 300 öffentliche Plätze. Doch kaum irgendwo sonst findet man so viele auf so engem Raum wie in Hilton Head Island. An die zwei Dutzend sind es. Die Insel vor der Küste hat sich neben dem Tennis- fast vollständig dem Golfsport verschrieben. Hier misst sich die Weltelite bei bedeutenden Turnieren wie dem MCI Classic. Ansonsten tummeln sich die Freizeit-Golfer auf den meist exklusiven Greens. Und selbst wer noch nie gegen einen der kleinen Bälle gedroschen hat – auf Hilton Head Island kann er es lernen: bei einem Schnupperkurs.

South Carolina Hilton Head Island Leuchtturm
Harbour Town Lighthouse auf Hilton Head Island
South Carolina Hilton Head Island Yachthafen
Yachthafen von Hilton Head Island
South Carolina Hilton Head Island
Auf Hilton Head Island

Reportage (Radio hr4, 18.02.2006):

Originalton 3:04

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

[Atmo: Golf-Abschlag]

So klingt es, wenn ein Profi den Schläger schwingt. Golflehrer Kerry Dwyer macht es vor. Die Kugel fliegt in hohem Bogen, kerzengerade und an die 200 Meter weit. Wenn ich mein Glück versuche, haue ich meistens nur Löcher in die Luft oder in den Rasen. Warum muss ein Golfball auch so winzig klein sein? Können die nicht Medizinbälle benutzen? Die würde man wenigstens treffen. Aber Kerry lächelt nachsichtig. Ich stehe ja auch völlig falsch, meint er. Das Wichtigste beim Golfen sei die richtige Körperhaltung.

[O-Ton Kerry Dwyer:]
"Basically after we learned to hold the golf club ...
Wenn wir gelernt haben, wir wir den Schläger halten müssen, kommt es grundsätzlich darauf an, dass die Füße parallel stehen und dass wir den Ball anschauen – die linke Schulter leicht nach vorne geneigt, die eigentliche Beugung kommt aus der Taille.
... comes from the waist."

Und wenn die Körperhaltung einigermaßen stimmt, der Schläger fachgerecht in den Händen liegt, folgt die nächste Lektion: die richtige Lage des Balles.

[O-Ton Kerry Dwyer:]
"The last piece is ball position ...
Der Ball muss genau in der Mitte zwischen unseren Füßen liegen, betont er. Und der Abstand unserer Füße zum Ball hängt davon ab, welchen Schläger wir benutzen.
... by what club we use."

Und bitte immer schön auf den Ball schauen. Noch einmal demonstriert er, wie es geht.

[Geräusch: Golf-Abschlag]

South Carolina Hilton Head Island Ocean Course Golfplatz
Golf Acadamy auf dem Ocean Course
South Carolina Hilton Head Island Ocean Course Schnupperkurs
Selbstversuch
South Carolina Hilton Head Island Ocean Course Caddywagen
Kerry Dwyer

Komisch, bei ihm sieht das alles so einfach aus. Mir dagegen steht schon nach wenigen Minuten der Schweiß auf der Stirn – nicht so sehr wegen der Anstrengung, sondern vor allem wegen der Konzentration, die der Abschlag erfordert. Stehen die Füße richtig, hängen die Schultern schief. Ist der Rumpf tief genug gebeugt, verkrampfen die Hände. Jetzt bloß nicht aufgeben, mahnt mein Golflehrer, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

[O-Ton Kerry Dwyer:]
"It probably takes a good three to four hours ...
Man braucht wohl so drei bis vier Stunden, um das richtige Gefühl zu bekommen. Manche Golfer haben es zwar etwas schneller drauf, aber im Schnitt sind es drei bis vier Stunden.
... average time is three to four hours."

Dazu fehlt mir allerdings die Geduld. Auf Dauer würde mir das Golfen auch viel zu teuer. Hier auf dem exklusiven Ocean Course kostet die Runde 270 Dollar. Mehr als 200 Euro also. Nicht umsonst ist die Insel ein Treffpunkt der Reichen und Schönen. Ein Blick auf die Luxus-Yachten im Hafen sagt alles. Golfen in South Carolina kann aber auch billiger sein. Auf dem Weg nach Hilton Head Island bin ich an einem Platz vorbeigefahren, wo man für die Runde nur 39 Dollar zahlt.

[O-Ton Kerry Dwyer:]
"Here in the States you have the option ...
Hier in den Staaten hat man die Wahl. Da gibt's die öffentlichen Golfplätze, wo es nicht so viel kostet. Und man kann auf einem Platz wie unserem hier spielen, wo es ziemlich teuer ist. Dafür ist er einer der schönsten Golfplätze der Welt.
... most beautiful golf courses in the world."

Nun, in der Gewissheit, auf einem der schönsten Plätze der Welt üben zu dürfen, hänge ich mich noch mal ordentlich rein. Und siehe da, ich treffe den Ball plötzlich viel besser. Er fliegt relativ hoch, relativ gerade und immerhin an die 100 Meter weit. Aber bis zum präzisen Abschlag von Kerry Dwyer fehlt eben doch noch relativ viel.

[Geräusch: Golf-Abschlag]

 

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BLUE MOUNTAINS

raften auf dem wilden Chattooga River

South Carolina Blue Ridge Mountains Wildwasser Rafting nah
Titelfoto: Rafting in den Blue Mountains

                           

 

 

Ganz im Norden von South Carolina geht die meist flache Landschaft in die Gebirgskette der Blue Mountains über, auch Blue Ridge Mountains genannt. Bizarre Felsformationen und spektakuläre Wasserfälle gehören zu den Markenzeichen dieser "Blauen Berge". Einige der reißenden Wildbäche sind wie geschaffen für ein typisch amerikanisches Freizeitvergnügen: das so genannte Rafting. Dabei lässt man sich mit einem Schlauchboot flussabwärts treiben, über schäumende Stromschnellen hinweg. Das verspricht viel Spaß und ein wenig Nervenkitzel. Seit dem Abenteuerfilm "Beim Sterben ist jeder der erste" mit Burt Reynolds (nach dem Roman "Flussfahrt" von James Dickey) ist ein Wildbach bei Raftern besonders beliebt: der Chattooga River an der Grenze zu Georgia.

South Carolina Blue Ridge Mountains Wildwater Rafting Tourbus
Tourbus von Wildwater Rafting
South Carolina Blue Ridge Mountains Wildwasser Rafting von fern
Mit Karacho durch die Stromschnelle

Reportage (Radio hr4, 18.02.2006):

Originalton 3:06

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

[Atmo: Tourguide Erica]
"Eins – zwei – drei!"

Auf dieses Kommando hin wird voller Einsatz erwartet. Mit kräftigen Paddelschüben halten wir unser Schlauchboot auf Kurs und steuern es zielsicher durch die "rapids", die Stromschnellen. "Eins – zwei – drei!" – Das sind die einzigen deutschen Wörter, die sich unsere Tourbegleiterin Erica aus der Schule gemerkt hat. Aber immerhin, hier finden sie optimale Anwendung. Erica und ihr Kollege Devin Shaw arbeiten für den Rafting-Spezialisten Wildwater Ltd. Der Name ist Programm. Aber den Chattooga liebt Devin nicht nur, weil das Wasser so wild ist.

[O-Ton Devin:]
"Chattooga River is a great place ...
Hier ist es wirklich schön, so abgeschieden. Keine Menschenseele zu sehen. Aber es gibt natürlich auch jede Menge 'rapids' der Klassen 4 und 5. Und Klasse 5 heißt, du bist froh, wenn du nicht aus dem Boot fällst.
... class 5 means, you don't wanna fall out."

Na ja, von Klasse 5 bleiben wir diesmal verschont, das ist eher was für Fortgeschrittene, aber eine Klasse 4 ist dabei.

[Atmo: Wasserrauschen, aufgeregte Schreie]

Und nur mit Mühe können wir verhindern, dass unser Boot kentert. Trotzdem – oder gerade deswegen – ist die Stimmung beim ersten Zwischenstopp ausgezeichnet.

[O-Töne Rafting-Touristen:]
"It was great, was lots of fun."
"I loved it. The water was perfect temperature – not too hot, it's not too cold, it's a good day."

Die beiden fanden's toll. Das Wasser hat die perfekte Temperatur – nicht zu warm, nicht zu kalt, wir haben einen guten Tag erwischt.

South Carolina Chattooga River Rafting mit Erica
Rafting-Guide Erica
Blue Ridge Mountains Chattooga River Wildwasser Rafting Stromschnelle
Stromschnelle Klasse 4
Blue Ridge Mountains Chattooga River Schlauchboot mit Raftern
Schwimmweste und Helm sind Pflicht

[O-Ton Rafting-Touristin:]
"I was rather excited because I thought it was going to be harder and I wouldn't be able to do it, but it was fun."

Sie war vorher ziemlich aufgeregt und hatte Angst, sie würde es nicht schaffen, aber dann machte es doch großen Spaß. Und einer hätte sich sogar noch mehr solcher "rapids" gewünscht. Gefallen hat's ihm trotzdem, schon wegen der großartigen Landschaft.

[O-Ton Rafting-Tourist:]
"I could probably do with a bit more rapids. But it was very good. And the scenery is great."

Wildwater Ltd. hat für jeden Geschmack und jede Altersklasse das passende Angebot, versichert unser Guide. Vom Dreiviertelstunden-Trip für Einsteiger und Stromschnellen der Klasse 3 bis hin zur Zweitages-Tour und "rapids" der Klasse 5 für Rafting-Profis. Ganz ungefährlich ist es nie, aber große Sorgen müsse sich keiner machen, meint Devin. Schließlich tragen wir ja auch Schwimmwesten und Schutzhelme.

[O-Ton Devin:]
"Probably the fear is part of it ...
Ein bisschen Angst gehört dazu. Eigentlich kommen die Leute gerade wegen des Adrenalin-Schubs. Doch wenn jemand wirklich Bedenken hat, versuchen wir ihm klar zu machen, dass alle Rafting-Unternehmen hier streng auf Sicherheit achten. Es gibt ja auch die leichteren Touren. Und wenn wir erst mal auf dem Fluss unterwegs sind, gibt es nur eins: nicht beirren lassen und immer schön vorwärts paddeln.
... hold on tight and paddle forward."

Und dass auch wir bei unserem 5-Stunden-Trip gar nicht auf dumme Gedanken kommen, dafür sorgt schon Devins Kollegin Erica.

[Atmo Erica: "Eins – zwei – drei!"]

 

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LITCHFIELD PLANTATION

residieren wie O'Hara auf Tara

South Carolina Litchfield Plantation Allee
Titelfoto: Südstaaten-Flair auf Litchfield Plantation

                          

 

 

Wer beim Urlaub in South Carolina eine Unterkunft sucht, findet – wie überall in den USA – diverse Hotel- und Motelketten ebenso wie Campingplätze in großer Zahl. Wer aber auch beim Übernachten das typische Südstaaten-Flair genießen will (und bereit ist, etwas tiefer in die Tasche zu greifen), dem stehen diverse "Bed & Breakfasts" zur Verfügung. Das sind Zimmer mit Frühstück, häufig in historischen Villen, geschmackvoll eingerichtet und mit Familienanschluss. Oder noch stilechter: eine ehemalige Plantage wie die Litchfield Plantation bei Myrtle Beach. Dort residiert man wie ein O'Hara auf Tara in "Vom Winde verweht". Litchfield Plantation versetzt den Besucher in die Hoch-Zeit der Südstaaten vor dem amerikanischen Bürgerkrieg, als viele Plantagen-Besitzer ein Leben in Saus und Braus führten, während schwarze Sklaven für sie schuften mussten.

South Carolina Litchfield Plantation Speisesaal
Speisesaal von Litchfield Plantation
South Carolina Litchfield Plantation Bibliothek
Bibliothek
South Carolina Beaufort Bed & Breakfast North Street Inn außen
Ebenfalls nicht ganz billig, aber preiswerter als Litchfield Plantation: ein Bed & Breakfast wie der "North Street Inn" in Beaufort
South Carolina Beaufort Bed & Breakfast North Street Inn Gäste beim Frühstück
Frühstück im "North Street Inn"
South Carolina Beaufort North Street Inn Frühstückswaffel
Die Krönung des Frühstücks ist eine Waffel mit frischen Erdbeeren und Schlagsahne

Reportage (Radio hr4, 18.02.2006; hr-iNFO, 08.04.2006):

[Musik: Spiritual "Free At Last", gesungen von The Golden Gate Quartet]

Sie träumten von der Freiheit, während sie Baumwolle pflückten oder Reis ernteten. Meistens unter großen Strapazen, manchmal unter Misshandlungen ihrer weißen Aufseher, aber immer ohne Lohn. Das war auf der Plantage von Reis-Baron John Tucker nicht anders, weiß auch Karl Friedrich, ein gebürtiger Österreicher, der heute Manager auf Litchfield Plantation ist.

[O-Ton Karl Friedrich:]
"In den alten Zeiten hatte man Sklaven zur Verfügung, die so bis Ende 1890/1900 hier waren und mit denen konnte man eben arbeiten auf den Reisfeldern. Und Reis zu dieser Zeit war wie Gold. Und Süd-Carolina und überhaupt unsere Gegend hier waren eine der größten Lieferanten von Reis zu dieser Zeit in der westlichen Welt."

[Musik: "Free At Last"]

Doch nach der Befreiung der Sklaven lohnte sich der Reisanbau nicht mehr. Lohnarbeiter waren zu teuer, Maschinen konnten in dem sumpfigen Gelände nicht eingesetzt werden. Die Plantage verfiel zusehends, bis sie in den 1960er Jahren nach mehrmaligem Besitzerwechsel zum Landgasthof umgebaut wurde. Inzwischen ist Litchfield Plantation eine Luxusherberge mit riesigem Park, eigenem Strand und eigener Bootsanlegestelle. Die Übernachtungskosten liegen zwischen 215 und 1500 Dollar. Aber dafür ist Südstaaten-Romantik pur im Preis mit drin.

South Carolina Litchfield Plantation Außenanlage
Ehem. Reisplantage
South Carolina Litchfield Plantation Herrenhaus außen
Herrenhaus
South Carolina Litchfield Plantation Bootssteg
Bootsanlegestelle

Originalton 0:24

[zum Anhören klicken: O-Ton Karl Friedrich]

[O-Ton Karl Friedrich:]
"Das Besondere hier, würd' ich sagen, ist die Lage selber, wo Litchfield Plantation ist. Wenn man reinkommt, dass man diese halben Kilometer lange Eichenallee kommt und am Ende der Eichenallee das alte Herrenhaus sieht mit den Eichen eben mit Spanischem Moos drauf. Und das ist der typische alte Süden – wenn man den Film gesehen hat 'Vom Winde verweht' – und das verkauft sich eben."

32 Zimmer stehen den Gästen zur Verfügung, darunter mehrere exklusive Suiten. Alle landestypisch eingerichtet.

[O-Ton Karl Friedrich:]
"Im alten Plantagenhaus, das gebaut worden ist in 1750, das wurde so renoviert, dass wir auch die alten antiken Möbel drinhaben, wie es früher zu der Zeit war. Das ist mit 'Four-Posters'-Betten und wunderschöne Schränke von der Zeit eben eins-, zweihundert Jahre her. Andere Zimmer, die wir haben, die sind mehr im moderneren Stil eingerichtet, aber wir legen viel darauf, dass die Badezimmer groß sind und eben wie ein 'More-Luxury-Hotel' das Ganze eben sehr komfortabel macht für unsere Gäste."

South Carolina Litchfield Plantation Suite innen
Luxus-Suite
South Carolina Litchfield Plantation Himmelbett
"Four-Posters"-Bett
South Carolina Litchfield Plantation Restaurant Kellner
"Low Country Cuisine"

Wo früher eine Wagenremise war, ist heute das "Carriage House" mit Küche und Speisesaal. Selbstverständlich werden hier nicht die in Amerika üblichen Hamburger und Hot-dogs serviert. Auch auf der Dinner-Karte finden sich nur erlesene Spezialitäten.

[O-Ton Karl Friedrich:]
"Die Gegend hier nennt sich 'Low Country' und die haben ihren eigenen Küchenstil: 'Low Country Cuisine' – und das mit sehr vielen Fischen und Seefrüchten und auch 'grits'. Das ist ein Maisbrei, glaub' ich, in Deutschland. Und das sind so diese typischen Sachen. Krabben zum Beispiel, 'crab'-Kekse, die sind sehr gut und leicht und berühmt in der 'Low Country Cuisine'."

Und so können sich die Gäste auch beim Essen fühlen wie die O'Haras auf Tara. Auch wenn sie nicht mehr von Sklaven bedient werden, denn die sind – Gott sei Dank – schon lange befreit.

[Musik: Spiritual "Free At Last", gesungen von The Golden Gate Quartet]


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