Alaska Bucht von Valdez Wohnmobil im Abendrot

Rolf Fröhlings Reisereportagen

Alaska (USA)

                

LOCKRUF DER WILDNIS
- Naturerlebnis am Polarkreis

Alaska ist fast fünfmal so groß wie Deutschland, hat aber kaum mehr Einwohner als Frankfurt am Main. Elche, Bären und Wölfe beherrschen auch heute noch weite Teile der grandiosen Bergwelten und endlosen Tundralandschaften im 49. Bundesstaat der USA. Eiskalte Winter am Polarkreis mit langen Nächten und kurzen Tagen fordern den Bewohnern einiges ab, aber in den Sommermonaten grünt und blüht Alaska auf. Touristen strömen ins Land, die dort ein echtes Naturerlebnis suchen und meist auch finden.
Jack London war der erste, der mit seinen Abenteuerromanen die Sehnsucht nach Alaska weckte. In jüngerer Zeit folgte dem "Ruf der Wildnis" ein gewisser Alexander Supertramp, mit bürgerlichem Namen Christopher McCandless. Doch sein Survival-Egotrip
fernab der Zivilisation endete mit dem Hungertod. Trotzdem oder gerade deswegen wurde der junge Mann aus Virginia zum tragischen Helden, sein Leben und Sterben verfilmt. "In die Wildnis" (Originaltitel: "Into The Wild") von Starregisseur Sean Penn ist für viele Abenteurer und Naturfreaks vielleicht das geworden, was "Easy Rider" für Motorradfans ist. Doch wer dem Kultfilm erliegt und die Wildnis Alaskas bereisen will, muss es ja nicht gleich auf die harte Tour à la Alexander Supertramp versuchen. Im bequemen Wohnmobil (oder etwas kostengünstiger mit Auto und Zelt) kann auch "Otto Normaltourist" die Natur am Polarkreis erleben – und vor allem überleben!

 

Alaska Bucht von Valdez Wohnmobil im Abendrot
Titelfoto: Abendstimmung an der Bucht von Valdez
Alaska Landschaft am Denali Highway
Ausblick vom Denali Highway
Alaska Alpine Creek Lodge Wirt in der Küche
Küche in der Alpine Creek Lodge am Denali Highway
Alaska Alpine Creek Lodge Frühstück Speck und Spiegelei
Frühstück in der Alpine Creek Lodge am Denali Highway
Alaska Denali Highway Schild Paxson 80 Meilen
Denali Highway
Alaska Denali Highway Camper aus Rottweil
Weltenbummler aus dem Schwabenland unterwegs auf dem Denali Highway
Alaska Richardson Highway Landschaft
Landschaft am Richardson Highway
Alaska Richardson Highway Paxson Lake
Landschaft am Richardson Highway
Alaska Richardson Highway Flugplatz
Flugplatz am Richardson Highway
Alaska Schild Wrangell St. Elias
Zufahrt zum Wrangell-St. Elias National Park
Alaska Wrangell St. Elias Nationalpark Führung
Ranger-Führung im Wrangell-St.Elias National Park
Alaska Gulkana River von oben
Am Richardson Highway
Alaska Richardson Highway mit Fluss
Richardson Highway
Alaska Richardson Highway Lowe River
Lowe River am Richardson Highway
Alaska amerikanische Flagge
Auf der Fähre über den Prince William Sound von Valdez nach Whittier
Alaska auf Fähre Valdez Whittier Yoga
Mutter-und-Kind-Yoga auf der Fähre von Valdez nach Whittier
Alaska Fähre Valdez Whittier Chugach Mountains
Ausblick von der Fähre über den Prince William Sound auf die Chugach Mountains
Alaska Whittier Gletscher
Blick von der Fähre auf den Whittier Glacier
Alaska Whittier Hafeneinfahrt
Einfahrt in den Hafen von Whittier
Alaska Anderson Memorial Tunnel außen
Vor dem Anton Anderson Memorial Tunnel bei Whittier
Alaska Ninilchik Kirche und Friedhof
Friedhof der russisch-orthodoxen Kirche in Ninilchik
Alaska Crow Creek Mine
Crow Creek Mine bei Girdwood am Seward Highway
Alaska Crow Creek Mine Museum
Historisches Gebäude in der Crow Creek Mine bei Girdwood
Alaska Crow Creek Mine Schild Schmieden-Heinz Germany
Ehem. Schmiede in der Crow Creek Mine bei Girdwood
Alaska Crow Creek Mine Bett mit Bärenfell
Ehem. Goldwäscher-Unterkunft in der Crow Creek Mine bei Girdwood
Alaska Crow Creek Mine Goldwäscher
Selber Gold waschen in der Crow Creek Mine bei Girdwood
Alaska Matanuska River
Matanuska River am Glenn Highway
Alaska Glenn Hihgway Landschaft Herbst
Landschaft am Glenn Highway
Alaska Matanuska Glacier
Matanuska-Gletscher am Glenn Highway
Alaska Matanuska Gletscherwanderung
Wanderung auf dem Matanuska-Gletscher
Alaska Anstoßen mit Alaskan Beer
Mit Alaskan-Bier anstoßen auf die frisch geknüpfte Reisebekanntschaft am Matanuska-Gletscher
Alaska Glenn Highway Schild Elch
"Vorsicht, kreuzende Elche" am Glenn Highway
Alaska Musk Ox Farm Moschusochse auf Weider
Moschusochse auf der Musk Ox Farm am Glenn Highway
Alaska Musk Ox Farm Moschusochsen nah
Moschusochsen auf der Musk Ox Farm am Glenn Highway
Alaska Musk Ox Farm Moschusochse groß
Moschusochse auf der Musk Ox Farm am Glenn Highway
Alaska Independence Mine von oben
Independence Mine Historical State Park mit einer alten Goldmine
Alaska Independence Mine Bergwerksbahn Trasse
Reste der ehemaligen Bergwerksbahn im Independence Mine Historical State Park
Alaska Independence Mine Bergwerksbahn Lore
Bergwerkslore der ehem. Independence Mine
Alaska Independence Mine Historical State Park Murmeltier nah
Murmeltier im Independence Mine Historical State Park
Alaska Susitna River
Susitna River in der Nähe von Talkeetna
Alaska Bush Floatplane Service Wasserflugzeuge
Alaska Bush Floatplane Service in der Nähe von Talkeetna
Alaska Talkeetna Brauerei außen
Denali Brewing Co. in Talkeetna
Alaska Talkeetna Fairview Inn innen
Fairview Inn in Talkeetna
Alaska Susitna River blaues Schlauchboot Mount Denali
Blick von Talkeetna über den Susitna River zum Mount Denali
Alaska Talkeetna Alaska Railroad
Zug der Alaska Railroad bei der Einfahrt in den Bahnhof von Talkeetna
Alaska Railroad Talkeetna River
Fahrt mit der Eisenbahn von Talkeetna in Richtung Denali N.P.
Alaska Railroad Halt auf offener Strecke
Zwischenstopp mitten in der Wildnis zum Entladen von Menschen und Material
Alaska Railroad Landschaft
Panorama auf der Fahrt mit der Alaska Railroad
Alaska Railroad Hurricane Station
Zug der Alaska Railroad im Bahnhof Hurricane
Alaska Railroad Hurricane Gulch Bridge
Zug der Alaska Railroad an der Hurricane Gulch Bridge
Alaska State Fair Vagabond Blues
Alaska State Fair - eine jährlich stattfindende Regionalmesse in Palmer
Alaska State Fair  Kettenfahrzeuge
Geländegängige Fahrzeuge aller Art auf der Alaska State Fair (Teil 1)
Alaska State Fair Schneemobil
Geländegängige Fahrzeuge aller Art auf der Alaska State Fair (Teil 2)
Alaska State Fair Riesenkürbis
Kürbiswettbewerb auf der Alaska State Fair
Alaska State Fair Hula Hoop
Charmante Molkereiwerbung auf der Alaska State Fair
Alaska State Fair Waffenstand
Verkaufsstand für Schusswaffen auf der Alaska State Fair
Alaska State Fair Hot Dog Stand
Riesen-Hotdog auf der Alaska State Fair
Alaska State Fair Vogelschau mit Papageien
Vogelschau auf der Alaska State Fair (Teil 1)
Alaska State Fair Greifvogelschau
Vogelschau auf der Alaska State Fair (Teil 2)
Alaska State Fair BMX Show
BMX-Show auf der Alaska State Fair (Teil 1)
Alaska State Fair BMX
BMX-Show auf der Alaska State Fair (Teil 2)

Reportagen (Radio hr4, 05.03./20.08.2011; rbb-INFOradio, 02.06.2011):

DENALI NATIONAL PARK

Enthüllung des Bergriesen

Titelbild: Blick auf Mt. McKinley (Denali)
Titelbild: Blick auf Mt. McKinley (Denali)

                 

 

Zu den beliebtesten Zielen für Alaska-Reisende gehört der Denali-Nationalpark. Mit fast 25.000 Quadratkilometern ist er das drittgrößte Schutzgebiet in den USA (und größer als beispielsweise das deutsche Bundesland Hessen!). Die einzige Zufahrt erreicht man nach etwa vier Autostunden auf halbem Weg zwischen den beiden größten Städten Anchorage und Fairbanks.
Der Park ist so beliebt wegen seines enormen Reichtums an Wildtieren – vor allem Bären, Elche und Karibus – aber besonders natürlich wegen seines Namensgebers, des Mount Denali (hierzulande besser bekannt als Mount McKinley nach dem 25. US-Präsidenten William McKinley, 1897-1901). 
Der ganzjährig schneebedeckte Bergriese ist mit 6.193 Metern 
zugleich der höchste Gipfel Nordamerikas. Um ihn einmal mit eigenen Augen zu sehen, strömen Hunderttausende alljährlich in den Nationalpark zu seinen Füßen. Doch die meiste Zeit des Jahres versteckt sich der Berg hinter einem Wolkenschleier. Um tatsächlich einen Blick zu erhaschen, braucht es viel Glück und/oder viel Geduld.

Alaska Denali National Park Shuttlebus
Denali N.P.: Shuttlebus durch den Nationalpark
Alaska Denali National Park Flussbett
Denali N.P.: ausgedehntes Flusstal
Alaska Denali National Park sitzender Wanderer
Denali N.P.: einsamer Wanderer
Alaska Denali National Park Tourist mit Wapiti Geweih
Denali N.P.: Besucher mit Wapiti-Geweih
Alaska Denali National Park Wonder Lake Wolkenlücke
Denali N.P.: erste Wolkenlücke am Mt. McKinley, gesehen am Wonder Lake
Alaska Denali National Park Campground Wonder Lake
Denali N.P.: Campingplatz am Wonder Lake
Alaska Mount Denali National Park Parkverwaltung außen
Denali N.P.: Blick auf den Mt. McKinley vor dem Gebäude der Parkverwaltung
Alaska Denali National Park Wapitis
Denali N.P.: Wapiti-Herde
Alaska Denali National Park Bären Schild East Fork
Denali N.P.: junge Grizzlys
Alaska Denali National Park Erdhörnchen aufgerichtet
Denali N.P.: Erdhörnchen
Alaska Denali National Park Beeren
Denali N.P.: Beeren und Pilze

Reportage (Radio hr4, 05.03.2011; rbb-INFOradio, 02.06.2011):

Originalton 2:36

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

[O-Ton Park-Ranger:]
"Folks, you’re going to a really awesome place. Have a great trip out. Adios!" – "Thank you."

Nachdem uns der Park-Ranger an der Einfahrt ein großartiges Erlebnis versprochen hat, geht’s mit dem Shuttlebus mitten hinein in das autofreie Reservat. Unsere Augen schweifen nach links, denn da drüben muss sie irgendwo sein, die schneeweiße Nordwand des Bergriesen. Zu sehen ist allerdings nur eine dunkelgraue Wolkenwand. Bei einer kurzen Rast treffen wir andere deutsche Denali-Touristen, die schon wieder auf dem Rückweg sind, und wir wollen wissen, ob es ihnen besser ergangen ist:

[O-Töne Touristen:]
"Wir haben die Spitze von ihm gesehen auf der Fahrt hier raus, aber das war’s dann auch."
"Es is' schade, aber wir haben so viel Tiere gesehen, und die machen das lange wett."

Viele Tiere sehen auch wir auf unserer Weiterfahrt: einen einsamen Wolf und zwei Elche, direkt neben der Straße, eine Grizzly-Familie kreuzt den Weg, auch eine Karibu-Herde. Aber von Mount McKinley keine Spur. Und eine Statistik im Besucherzentrum Eielson macht wenig Hoffnung: Im langjährigen Mittel ist der Berg während der Sommermonate nur an acht (!) Tagen gänzlich frei von Wolken. Aber es gibt ihn wirklich, versichert uns eine Praktikantin der Parkverwaltung, sie habe ihn mit eigenen Augen gesehen:

Alaska Denali National Park Busfahrerin
Im Denali-Shuttlebus
Alaska Denali National Park Wolf liegend
Wolf im Denali National Park
Alaska Denali National Park Elche
Elche im Denali National Park

"Yes, I have, yeah ...
Nicht jeden Tag, sagt die junge Kanadierin Magali. Ich bin seit vier Wochen hier. Wollt ihr wissen, wie oft ich ihn gesehen habe? Etwa fünfzehn mal. Das ist gut! Zum letzten Mal vor drei Tagen, und es war schön. Er ist da, genau da drüben. Wenn ihr ihn nicht seht, müsst ihr ein Gefühl dafür entwickeln, dann könnt ihr ihn euch vorstellen.
... just imagine it."

Abends auf dem Campingplatz am Wonder Lake gibt Rangerin Jamie Cleaver eine kleine Einführung in die Geschichte des Nationalparks. Dabei erfahren wir auch, dass Mount McKinley in Alaska offiziell umbenannt wurde in Mount Denali – so wie er schon immer bei den Athabaska-Indianern hieß. Doch es gibt einen Namensstreit.

[O-Ton Jamie Cleaver:]
"First of all, Mount McKinley …
Mount McKinley ist der bundesweite Name für den Berg, erklärt sie uns, in Alaska heißt er Denali. Die Namensänderung wurde beim Kongress in Washington beantragt, aber da gibt es Wiederstände, vor allem von Senatoren aus Ohio, dem Heimatstaat von Präsident McKinley. Für die US-Regierung heißt er weiterhin Mount McKinley. Deshalb nennen wir ihn mal so und mal so.
… so we use it interchangeable."

Alaska Denali National Park Jamie Cleaver
Park-Rangerin Jamie Cleaver
Alaska Touristen vor Mount Denali
Erinnerungsfoto vor Mt. Denali
Alaska Mount Denali Talkeetne rotes Schlauchboot
Mt. Denali von Talkeetna aus

Ob nun McKinley oder Denali, für uns ist er bisher nur ein Phantom. Auch am nächsten Tag kein anderes Bild. Erst im Laufe des übernächsten tut sich eine Wolkenlücke auf und gibt einen Teil des Sechstausenders frei. Später wird die Lücke größer und größer. Die Enthüllung des höchsten Gipfels Nordamerikas, wir dürfen sie doch noch erleben:

[O-Ton Touristin:]
"Es waren 'n paar wenige Wolken da, nur so ganz auf der Spitze, und die zogen dann auch weg. Also, abends konnte man ihn wirklich sehen, schneebedeckt, gletscherbedeckt, es war schon großartig."

Geduld wird eben häufig belohnt. Diese Erfahrung lehrt uns der Berg auch gut zwei Wochen später außerhalb des Parks, in Talkeetna. Da starten wir noch mal einen Versuch von der Südseite. Und tatsächlich: nach einem Tag des Wartens lässt Mount McKinley plötzlich alle Hüllen fallen. Eine schneeweiße Pyramide vor strahlend blauem Himmel. Sie beschert uns ein weiteres großartiges Erlebnis, so wie es der Park-Ranger anfangs versprochen hat.

 

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Hinweis:

Nachdem Mount McKinley unter US-Präsident Barack Obama 2015 offiziell in Mount Denali umbenannt wurde, heißt er seit 2025 wieder offiziell McKinley. Als eine seiner ersten Amtshandlungen verfügte Präsident Donald Trump nach seiner Wiederwahl die Umbenennung des höchsten Berges Nordamerikas. Damit machte er die erste Umbenennung unter seinem Vorgänger rückgängig. Vorausgegangen war ein jahrelanger Streit. In Alaska selbst wurde der Name Denali favorisiert, was in der Sprache der athabaskischen Ureinwohner soviel heißt wie "Der Hohe". Für McKinley machte sich – wie oben erwähnt – vor allem der Bundesstaat Ohio stark, wo der durch einen Attentäter ermordete Präsident William McKinley herstammte. Der wiederum verdankte die Benennung des Sechstausenders dem Goldgräber William Dickey, der damals, Ende des 19. Jahrhunderts, in Alaska unterwegs war und McKinley verehrte. Dickeys zunächst inoffizielle Benennung wurde 1917 von den Bundesbehörden übernommen und damit offiziell (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung)

 

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Video:
"Ich glaub' mich knutscht ein Elch!" – Elche an der Denali Park Road

 

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KATMAI PENINSULA

Bärenhunger auf Lachs

Alaska Katmai junge Bären mit Lachs
Titelbild: Junge Bären auf der Halbinsel Katmai balgen sich um einen Lachs

          

 

Bären sind die ungekrönten Könige der Tierwelt Alaskas. Zu den schönsten Naturerlebnissen gehört deshalb das bear watching auf der Katmai-Halbinsel im Südwesten. Das riesige unbewohnte Gebiet ist nur mit dem Boot oder dem Wasserflugzeug erreichbar. Dort gibt es unzählige große und kleine Flüsse, in denen Millionen von Lachsen zu ihren Laichplätzen schwimmen. Ein Schlaraffenland für Meister Petz, der hier fette Beute machen und seinen Bärenhunger stillen kann.
In Homer auf der benachbarten Kenai-Halbinsel werden geführte Touren zu den Fischgründen der Katmai-Bären angeboten. Klassiker dabei ist der Flug nach Brooks Camp, wo im Juli und September teils Hunderte Menschen auf einer Flussbrücke stehen und den Bären beim Fischen zuschauen. Es geht aber auch individueller: Emerald Air Service fliegt kleine Gruppen von Touristen während der gesamten Saison über da hin, wo die Bären gerade sind. Denn sie wandern umher und Emerald mit ihnen. Wegen des großen logistischen Aufwands ist bear watching auf Katmai ein teurer Spaß – es kann 600 Dollar und mehr kosten. Aber kaum irgendwo sonst gewährt Alaska so faszinierende Einblicke in seine Tierwelt.

Alaska Schild Homer Halibut Fishing Capital of the World
Homer: Ausgangspunkt für die Bärentour zur Halbinsel Katmai
Alaska Homer Häuser auf Stelzen
Homer: Häuser auf Stelzen
Alaska Homer Yachthafen
Homer: Yachthafen
Alaska Homer Leuchtturm
Homer: Leuchtturm mit "Salty Dawg Saloon"
Alaska Homer Salty Dawg Saloon innen
Homer: Salty Dawg Saloon mit tausenden Ein-Dollar-Scheinen an der Decke
Alaska Homer Salty Dawg Saloon Dollarscheine
Homer: signierte Dollarscheine, die Besucher an Decke oder Wände des Salty Dawg Saloons anheften können - als Zeichen, dass sie dort waren
Alaska Homer Emerald Air Service Schild
Homer: Wasserflugzeug für die Bärentour zur Halbinsel Katmai vor dem Start
Alaska Emerald Air Service Flugzeug innen
bei Homer: Flug über die Meerenge Cook Inlet zur Halbinsel Katmai
Alaska Katmai Blick aus dem Flugzeug
Katmai Peninsula: Flug über die Halbinsel
Alaska Katmai Wasserflugzeug
Katmai Peninsula: Wasserflugzeug nach der Landung
Alaska Katmai Krähenbeeren
Katmai Peninsula: rabenschwarze Krähenbeeren, die den Braunbären als Nahrung dienen
Alaska Katmai Bären und Angler von fern
Katmai Peninsula: Bären und Angler Seite an Seite auf der Jagd nach Lachsen
Alaska Katmai Braunbär jagt Lachse
Katmai Peninsula: Braunbär im Jagdfieber
Alaska Katmai Braunbär frisst Lachs
Katmai Peninsula: Bär verspeist Lachs
Alaska Katmai Bären kämpfen spielerisch
Katmai Peninsula: junge Bären balgen sich
Alaska Katmai Tourist mit Fernglas
Katmai Peninsula: Touristen halten Ausschau nach Bären
Alaska Katmai Kabbelei unter Bären
Katmai Peninsula: Balgerei geht an Land weiter
Alaska Katmai Braunbär im Wasser
Katmai Peninsula: ausgewachsener Braunbär
Alaska Katmai tote Lachse
Katmai Peninsula: von Bären zerfetzte Lachse am Flussufer
Alaska Homer Spit aus der Luft
bei Homer: Anflug mit Blick auf die Landenge Homer Spit
Alaska Homer Hotel Land's End außen
Homer: Hotel Land's End an der Spitze der Landenge Homer Spit
Alaska Homer Kachemak Bay
Homer: Ausblick von Hotel Land's End über die Kachemak Bay

Reportage (Radio hr4, 05.03.2011; rbb-INFOradio, 02.06.2011):

Originalton 2:58

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

[Atmo: startendes Wasserflugzeug]

Mit einem Wasserflugzeug starten wir vom Beluga Lake in Homer. Wir überqueren die Meeresbucht Cook Inlet, rechter Hand zwei schneebedeckte Vulkane. Nach gut einer Stunde erreichen wir die Katmai-Halbinsel. Unser Pilot legt eine butterweiche Landung hin.

[Atmo: landendes Wasserflugzeug]

Schon beim Aussteigen sehen wir unseren ersten Bär. Trotz der Entfernung von rund hundert Metern erkennen wir, dass es sich um einen ziemlich großen Burschen handelt.

[O-Ton Dave Bachrach:]
"The bears that we're gonna see ...
Die Bären, die wir heute sehen werden, sind Braunbären, sagt Dave Bachrach, unser Guide. Zu den Grizzlys im Denali-Nationalpark gibt es keinen genetischen Unterschied, aber sie sind größer, weil sie sich von Lachsen ernähren. Im Denali gibt's keine Lachse.
… to salmon like these do."

Alaska Mont Redoubt aus der Luft
Mount Redoubt vom Wasserflugzeug aus
Alaska Katmai Bär sucht Beeren
"Unser" erster Bär
Alaska Katmai Dave Bachrach
Tourguide Dave Bachrach mit Touristin

Unser pelziger Freund durchkämmt gerade das Gestrüpp nach süßen Früchtchen, denn Bären ernähren sich auch von Beeren, nicht nur von Lachsen. Da Eiweiß und Fett, hier Kohlenhydrate – so ausgewogen, als hätten sie ihren eigenen Ernährungsberater. Der Mensch allerdings, versichert Dave, steht nicht auf ihrem Speiseplan. Deswegen hat unser Guide auch kein Gewehr dabei.

[O-Ton Dave Bachrach:]
"Typically, when brown bears attack ...
Braunbären greifen nur an, um sich zu verteidigen – wenn wir sie überraschen oder erschrecken. Hier draußen können wir sie beobachten, und sie können uns sehen und riechen aus angemessener Entfernung. Hier wissen sie schon, dass wir da sind.
... know that we're here."

Wir sollen allerdings immer als Gruppe zusammenbleiben, wenn wir in ihrer Nähe sind, keine hastigen Bewegungen machen und beim Fotografieren nicht blitzen.

[Atmo: Klicken der Kameras]

Die Kameras sind ab sofort im Dauerbetrieb. Denn Bären gibt es hier im Überfluss. Von einer Anhöhe über dem Moraine Creek können wir sie aus kaum 20 Meter Entfernung beobachten. Zwei junge Bären balgen sich um einen Lachs, der Sieger schleppt seine Beute ans Ufer und verschlingt den noch zappelnden Fisch vor unseren Augen. Dabei ist er so gierig auf sein Frühstück, dass er von uns überhaupt keine Notiz nimmt. Ebenso wie alle anderen Bären, denen wir im Laufe des Tages immer dichter auf den Pelz rücken.

Alaska Katmai Bären balgen sich im Wasser
Junge Bären balgen sich
Alaska Katmai großer Bär frisst Lachs
Lachsfrühstück vor unseren Augen
Alaska Katmai Moraine Creek schwimmender Lachs
Lachs im Moraine Creek

[O-Ton Touristin:]
"It is really marvellous. So many bears and so little people. And such a huge country. It is very special."

Es ist fantastisch, meint diese Tour-Teilnehmerin. So viele Bären und so wenig Menschen. Dazu so ein weites Land – etwas ganz Besonderes. Und eine andere Dame findet es aufregend, so nah bei ihnen zu sein, ohne sich gegenseitig zu stören.

[O-Ton Touristin:]
"It was exhilarating. To be so close to them, stand side by side without bothering each other."

Doch ein solches Refugium für Bären ist auch in Alaska keine Selbstverständlichkeit mehr. Der Mensch engt den Lebensraum der Tiere zusehends ein. Unser Tourguide, ein engagierter Naturschützer, macht sich deshalb so seine Gedanken:

[O-Ton Dave Bachrach:]
"They're an indicator species …
Sie sind eine Indikator-Art. In Kalifornien gab's mal 10.000 Grizzlys, der einzige, der noch übrig geblieben ist, ist der auf der kalifornischen Flagge. Bären sind sehr leicht auszurotten, sie vermehren sich sehr langsam, sie brauchen viel Nahrung, und es ist sehr leicht für uns Menschen, ihnen das alles wegzunehmen.
… to take that away from them."

 

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Video:
"Nicht so verbissen sehen!" – junge Bären balgen sich

 

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VALDEZ

Kanuslalom um Eisschollen

Alaska Columbia Bay Kanu Eisschollen
Titelbild: Kanutour zwischen Eisschollen bei Valdez

               

 

Gletscher (wen wundert's?) gibt es zuhauf in Alaska. Hunderte, vielleicht sogar Tausende. Kleine, mittlere und große. Zu den größten zählt der Columbia-Gletscher in den Chugach Mountains, unweit der Hafenstadt Valdez. Der Eisriese mit einer Oberfläche von mehr als 1.100 Quadratkilometern (Stand 2010, Tendenz fallend) gehört zu den so genannten Gezeiten-Gletschern, denn er streckt seine Zunge in eine Meeresbucht des Prince William Sound hinein. Mit dem ständigen Wechsel von Ebbe und Flut werden Teile der Gletscherfront ausgeschwemmt und treiben in die Bucht hinein. Unzählige Eisschollen schwimmen dort herum und bilden das Ensemble für ein Naturschauspiel, dessen Dramatik durch den Klimawandel noch zugenommen hat. Wer es hautnah erleben will, tut dies am besten vom Paddelboot aus. In Valdez werden geführte Touren angeboten zu einer Art Kanuslalom um Eisschollen herum.

Alaska Valdez Anadyr Adventures Vorbereitung auf Kanutour
Valdez: Vorbereitungen auf die Paddeltour
Alaska Valdez Hafen Boot von Anadyr Adventures
Valdez: Die Kanus werden an Bord des Motorboots verladen
Alaska Valdez Arm Gischt von Motorboot
bei Valdez:Bootsfahrt durch die Meerenge Valdez Arm
Alaska Prince William Sound Eisscholle
bei Valdez: Die ersten Eisschollen treiben vorüber.
Alaska Columbia Bay Einfahrt mit Motorboot
bei Valdez: Einfahrt in die Columbia Bay
Alaska Columbia Glacier von fern
bei Valdez: Blick auf den Columbia-Gletscher
Alaska Columbia Bay Einweisung vor Kanutour
bei Valdez: kurze Unterweisung, bevor wir in die Kanus steigen
Alaska Columbia Bay Paddelboot zwischen Eisschollen
bei Valdez: mit dem Kanu zwischen den Eisschollen des Columbia-Gletschers hindurch
Alaska Columbia Bay Paddelboote
bei Valdez: Kanutour zwischen Eisschollen
Alaska Heather Bay Paddler
bei Valdez: ruhigere Fahrwasser in der Heather Bay
Alaska Heather Bay Seeadler auf Baum
bei Valdez: Adler am Ufer der Heather Bay
Alaska Columbia Bay Seeotter auf Rücken schwimmend
bei Valdez: Seeotter schwimmen gerne auf dem Rücken.
Alaska Columbia Bay Tourguide Sam Owen im Kanu
bei Valdez: Paddeln vor der vielleicht schönsten Kulisse Alaskas
Alaska Valdez Yachthafen
Valdez: Bootshafen
Alaska Valdez Angler
Valdez: Angler am Meeresufer
Alaska Valdez Angler mit Lachs groß
Valdez: frisch geangelter Lachs
Alaska Valdez Campingplatz Eagle's Rest Lachsfang des Tages
Valdez: frisch geangelte Lachse als Anglertrophäen auf dem Campingplatz Eagle's Rest
Alaska Valdez Campingplatz Eagle's Rest Lachse werden ausgenommen
Valdez: Lachse werden direkt auf dem Campingplatz ausgenommen
Alaska Valdez Angler Sonnenuntergang
Valdez: Angler mit Hund im Sonnenuntergang

Reportage (Radio hr4, 05.03.2011; rbb-INFOradio, 02.06.2011):

Originalton 3:04

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

"So today we're all gonna using the same paddle ..."

Tourguide Sam Owen gibt noch letzte Anweisungen, wie wir das Paddel halten sollen, wenn es nachher ernst wird. Aber so weit sind wir noch nicht. Erst einmal besteigen wir ein Motorboot, das uns hinaus zur Columbia Bay bringt.

[Geräusch: Motorboot]

Rund anderthalb Stunden dauert die Fahrt durch den Meeresfjord, der Valdez vom eigentlichen Prince William Sound trennt. Unterwegs beobachten wir Seelöwen, die lässig auf einer Boje liegen. Als wir uns der Columbia Bay nähern, begegnen uns die ersten Eisschollen, und bald wird das Treibeis so dicht, dass für das Motorboot kein Durchkommen mehr ist. Wir steigen in die mitgebrachten Kajaks um, und Sam erklärt uns, wo das viele Eis herkommt:

[O-Ton Sam Owen:]
"First of all, Columbia Glacier ...
Erstens mal ist der Columbia-Gletscher der größte Gezeiten-Gletscher im Prince William Sound, außerdem schmilzt er am schnellsten von allen. Nachdem, was ich zuletzt gehört habe, brechen dreizehn Meter Eis pro Tag ab, manche sprechen sogar von gut dreißig Metern. Und die Front ist acht Kilometer breit. Dann versteht man, warum so viel Eis im Wasser schwimmt. Und das geschieht jeden Tag.
… happens every single day."

Alaska Valdez Arm Bootsfahrt
Motorboot als Kanu-Taxi
Alaska Valdez Arm Seelöwen auf Boje
Seelöwen im Valdez Arm
Alaska Columbia Bay Tourguide Sam Owen vor Eisscholle
Paddel-Guide Sam Owen

Obwohl er häufig hierher kommt, ist es für Sam gar nicht so einfach, den richtigen Kurs durch das Eislabyrinth zu finden.

[O-Ton Sam Owen:]
"Basically, what’s happening …
Was gerade passiert, all diese Eisschollen werden vom Meeresgrund aufgeschwemmt und geraten in Bewegung. Das wiederholt sich jeden Tag aufs Neue. Da muss man wirklich vorsichtig sein. Wenn man sich zu weit hineinwagt, kann es passieren, dass später der Rückweg versperrt ist. Dann muss man einen neuen Weg suchen, das kann manchmal lange dauern.
… sometimes it takes a while."

Gemütlich lassen wir die Kajaks durch das eiskalte Wasser gleiten. Über uns ein stahlblauer Himmel, die Eisschollen glitzern im hellen Sonnenschein. Alaska präsentiert sich von seiner allerschönsten Seite.

[O-Töne Paddler:]
"Ja, super, sehr schön."
"It’s lovely, it’s beautiful."

Der Columbia-Gletscher selbst ist noch meilenweit entfernt und aus unserer Perspektive kaum zu erkennen. Erst als wir eine Paddelpause einlegen und eine der seitlichen Moränen besteigen, können wir ihn sehen. Und es raubt uns fast den Atem:

Alaska Columbia Bay Kanufahrer vor Eisscholle
Gemütlich durchs eiskalte Wasser
Alaska Columbia Bay Kanutour Rast auf Moräne
Paddelpause auf der Moräne
Alaska Columbia Bay Seeadler auf Baum nah
US-Wappentier Weißkopfseeadler

[Atmo Paddler:]
"Boah, amazing!"

Nach der Pause will Sam uns noch Bären zeigen, die am Ufer der Bucht auf Lachsfang gehen. Zwei Stunden lang paddeln wir die Küste entlang, aber Meister Petz lässt sich nicht blicken. Dafür entdecken wir das Wappentier der USA, den Weißkopfseeadler. Auch er hat Appetit auf frischen Fisch. Erst am späten Nachmittag bringt uns das Motorboot wieder nach Valdez zurück. Ein wunderbares Erlebnis, da sind sich alle Paddeltour-Teilnehmer einig, und gar nicht mal sooo anstrengend.

[O-Ton Paddlerin:]
"In the beginning I got a backache but then we got out of the boat and then I’m fine now, just a little stretching of the legs."

Ihr tat nur zu Anfang der Rücken weh und jetzt muss sie die Beine ein bisschen strecken. Sonst fühlt sie sich gut. Wir alle werden morgen wahrscheinlich einen kleinen Muskelkater haben, aber das war es allemal wert!

 

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KENNECOTT / MCCARTHY

Erben des Kupferrausches

Alaska McCarthy Ma Johnson's Hotel außen
Titelbild: Ma Johnson's Hotel in McCarthy

            

 

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Alaska ein vergessenes Land, irgendwo weit weg am Polarkreis. Zwar hatten die Amerikaner es 1867 von den Russen gekauft, überließen es dann aber weitgehend sich selbst. Erst als dort Gold entdeckt wurde, rückte die ungeliebte Region in den Mittelpunkt des Interesses. Den größten wirtschaftlichen Schub jedoch erlebte Alaska nicht durch den Goldrausch, sondern durch die Entdeckung von gewaltigen Kupfervorkommen in den Wrangell Mountains. Im Zeitalter der Elektrifizierung war das "Rote Gold" von unschätzbarem Wert. Deshalb wurde mit Unterstützung millionenschwerer Investoren 1911 eine Eisenbahnlinie vom Hafenort Cordova an der Südküste bis hinauf in die Berge gebaut, um den Kupferabbau in großem Stil betreiben zu können. Die Mine am Fuße des Kennicott-Gletschers und das dazugehörige Hüttenwerk beschäftigten Tausende von Arbeitern. Um die alle unterzubringen, entstand ein paar Meilen flussabwärts der Ort McCarthy. Er entwickelte sich zum Sündenbabel voller Spelunken und Freudenhäusern, in denen die Minenarbeiter ihr sauer verdientes Geld verjubeln konnten.
Doch Ende der Dreißiger Jahre ging das Kupfererz zur Neige, die Mine wurde geschlossen. Kennecott und McCarthy mutierten zu Geisterstädten. Erst 1998 übernahm der Wrangell-St.-Elias-Nationalpark Kupferhütte, Kraftwerk und etliche Gebäude von privaten Eigentümern, um sie Touristen zugänglich zu machen. Mit seiner liebevoll konservierten bzw. restaurierten Wildwest-Romantik ist der verkehrsberuhigte Doppelort heute ein beliebtes Reiseziel. Und die Erben des Kupferrausches leben nicht schlecht davon.

Alaska Straße nach McCarthy
bei Chitina: Anreise nach Kennecott/McCarthy über eine Schotterpiste auf einer ehemalige Eisenbahntrasse
Alaska Kuskulana Bridge Wooden Wonder
bei Chitina: Kuskulana Bridge - Überreste einer ehemaligen Eisenbahnbrücke, die als "Wooden Wonder" bezeichnet wurde
Alaska Kuskulana Bridge Pfeiler nah
bei Chitina: hölzerner Brückenpfeiler der Kuskulana Bridge
Alaska auf der Kuskulana Bridge
bei Chitina: auf der Kuskulana Bridge
Alaska Wooden Wonder Schautafel
bei Chitina: Infotafel zur stillgelegegten Eisenbahntrasse nach Kennecott/McCarthy
Alaska McCarthy Road Landschaft
bei Kennecott/McCarthy: schöne Landschaft entlang der Schotterpiste zur ehemaligen Kupferminenstadt
Alaska McCarthy Fußgängerbrücke
bei McCarthy: Fußgängerbrücke über den Kennicott River - Autos müssen auf einem Parkplatz vor der Stadt abgestellt werden
Alaska McCarthy Kirche
McCarthy: Community Church - man reist mit Pick-up und Quad zur Kirche an
Alaska McCarthy Museum außen
McCarthy: Museum
Alaska McCarthy Mountain Arts außen
McCarthy: Laden für Kunsthandwerk
Alaska McCarthy Hillbilly mit Quad
McCarthy: Alaska-Original mit Hund und Quad
Alaska McCarthy Gewächshaus
McCarthy: Gemüseanbau in Alaska funktioniert nur im Treibhaus
Alaska McCarthy Ma Johnson's Hotel Quadfahrer
McCarthy: Quadfahrer vor Ma Johnson's Hotel
Alaska McCarthy Ma Johnson's Hotel innen
McCarthy: Lobby in Ma Johnson's Hotel
Alaska Kennecott Totale
Kennecott: Spaziergang zur ehemaligen Minenstadt Kennecott (auch "Kennicott" geschrieben)
Alaska Kennecott Minenführung
Kennecott: Führung durch die ehemalige Kupfermine mit Molly
Alaska Kennecott Kupferhütte
Kennecott: ehemalige Kupfermine
Alaska Kupferhütte halbtotal
Kennecott: Ruine des Gebäudes, in dem das Kupfererz verarbeitet wurde
Alaska Kennecott Kupferhütte innen
Kennecott: in dem Gebäude, wo das Kupfererz verarbeitet wurde
Alaska Kennecott Wanderung zum Gletscher
bei Kennecott: Wanderung zum Kennicott-Gletscher
Alaska Kennicott-Gletscher
bei Kennecott: Kennicott Glacier
Alaska McCarthy Lodge innen
McCarthy: McCarthy Lodge, wo Spitzenkoch Joshua Slaughter ein 20-Gänge-Menü zubereitet
Alaska McCarthy Lodge 20 Gänge Menü
McCarthy: ein Gang des 20-Gänge-Menüs in der McCarthy Lodge
Alaska McCarthy Lodge Teller mit Fisch
McCarthy: noch ein Gang des 20-Gänge-Menüs
Alaska McCarthy Lodge Steak auf Teller
McCarthy: und noch ein Gang des 20-Gänge-Menüs
Alaska McCarthy Golden Saloon Barkeeper
McCarthy: Barkeeper im Golden Saloon
Alaska McCarthy Golden Saloon innen
McCarthy: im Golden Saloon

Reportage (Radio hr4, 05.03.2011; rbb-INFOradio, 02.06.2011):

Originalton 3:10

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

Ma Johnsons's Hotel würde eine gute Western-Kulisse abgeben. Das Relikt aus den Dreißiger Jahren ist für viele die erste Adresse, wenn sie McCarthy nach stundenlanger holpriger Fahrt über die ehemalige Eisenbahntrasse erreicht haben. Nicht nur außen, auch innen hat das Hotel viel vom alten Charme bewahrt:

[O-Ton Neil Darish:]
"It's known as a living museum …
Es ist ein lebendes Museum. Die Bettgestelle stammen aus verschiedenen Privathäusern oder aus dem Krankenhaus in Kennecott, erzählt Mitinhaber Neil Darish. Wir wollten so viel wie möglich wiederverwerten. Die Räume sind relativ klein im Vergleich zu neueren Hotels, nicht alle haben ein eigenes Bad, es gibt zum Beispiel auch keine Steckdosen in den Zimmern. Aber es ist eben als würden Sie bei Freunden übernachten statt im Hotel. Obwohl es ein modernes Haus ist, fühlen Sie sich zurückversetzt in eine andere Zeit.
… feel like a genuine step back in time."

Und das gilt für ganz McCarthy. Selbst halb verfallene Bruchbuden und rostige Autowracks im Ortsbild können den positiven Gesamteindruck nicht trüben.

(O-Töne Touristen:)
"Es erinnert einen 'n bisschen an den Wilden Westen und das ist halt die Alaska-Lebensart hier. Man ist frei, man macht, was man will, man lässt die Sachen auch mal 'n bisschen rumliegen. Aber es gibt wunderschöne Ecken, es gibt wunderschöne Blumen hier, der Saloon ist um die Ecke, also we will take it, as it is."
"Es ist absolut faszinierend. Es ist hier wirklich, wie wenn man in einer Geisterstadt ist, die aber gleichzeitig lebt sozusagen. Man wird zurückversetzt um hundert Jahre irgendwie. Es ist einfach faszinierend, traumhaft schön und unbeschreiblich irgendwo."

Alaska McCarthy Zimmer in Ma Johnson's Hotel
Übernachten wie bei Freunden
Alaska McCarthy Autowrack
Rostige Autowracks
Alaska McCarthy Straße mit Blumen
Schöne Blumen, Saloon um die Ecke

Vor hundert Jahren war von Romantik allerdings wenig zu spüren. Das erfahren wir bei einem Rundgang auf dem Gelände der ehemaligen Kupfermine in Kennecott. Es wurde rund um die Uhr geschuftet, nur an Weihnachten und am Nationalfeiertag standen die Räder still. Die Arbeiter erhielten zwar recht hohe Löhne, berichtet Minenführerin Molly Davis, aber sie führten auch ein raues und hartes Leben. Mit am schlimmsten sei der nie endende Lärm gewesen:

[O-Ton Molly Davis:]
"Imagine, it's your first day ...
Stellen Sie sich vor, sie sind den ersten Tag hier, die erste Nacht, Sie versuchen zu schlafen. Und die ganze Zeit hören Sie den Lärm aus dem Hüttenwerk, die ratternden Maschinen. Das war schon gewöhnungsbedürftig.
... an adjustment period."

Aber längst ist es still geworden, der Kupferrausch Geschichte, der Doppelort Kennecott/McCarthy ein letzter Außenposten der Zivilisation. Und ausgerechnet hier finden Touristen ein Restaurant der Extraklasse, wo zum abendlichen Dinner Menüs bis zu 20 (!) Gängen aufgetischt werden. In der traditionsreichen McCarthy Lodge, gleich gegenüber von Ma Johnson's Hotel, steht Spitzenkoch Joshua Slaughter am Herd und sorgt für Gaumenkitzel nach Alaska-Art.

Alaska Kennecott Kupferhütte halbtotal
Kupferhütte in Kennecott
Alaska Kennecott Kupfererz groß
Erzbrocken aus der Kennecott-Mine
Alaska McCarthy Lodge Joshua Slaughter
Spitzenkoch Joshua Slaughter am Herd

[O-Ton Neil Darish:]
"All the salmon we've ever …
Sämtlicher Lachs, den wir hier servieren, ist roter Lachs aus dem Copper River, führt Gastronom Neil Darish als Beispiel an. Er legt den längsten Weg von allen Lachsen zurück, und er hat den höchsten Fettgehalt. Richtig zubereitet, zergeht er auf der Zunge, und unser Küchenchef weiß genau, was zu tun ist. Wenn sie davon gekostet haben, merken unsere Gäste, das ist was ganz Besonderes.
… really special going on there."

Aber so ein 20-Gänge-Menü muss erst mal verdaut werden. Da genehmigen wir uns doch einen Whisky gleich nebenan im Saloon und lassen die Wildwest-Atmosphäre von McCarthy so richtig auf uns wirken.

 

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SEWARD

Trainingsrunde für Schlittenhunde

Alaska Seward Hundeschlitten im Sommer
Titelbild: Hundeschlitten-Tour bei Seward

            

 

Was für den Rest der USA der Super Bowl, das Endspiel um die Football-Meisterschaft, ist für Alaska das Iditarod Sled Dog Race – nämlich das größte sportliche Ereignis des Jahres.
Dieses längste Hundeschlittenrennen der Welt erinnert an den Iditarod Trail, einen historischen Postweg vom Hafenort Seward im Süden zur ehemaligen Goldgräbersiedlung Nome im Nordwesten. Das Spektakel startet am ersten Märzwochenende in Anchorage, dauert mindestens neun Tage und führt fast tausend Meilen weit durch die verschneite Wildnis Alaskas bis nah an den Polarkreis heran. Dabei stellt es höchste Anforderungen an Mensch und Tier. Kein Wunder also, dass die Athleten schon im Sommer kräftig trainieren müssen, auch wenn der Schlitten dann mangels Schnee durch eine Kutsche ersetzt werden muss.
In Seward, am Ausgangspunkt des historischen Trails, züchtet der frühere Iditarod-Sieger Mitch Seavey seinen Schlittenhunde-Nachwuchs heran. Dort kann man den jungen Alaskan Huskies beim Sommertraining zuschauen und sogar selbst bei einer Trainingsrunde mitfahren.

Alaska Seward Hafen Kreuzfahrtschiff
Seward: Kreuzfahrtschiff im Hafen
Alaska Seward The Ranting Raven
Seward: Souvenirläden in der 4th Avenue
Alaska Seward Yukon Bar Schild
Seward: Yukon Bar in der 4th Avenue
Alaska Seward Sealife Center außen
Seward: SeaLife Center
Alaska Seward Sealife Center innen
Seward: Besucher im SeaLife Center
Alaska Seward Sealife Center Besucher groß
Seward: Meerestiere zum Anfassen in SeaLife Center
Alaska Seward Sealife Center Seeanemone groß
Seward: Seeanemone im SeaLife Center
Alaska Seward Sealife Center Languste
Seward: Languste im SeaLife Center
Alaska Seward Sealife Center Seehund
Seward: Seehund im SeaLife Center
Alaska Seward Iditarod Sled Dog Tours Firmenauto
bei Seward: Ididaride Sled Dog Tours bietet Hundeschlitten-Touren an.
Alaska Seward Schlittenhunde werden angeleint
bei Seward: Schlittenhunde werden für die Tour angeleint
Alaska Sewrd hechelnde Schlittenhunde
bei Seward: ausgepowerte Schlittenhunde nach der Tour
Alaska Seward Iditarod Sled Dog Tours Tim Pope
bei Seward: Tourguide Tim Pope mit Alaskan-Husky-Welpe
Alaska Sewrd Iditarod Sled Dog Tours Ausrüstung für Schlittenhunde
bei Seward: Tourguide Tim Pope zeigt Schlittenhund mit Ausrüstung für das Iditarod-Rennen
Alaska Kenai Fjords National Park Schild
bei Seward: Einfahrt zum Kenai Fjords National Park mit dem Exit-Gletscher
Alaska Seward Exit Glacier
bei Seward: Exit-Gletscher
Alaska Seward Exit Glacier von unten nah
bei Seward: Besucher am Exit-Gletscher
Alaska Seward Landschaft am Exit Glacier
bei Seward: Wanderung entlang des Exit-Gletschers
Alaska blühende Lupinen
bei Seward: Lupinen am Wegesrand
Alaska Seward Exit Glacier Wanderer
bei Seward: Wanderer auf einem Schneefeld am Exit-Gletscher
Alaska Seward Exit Glacier von oben
bei Seward: Blick von oben auf den Exit-Gletscher
Alaska Seward Exit Glacier Gipfel
bei Seward: Ziel der Wanderung erreicht

Reportage (Radio hr4, 05.03.2011):

Originalton 2:30

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

[Atmo: Hundegebell]

Mit freundlichem Gebell werden wir begrüßt. An die sechzig junge Huskys wissen genau, was jetzt kommt: Gassi-Gehen im Schnellzugtempo. Und alle können es kaum erwarten. Aber nur dreizehn von ihnen werden vor den Schlitten gespannt.

[O-Ton: Tim Pope:]
"You know sometimes ...
Manchmal, wenn wir vom Hof fahren, fangen alle an zu heulen. Ohh! Nehmt mich mit, nehmt mich mit! Aber keine Sorge, die kommen alle mal dran, bis zu sechsmal am Tag werden sie trainiert.
... plenty of exercise."

Unser Tourguide Tim Pope trainiert selbst für das Iditarod-Rennen und will 2012 erstmals teilnehmen. Aber er weiß, ohne die tierischen Athleten geht nichts, drum muss er sie schon früh auf ihre gemeinsame große Aufgabe vorbereiten.

[O-Ton Tim Pope:]
"Well, the puppies …
Wenn die Welpen ein Jahr alt sind, legen wir ihnen zum ersten Mal Zaumzeug an. Dann kommen sie in eine Trainingsgruppe. Das beste Athletenalter für Hunde liegt zwischen drei und acht. Ich hab auch schon zehnjährige Hunde beim Iditarod gesehen, aber die sind nicht mehr schnell genug, mit zehn Jahren schaffen sie keine tausend Meilen mehr.
… just too far for 'em."

Um den Schnee-Marathon überhaupt laufen zu können, brauchen sie täglich bestes Hundefutter, angereichert mit Fett, Vitaminen und Mineralien. Im Winter bekommen sie die doppelte Menge, während des Rennens sogar die dreifache.

[O-Ton Tim Pope:]
"These guys burn …
Die verbrennen bis zu 15.000 Kalorien am Tag – und dabei wiegen sie nur 50 Pfund. Manche Kreuzfahrt-Touristen versuchen diese Marke zu übertreffen, aber selbst die schaffen es nicht.
… can't even quite make it."

Alaska Seward Iditarod Sled Dog Tours Hundeschlitten
Tim Pope mit Iditarod-Schlitten
Alaska Seward Iditarod Sled Dog Tours Tourstart
Junge Hunde rennen drauf los
Alaska Seward Iditarod Sled Dog Tours junge Besucherin streichelt Hund
Verschnaufpause mit Streicheleinheiten

[Atmo:]
"One, two, three, allright!"

Und dann starten wir endlich. Zur Trainingsrunde auf dem gut drei Kilometer langen Parcours. Natürlich hat der "Schlitten" keine Kufen, sondern Räder, und außer Tim, unserem "Musher", können sechs Personen mitfahren. Doch die jungen Hunde rennen drauflos, als gälte es jetzt schon, den begehrten Pokal zu holen.

[O-Ton Tim Pope:]
"A lot of people ask us …
Viele Leute fragen uns, was wir tun müssen, damit die Hunde rennen. Ich hab’ keine Ahnung, ehrlich gesagt. Das Rennen liegt ihnen im Blut, sie lieben es einfach. Seit Tausenden von Jahren sind sie darauf abgerichtet, es macht ihnen Spaß. Denken Sie an einen Retriever, den können Sie nicht davon abhalten ins Wasser zu springen. Unsere Hunde wollen einfach rennen.
… our dogs just wanna run."

Auf halber Strecke gönnt er ihnen eine kurze Verschnaufpause, sie sollen sich ja nicht zu sehr verausgaben. Dennoch sind wir bereits nach einer knappen Viertelstunde wieder zurück im Zwinger.

[Atmo:]
"Hoh, hoh!"

Erschöpft, aber glücklich sehen sie aus, die jungen Athleten. Und wer weiß – vielleicht sind sie ja die künftigen Iditarod-Champions…

 

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ANCHORAGE

Kulturschau der Ureinwohner

Alaska Anchorage Native Heritage Center innen
Titelbild: Ureinwohner im Native Heritage Center von Anchorage

            

 

Trotz Gold- und Kupferrausch: Die (weiße) Besiedelung von Alaska kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg so richtig in Gang. Die Amerikaner hatten die strategische Bedeutung ihres Territoriums am Ende der Welt erkannt und gründeten mehrere Militärbasen. Tausende von Soldaten mit ihren Familien sorgten für einen rapiden Einwohnerzuwachs. Die Ureinwohner, Indianer und Eskimos, wurden bald zur Minderheit im eigenen Land. Heute stellen sie gerade mal ein Sechstel der Bevölkerung. Fast die Hälfte von ihnen wohnt in den Städten und hat sich dem westlichen Lebensstil weitgehend angepasst. Eine knappe Mehrheit der Ureinwohner aber lebt noch immer weit verstreut in den entlegensten Winkeln des Landes, wo sie ihre angestammten Sprachen sprechen und ihre oft Jahrtausende alten Traditionen pflegen. Doch kaum ein Tourist verirrt sich je dorthin. Viel zu teuer wäre es und viel zu zeitaufwändig. Häufig gibt es keine Straßenverbindungen, keine Hotels, nicht mal einen Campingplatz.
Wer sich trotzdem über die unterschiedlichen Kulturen der Ureinwohner informieren will, hat im Alaska Native Heritage Center reichlich Gelegenheit. Das Zentrum in der größten Stadt Anchorage ist eine Art lebendiges Freilichtmuseum, wo Angehörige der verschiedenen Volksgruppen Einblicke in ihre traditionellen Lebensweisen gewähren. Und alle sind vertreten: von den Inupiat ganz im Norden über die Tlingit ganz im Süden bis hin zu den Aleuten im äußersten Westen Alaskas.

Alaska Anchorage Visitor Center außen
Anchorage: Visitor Center vor dem Hilton Hotel
Alaska Anchorage Hochhäuser
Anchorage: Hochhäuser im Zentrum von Alaskas einziger Großstadt
Alaska Anchorage 6th Avenue
Anchorage: weitere Hochhäuser an der 6th Avenue
Alaska Anchorage Corvette Cabrio Kennzeichen It's Fun
Anchorage: Corvette Cabrio im Zentrum - "it's fun"
Alaska Anchorage Denkmal James Cook
Anchorage: Denkmal für den englischen Seefahrer James Cook
Alaska Anchorage Gewitterwolken
Anchorage: aufziehendes Gewitter
Aklaska Anchorage Native Heritage Center Männer von den Aleuten in traditioneller Kleidung nah
Anchorage: Ureinwohner von den Aleuten im Native Heritage Center
Alaska Anchorage Native Heritage Center Frauen von den Aleuten in traditioneller Kleidung nah
Anchorage: Ureinwohner von den Aleuten im Native Heritage Center
Alaska Anchorage Native Heritage Center Frauen von den Aleuten in traditioneller Kleidung groß
Anchorage: Ureinwohner von den Aleuten im Native Heritage Center
Alaska Anchorage Native Heritage Center Indianerhütte innen
Anchorage: im Native Heritage Center
Alaska Anchorage Native Heritage Center Totem nah
Anchorage: indianische Kultfigur im Native Heritage Center
Alaska Anchorage Native Heritage Center Handwerkskunst
Anchorage: Kunsthandwerker im Native Heritage Center
Alaska Anchorage Native Heritage Center Tour mit Harold Wilson
Anchorage: Tourguide Harold Wilson (links) im Native Heritage Center
Alaska Anchorage Native Heritage Center Eyak Totempfahl
Anchorage: Totempfahl vom Volk der Eyak im Alaska Native Heritage Center
Alaska Anchorage Lake Spenard Wasserflugzeuge
Anchorage: Lake Spenard mit dem größten Wasserflughafen der Welt
Alaska Anchorage Lake Spenard Wasserflugzeug startet
Anchorage: startendes Wasserflugzeug auf dem Lake Spenard
Alaska Anchorage Lake Spenard Wasserflugzeug Landung
Anchorage: landendes Wasserflugzeug auf dem Lake Spenard
Alaska Anchorage Flughafen
Anchorage: Internationaler Flughafen

Reportage (Radio hr4, 20.08.2011):

Originalton 3:11

[zum Anhören klicken: komplette Reportage]

Die Folklore-Gruppe von den Aleuten sagt musikalisch "Danke fürs Kommen". Die Menschen von der Inselkette im meist sturmgepeitschten Nordpazifik tragen pelzverzierte Mützen und bunte Gewänder mit zahllosen Troddeln. Nach der Show werden sie die traditionellen Kostüme wieder gegen Jeans und Pullover eintauschen. Das 21. Jahrhundert macht auch vor den Ureinwohnern Alaskas nicht halt:

[O-Ton Harold Wilson:]
"It's very hard not to go modern …
Es ist sehr schwer sich der modernen Zeit zu entziehen, gibt Harold Wilson, unser junger Museumsführer, zu. Wir haben natürlich Gewehre, Geländewagen, Schneemobile, aber unser Leben ist immer noch wie früher auf Jagen und Fischen ausgerichtet. Abgepackte Lebensmittel aus dem Supermarkt können sich viele von uns gar nicht leisten, weil der Transport in die abgelegenen Siedlungen die Kosten in die Höhe treibt. Deshalb sind die Menschen noch heute in verschiedenen Regionen Alaskas auf natürliche Ressourcen angewiesen.
... resources in the different regions."

Harold selbst gehört wie sein Vater dem Volk der Athabaska-Indianer an, die in Zentralalaska zu Hause sind. Aber seine Mutter entstammt einem Eskimo-Volk im hohen Norden. Die Inupiak gehen noch traditionell auf Walfang. Nicht zu kommerziellen Zwecken, sondern zur Selbstversorgung.

Alaska Anchorage Native Heritage Center Tanzgruppe Aleuten
Tanzgruppe vom Volk der Aleuten
Alaska Anchorage Native Heritage Center Harold Wilson
Museumsführer Harold Wilson
Alaska Anchorage Native Heritage Center außen
Alaska Native Heritage Center

[O-Ton Harold Wilson:]
"The bowhead whale …
Der Grönlandwal zum Beispiel liefert rund sechzig Tonnen Fleisch, genug für ein ganzes Dorf. Die Haut wird separat verwertet. Das Fleisch wird gebraten, zu Eintopf verarbeitet oder sogar roh gegessen. Auch das Öl wird verwertet, als Lebertran, das ist sehr gesund, und um das Fleisch zu konservieren. Es dient auch als Stippsoße – wie Ketchup. Deshalb ist es ungeheuer praktisch Wale zu jagen, wie unsere Vorfahren es schon vor Tausenden von Jahren gemacht haben.
… for thousands of years."

Im Native Heritage Center sind die Kajaks und Geräte zum Jagen und Fischen ausgestellt. Harold und seine Kollegen führen vor, wie sie benutzt werden. Aber nicht nur die materielle Seite der verschiedenen Kulturen, sondern auch die spirituelle wird gezeigt. Sinnbild dafür ist ein zwölf Meter hoher Totempfahl der Eyak-Indianer. Ein geschnitztes Kunstwerk, das die Weltanschauung eines ganzen Familienverbandes widerspiegelt:

[O-Ton Harold Wilson:]
"At the very top …
An der Spitze haben wir den Familienältesten. Darunter sehen wir seinen Neffen in ehrerbietiger Haltung. Noch heute haben wir hohen Respekt vor den Älteren, weil wir von ihnen lernen können. In seinen Händen hält der Neffe den Deckel zur Büchse der Weisheit, die wir zu seinen Füßen sehen. Unter der Büchse der Weisheit sind die beiden Vögel der Liebe, der Adler und der Rabe. Das bedeutet, dass Heiraten nur zwischen verschiedenen Clans erfolgen sollen, um Inzest zu vermeiden. Ganz unten die beiden Kinder sollen ausdrücken, dass die Kultur an die junge Generation weitergegeben wird, damit sie fortbesteht.
… the culture will survive."

Und diesem Ziel hat sich auch das Native Heritage Center verschrieben. Deshalb hofft Harold Wilson, dass möglichst viele Menschen das Museum in Anchorage besuchen. Dann will er sie herzlich begrüßen, in der Sprache der Athabasken:

[O-Ton Harold Wilson auf Athabaskisch:]
"How are you today? ... I'm fine."

 

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